Niemals vergessen – 23 Jahre seit Beginn der Nato-Aggression gegen die Bundesrepublik Jugoslawien

Wie in den vergangenen Jahren begeht das Belgrader Forum für eine Welt der Gleichen den 24. März, um an diesen Tag im Jahr 1999 zu erinnern, an dem die illegale und verbrecherische Aggression des Nato-Bündnisses gegen die Bundesrepublik Jugoslawien (BRJ) begann, und um der gefallenen Verteidiger des Vaterlandes und der getöteten Zivilisten zu gedenken.

Diese Aggression war der erste Krieg, der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auf europäischem Boden geführt wurde. Während die Bomben und Marschflugkörper der mächtigsten Militärmaschinerie in der Menschheitsgeschichte ein kleines europäisches Land zerstörten, zerstörten sie auch das europäische und globale Sicherheitssystem, das auf der UN-Charta, der OSZE-Schlussakte und der Charta von Paris beruht. Bis heute leiden Europa und die Welt unter den schweren Folgen dieser Zerstörung. Dabei verbündete sich die Nato mit der sogenannten UÇK, einer separatistisch-terroristischen Formation, als ihrem Infanterieflügel und unterstützte damit Separatismus und Terrorismus.
  Am 23. März 2022 um 11:00 Uhr legen Vertreter des Belgrader Forums zusammen mit ihrem Partner, dem Klub der Generäle und Admirale Serbiens, und anderen patriotisch orientierten Organisationen einen Kranz am Denkmal für die während der Aggression getöteten serbischen Kinder im Tašmajdan-Park nieder. Während der Zeremonie hält Dragutin Brčin, Direktor des Belgrader Forums, im Namen des Forums eine Ansprache. Um die Mittagszeit erweisen dann Vertreter des Belgrader Forums und des Klubs der Generäle und Admirale Serbiens zusammen mit anderen patriotischen Organisationen am Denkmal «Ewiges Feuer» in Novi Beograd allen Opfern der Nato-Aggression die Ehre. Bei dieser Gelegenheit hält General a. D. Luka Kastratović, Präsident des Vorstands des Klubs der Generäle und Admirale Serbiens, eine Rede.
  Das Belgrader Forum lädt alle patriotischen Organisationen und Einzelpersonen, die das Andenken an die gefallenen Mitglieder der serbischen Militär- und Sicherheitskräfte und an alle bei der Aggression Getöteten hochhalten, dazu ein, sich an diesen Veranstaltungen zu beteiligen und so den gefallenen Verteidigern und Zivilisten ihren Respekt zu erweisen.

Strategie der militärischen Expansion nach Osten begann schon 1999

Gegenwärtig werden wir Zeuge von Aufrufen zur Einhaltung des Völkerrechts und der Beschuldigung anderer Länder, es zu verletzen, die in zynischer Weise von den USA, dem Vereinigten Königreich, Deutschland und der gesamten Nato erhoben werden, d. h. von genau denselben Ländern und Gremien, die selbst die BRJ ohne Beschluss des UN-Sicherheitsrates illegal angegriffen haben, dieselben, die absichtlich mit abgereichertem Uran und anderen verbotenen Waffen bestückte Raketen einsetzten, um die Infrastruktur unseres Landes und zivile Ziele absichtlich und wahllos zu bombardieren, die Kinder, Frauen, Krankenhauspatienten und Zivilisten töteten und die in den internationalen Medien offen Hetzkampagnen gegen das serbische Volk führten.
  Der Jahrestag des Beginns der Nato-Aggression gegen unser Land im Jahr 1999 ist eine weitere Gelegenheit, um an all ihre Verbrechen und Greueltaten zu erinnern und unsere Öffentlichkeit, insbesondere die Jugend, an die Schrecken und Schäden zu erinnern, die diese Aggression verursacht hat, sowie an die Folgen, von denen viele noch nicht behoben sind. Der Präzedenzfall einer Aggression, die ohne die Zustimmung des UN-Sicherheitsrates durchgeführt wurde, wurde bei den nachfolgenden Aggressionen in Afghanistan, im Irak, in Libyen und Syrien erneut angewendet. Die Aggression der Nato gegen die Bundesrepublik Jugoslawien im Jahr 1999 war ein Schritt zur Verwirklichung der Strategie der militärischen Expansion nach Osten, näher an die russischen Grenzen, die die eigentliche Ursache der Ukraine-Krise ist.

Kriegsschäden der Nato-Aggression seit 1999

Während eines insgesamt 79 Tage andauernden Angriffs auf die Bundesrepublik Jugoslawien vom 24. März bis zum 10. Juni 1999 haben die massiven Angriffe der Nato-Luftstreitkräfte, die Raketensysteme und andere Waffen aus der Luft, zu Wasser und zu Lande einsetzten, in Zusammenarbeit mit den albanischen Terroristen der UÇK, der regulären Armee der Republik Albanien, den von westlichen Staaten angeworbenen und finanzierten Söldnern sowie den Ausbildern und Spezialeinheiten der führenden westlichen Staaten, wahllos Angehörige der jugoslawischen Streitkräfte und der Strafverfolgungsbehörden der Republik Serbien sowie Zivilisten, darunter auch Kinder, getötet und Kulturdenkmäler, Kirchen und Klöster zerstört, die militärische, wirtschaftliche, strategische und verkehrstechnische Infrastruktur, Geschäftseinrichtungen, zivile Einrichtungen und Institutionen, Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und sogar den öffentlichen Rundfunk – das Radio und Fernsehen Serbiens – verwüstet, wobei 16 Mitarbeiter des RTS getötet wurden. Im Verlauf dieser Aggression führte die Nato 2300 Luftangriffe auf 995 Einrichtungen im ganzen Land durch, und ihre 1150 Kampfflugzeuge feuerten rund 420 000 Geschosse mit einer Gesamtmasse von 22 000 Tonnen ab, darunter auch Waffen mit abgereichertem Uran.
  Man schätzt die Zahl der Opfer auf etwa 4000, darunter etwa 3000 Zivilisten und 1031 Angehörige von Armee und Polizei. 89 Kinder wurden getötet. Insgesamt wurden mehr als 12 000 Menschen verwundet, davon etwa 6000 Zivilisten, darunter 2700 Kinder, und 5173 Soldaten und Polizisten. 25 Personen gelten noch als vermisst.
  Da die genaue Liste der zivilen Opfer noch nicht vorliegt, appelliert das Belgrader Forum erneut an die staatlichen Behörden, diese traurige Aufgabe endlich zu Ende zu führen. Bei ihren Angriffen auf die Bundesrepublik Jugoslawien setzten die Nato-Streitkräfte etwa tausend Flugzeuge ein (Kampfflugzeuge, Jagdbomber, Bomber, Spionageflugzeuge usw.); den grössten Anteil an den Luftangriffen hatten die Streitkräfte der USA, Grossbritanniens und Deutschlands, wenngleich auch andere Nato-Mitglieder eine wichtige Rolle bei der Aggression spielten.
  Die Luftangriffe zerstörten und beschädigten 25 000 Wohngebäude, legten 470 km Strassen und 595 km Schienenwege lahm. Ausserdem wurden 14 Flughäfen, 19 Krankenhäuser, 20 Gesundheitszentren, 18 Kindergärten, 69 Schulen, 176 Kulturdenkmäler und 44 Brücken beschädigt, während weitere 38 völlig zerstört wurden. Unter den letzteren sind die Zerstörung von zwei Ölraffinerien (in Pančevo und Novi Sad), die Sprengung des Avala-Sendeturms, des Gebäudes des serbischen Rundfunks und Fernsehens, des Petrochemiekomplexes in Pančevo, die Bombardierung von Brücken in Novi Sad, der Zastava-Autofabrik in Kragujevac, der Botschaft der Volksrepublik China und vieler anderer ziviler Ziele von besonderer Bedeutung. Schätzungen zufolge waren etwa 38 % der angegriffenen Einrichtungen zivilen Zwecken vorbehalten. Die Kriegsschäden wurden auf rund 100 Mia. US-Dollar geschätzt.

Und die Spätfolgen bis … ?

Bei der Bombardierung des Hoheitsgebiets der Republik Serbien wurde regelmässig Munition verwendet, die nach der Genfer Konvention verboten ist, wobei insgesamt 15 Tonnen Uran über Serbien abgeworfen wurden. Als unmittelbare Folge der mit abgereichertem Uran bestückten Raketen wurde 2015 bekannt gegeben, dass Serbien in bezug auf die Sterblichkeit durch bösartige Tumore den ersten Platz in Europa einnimmt. Darüber hinaus wurden rund 1000 Streubomben an 219 Orten auf einer Fläche von 23 000 km2 abgeworfen, wodurch eine Vielzahl von Zivilisten getötet wurde. Infolgedessen kamen seit dem Ende der Aggression bis 2006 auf dem gesamten Gebiet von Serbien und Montenegro sechs Menschen durch detonierte Streubomben ums Leben, weitere zwölf wurden verwundet.
  Aller Wahrscheinlichkeit nach werden all diejenigen, die den Spätfolgen von Raketen mit abgereichertem Uran, nicht explodierten Streubomben und anderen tödlichen Kampfmitteln zum Opfer gefallen sind, kaum jemals genau erfasst werden können. Das Belgrader Forum fordert die zuständigen staatlichen Behörden auf, dafür zu sorgen, dass die Arbeit der Sondergremien, die mit der Ermittlung der Folgen des Einsatzes von Waffen mit abgereichertem Uran und anderer während der Nato-Aggression eingesetzter Mittel und Verfahren beauftragt sind, fortgesetzt wird.
  Die Aggression endete am 10. Juni 1999 mit der Unterzeichnung des Militärisch-Technischen Abkommens in Kumanovo und der darauf folgenden Verabschiedung der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates, mit der ein Waffenstillstand vereinbart und die Verwaltung von Kosovo und Metohija vorübergehend den Vereinten Nationen übertragen wurde. Entsprechend diesem Abkommen zogen sich die Armee der Bundesrepublik Jugoslawien, die Polizei und die Verwaltung der Bundesrepublik Jugoslawien und der Republik Serbien vorübergehend in das Gebiet Zentralserbiens zurück. Im Zuge des Rückzugs von Armee und Polizei flohen etwa 250 000 Serben und andere Nicht-Albaner aus dem Kosovo und Metohija in die zentralen Teile Serbiens. Damit war Serbien das Land, das nach diesem und anderen Kriegen, die den gewaltsamen und erzwungenen Zerfall Jugoslawiens kennzeichneten, die höchste Zahl von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen in Europa aufnahm.

Zynisch

Es ist in höchstem Masse zynisch, andere Länder für Verbrechen zu beschuldigen, die die führenden Nato-Staaten selbst ständig begangen haben. Es würde ihnen guttun, wenn sie zumindest heute, wo sie andere anklagen, einen Moment innehalten und sich an ihre eigenen Untaten erinnern, Reue zeigen und all das Unrecht wiedergutmachen würden, das sie unserem Land und auch anderen Ländern angetan haben, vor allem dem Irak, Afghanistan, Syrien, Libyen und weiteren.

Belgrader Forum für eine Welt der Gleichen, 16. März 2022

(Übersetzung Zeit-Fragen)

Pro memoria: Über die Ukraine

Auszüge aus dem Schlussdokument der internationalen Konferenz, aus Anlass des 15. Jahrestages der Nato-Aggression gegen die Bundesrepublik Jugoslawien am 22. und 23. März 2014 in Belgrad

«Der Export von Demokratie und das Diktieren von Kultur- und Zivilisationsmustern ist zu einer gängigen Vorgehensweise westlicher Mächte, vor allem der USA, geworden, die danach streben, die Welt nach ihren eigenen Standards und im Einklang mit ihren eigennützigen Interessen zu regieren. Die Auferlegung solcher Kultur- und Zivilisationsmuster ist ein Akt der Gewalt gegen die Realität, der fast immer zu Konflikten, inneren Unruhen und tieferen Zersplitterungen und Spaltungen führt; mit der Zeit wird dadurch der Frieden in der Welt untergraben, und es bietet einen perfekten Vorwand für eine militärische Einmischung von aussen. Dieses Modell hat zu den sogenannten ‹farbigen Revolutionen› in Georgien, Venezuela und der Ukraine und zu den hochgejubelten ‹Revolutionen des Arabischen Frühlings› geführt, die es geschafft haben, die Welt zu verwüsten und die Zeit für mehrere Jahrzehnte zurückzuwerfen, zum Beispiel in Libyen, Ägypten und Syrien.
  Die Strategie des Interventionismus umfasst mehrere Motive und Ziele. Dazu gehören die Kontrolle über natürliche und entwicklungspolitische Ressourcen, die Umverteilung von Ressourcen und die geopolitische Neuordnung der Welt gegen und auf Kosten des vorher festgelegten geopolitischen Hauptgegners. Auf diese Weise haben die USA/Nato/EU die Krise in der Ukraine inszeniert, deren Lösung noch immer nicht in Sicht ist. Man kann sagen, dass die Ukraine-Krise die gefährlichste Bedrohung für den Frieden seit dem Ende des Kalten Krieges darstellt. Anstatt die Ukraine als natürliche Verbindung zwischen Russland und Europa anzuerkennen, hat der Westen beschlossen, sich einzumischen, indem er sie künstlich aus ihrem natürlichen kulturellen, zivilisatorischen und geopolitischen Umfeld herausgelöst und nach Westen gezogen hat. Dabei achtete der Westen überhaupt nicht darauf, dass diese Vorgehensweise zu internen Konflikten in der Ukraine führen und die vitalen Interessen Russlands gefährden könnte. Dieses gefährliche geopolitische Spiel, das von Amerika, der Nato und der EU gegen Russland als Stellvertreterkrieg auf Kosten der Ukraine gespielt wird, unter dem ‹hehren›, aber falschen Vorwand, zum Wohle der Ukrainer und ihrer demokratischen Gesellschaftsstruktur geführt zu werden, hat die Auswirkungen einer solchen Politik gegen die Interessen der Ukraine, ihrer Bevölkerung, des Friedens und der Sicherheit in Europa und der Welt völlig ignoriert. Die Teilnehmer der Konferenz sprachen sich für eine friedliche politische Lösung aus, die frei von Einmischung und Druck von aussen ist, d. h. eine Lösung, die den Willen des ukrainischen Volkes garantiert und seine Rolle als Brücke zwischen dem Osten und dem Westen respektiert. Eine solche Lösung setzt voraus, dass die verhängnisvolle ‹Osterweiterung› [der Nato], die bereits zu einer Destabilisierung in Europa geführt hat, aufgegeben wird. Die Teilnehmer brachten ihre Anerkennung dafür zum Ausdruck, dass die Bevölkerung der Krim von ihrem Selbstbestimmungsrecht Gebrauch gemacht hat, was schliesslich zur Wiedervereinigung mit Russland führte.»

Quelle: The Global Peace vs. Global Interventionism,
Belgrade Forum for a World of Equals,
Belgrade, 2014, ISBN 978-86-83965-44-1

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