km. Am 28. Mai 2026 veröffentlichte der deutsche Journalist und Buchautor Patrik Baab auf seiner YouTube-Seite «Gegen den Strom» ein Interview mit der Pressesprecherin des Aussenministeriums der Russischen Föderation, Marija Sacharowa.1 Baab hatte dieses rund 90minütige Gespräch während seines Aufenthaltes in Moskau geführt – nach der Reise des US-Präsidenten nach China am 14. und 15. Mai, aber noch vor dem Besuch des russischen Präsidenten dort am 19. und 20. Mai, vor der ukrainischen Bombardierung einer Berufsschule in Lugansk am 22. Mai und vor dem russischen Vergeltungsangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew am 24. Mai.
Das Gespräch greift eine Vielzahl aktueller und grundsätzlicher Themen auf, und wir empfehlen, die Ausführungen von Frau Sacharowa nicht als russische «Propaganda» abzutun. Sondern darüber nachzudenken, was sie gesagt hat. Was besonders auffällt: Sacharowa ist mit ihren Aussagen ernsthaft, pointiert und entschlossen – und ihre Aussagen sind auch etwas anderes als die polemischen, gehässigen und aggressiven Ausbrüche unserer westlichen Kriegsvorantreiber. Wir haben Auszüge ausgewählt, die sich mit Deutschland und mit unserem Umgang mit ukrainischen Menschenrechtsverletzungen befassen.2 Die Gefahr eines direkten Krieges zwischen Russland und Staaten der Europäischen Union (und der Nato) ist in den vergangenen Wochen enorm gestiegen. Die deutsche Politik spielt eine entscheidende Rolle dabei. Noch gibt es die Möglichkeit, die Katastrophe eines grossen Krieges abzuwenden. Voraussetzung dafür ist eine andere Sicht auf die vergangenen Jahre, ja, ein Sich-bewusst-Werden der eigenen Mitverantwortung für die Situation, in der wir heute stehen.
Patrik Baab: Friedrich Merz [wurde] von der Presse nach einem Gespräch mit Selenski mit dem Satz [zitiert]: «Die russische Föderation hat keine Chance, diesen Krieg [in der Ukraine] zu gewinnen.» Hat man in Moskau den Eindruck, dass dieser Krieg europäisiert werden soll […]?
Kanzler Merz schadet Deutschland
Marija Sacharowa: Wir haben in erster Linie das Gefühl, dass Menschen wie Merz ihr eigenes Volk aufrichtig hassen. Denn alles, was Merz tut und was Menschen wie er tun, zielt darauf ab, dass die Bürger Deutschlands […] insgesamt nicht einfach schlechter leben, sondern wirklich schlecht, sehr schlecht leben. Und alles, was die Vorgänger von Merz geschaffen haben, echte Grössen der deutschen Wirtschaft, der deutschen Wissenschaft, des deutschen Unternehmertums, all das wurde zerstört. Dieses Gefühl ist sehr stark. Und glauben Sie nicht, dass das nur eine Redewendung oder eine philosophische Betrachtung ist. Es ist eine ganz praktische Wahrnehmung dessen, was die deutsche Führung in den letzten Jahren tatsächlich tut.
Bis zu einem gewissen Zeitpunkt konnten wir sehen, dass die Menschen, die in Deutschland an der Spitze standen, nun ja, manches haben sie richtig gemacht, manches falsch. Manches haben sie gemeinsam mit Russland getan, zum Nutzen beider Länder, und manches nur zu ihrem eigenen Vorteil, ohne Rücksicht auf unser Land. Aber in jedem Fall standen die Interessen Deutschlands im Vordergrund – als Nation, als Gesellschaft, als Volk.
Doch irgendwann in den letzten Jahren haben wir gesehen, dass alles, was die deutsche Führung tut, nicht so sehr Russland schadet, obwohl auch das, sondern vor allem der eigenen Industrie, der Wissenschaft, der Wirtschaft, dem Unternehmertum, dem Bildungssystem und letztlich den Deutschen selbst. […]
Das exportorientierte Wirtschaftsmodell der Bundesrepublik Deutschland hat mit einem Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produkte auf den Auslandsmärkten zu kämpfen, und zwar genau seit dem Verzicht auf Energieträger aus Russland. Wer hat das entschieden? Das waren eben diese deutschen Führungskräfte. Hat Russland Deutschland etwa die Ressourcen entzogen? Nein, genau an dieser Stelle, dort, wo Sie jetzt sitzen, sassen Ihre Kollegen vom deutschen Magazin Compact. Das war ungefähr vor anderthalb Jahren. Sie stellten mir damals eine direkte Frage: Kann Russland die Lieferungen fortsetzen und dabei [die Röhren von] Nord Stream 1 und Nord Stream 2 nutzen, die unbeschädigt geblieben sind, um Gas nach Deutschland zu liefern? Ich habe bei Gazprom und bei unseren Experten nachgefragt und gesagt, ja, technisch ist das möglich. Wenn die politischen und wirtschaftlichen Fragen abgestimmt sind, dauert es aus technischer Sicht etwa drei Wochen, vielleicht einen Monat. Innerhalb eines Monats könnte das also wieder aufgenommen werden. Das heisst, nicht Russland hat Deutschland das Gas abgedreht, sondern Deutschland hat sich unter dem Druck seiner eigenen Politiker von russischen Energieressourcen abgewandt.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Deutschland prognostiziert einen weiteren Rückgang des deutschen Anteils an den Weltmärkten. […] Die Aussenhandelsbilanz zeigt eine negative Entwicklung: –1,4 % im Jahr 2025, –0,5 % im Jahr 2026 und nach der aktuellen Prognose –0,2 % im Jahr 2027. Das alles hat sich natürlich auch auf die Situation der deutschen Hersteller ausgewirkt. Ich war, ehrlich gesagt, schockiert über die folgende Nachricht. […] Angeblich hat der Konzern Mercedes-Benz erklärt, dass er einen Teil seiner industriellen, also seiner Produktionskapazitäten für militärische Zwecke verkaufen oder bereitstellen will. Das ist doch ein Unternehmen, das weltweit zu den erfolgreichsten im Bereich des Automobilverkehrs und des Fahrzeugbaus gehörte. Es hatte fantastische Perspektiven im eurasischen Raum. Ich spreche jetzt von Russland. Schliesslich war es ja nicht Russland, das Mercedes aus unserem Land vertrieben, die Verkaufsstellen geschlossen oder die Servicezentren eingestellt hat. Mercedes ist selbst gegangen. Warum? Nicht, weil es für Mercedes wirtschaftlich unvorteilhaft war, auf unserem Markt zu bleiben, sondern weil deutsche Politiker Mercedes zum Rückzug gezwungen haben. Jetzt spricht Mercedes davon, vielleicht einen Teil seiner Kapazitäten für militärische Produktion zu verkaufen. Und warum? Weil sie genau wissen, dass es in absehbarer Zeit unmöglich sein wird, den Markt zurückzuerobern, den sie selbst aufgegeben haben. Dieser Markt wurde sofort von Unternehmen aus anderen Ländern besetzt, die nicht gegangen sind. Im Gegenteil, viele von ihnen sind zu uns gekommen, als sie gesehen haben, dass Mercedes weg ist.
Deutschland wurde bei uns immer als das Land betrachtet, das wirtschaftlich grundsätzlich als Lokomotive der europäischen Wirtschaft gilt. Nach Einschätzung des IWF ist es jetzt das schwächste Glied der sogenannten G7. […] Noch vor fünf Jahren hätte ich gesagt, so etwas kann es niemals geben. Gerade Deutschland hatte die stärksten Perspektiven nicht nur auf dem europäischen Kontinent, sondern weltweit. Warum? Die Fähigkeit zu arbeiten, höchste Qualifikation und Professionalität, das war die Grundlage der Auswahl, und natürlich die Ressourcen aus Russland, kombiniert mit deutscher Technologie. All das zusammen brachte ein fantastisches Ergebnis. […] All das wurde in nur wenigen Jahren zerstört.
Nicht wir sind die Feinde Deutschlands, sondern diejenigen, die heute Deutschland führen. Schauen Sie, das Produktionsvolumen ist im Jahresvergleich um 5,3 % gesunken. Und laut deutschen Experten – das sind nicht meine Zahlen, ich beziehe mich auf deutsche Experten – liegt die Auslastung der Produktionskapazitäten derzeit um 5 % unter dem Niveau, das normalerweise schon als Rezession gilt. Wenn Sie denken, dass mir diese Zahlen Freude bereiten, das stimmt nicht. Ich bedauere das. Deutschland war einer unserer starken Partner. Wirtschaftlich, ja, wirklich ein echter Geschäftspartner, aber das ist Vergangenheit. Und ich sage es noch einmal: Hat denn jemand Deutschland angegriffen? Hat jemand es besetzt? […] Nein, es sind Bürgerinnen und Bürger Deutschlands, die an die Macht gekommen sind, die Wohlstand versprochen haben und die alles zerstört haben, was Deutschland in den letzten Jahrzehnten aufgebaut hat. […]
Darf ich eine Frage stellen? Nicht an Sie. Ich möchte eine Frage an jeden Deutschen richten, der Sie sehen wird, der vielleicht auf den Bildschirm spuckt oder ruft: «Das ist russische Propaganda.» Ich stelle nur eine Frage, und jeder Deutsche, der sie sieht, hört oder liest, soll sie sich selbst beantworten: Hat das wirklich alles Russland getan?
[…]
Patrik Baab: Was meinen Sie? Ist die Bundesrepublik Deutschland bereits direkte Kriegspartei?
Deutschland ist Kriegspartei
Marija Sacharowa: Haben Sie darauf wirklich keine Antwort? Brauchen Sie dafür noch irgendeine Bestätigung? Wenn doch gerade Deutschland das Kiewer Regime in erster Linie bewaffnet, wenn die sogenannte Ramstein-Formel3 die Grundlage dieser Bewaffnung ist, wenn Vertreter des deutschen Staatsapparats persönlich die Kampfhandlungen der Truppen Selenskis und des Kiewer Regimes koordinieren, Waffen und Technik liefern, Geldmittel bereitstellen und Informationen austauschen, dann ist das doch offensichtlich.
Ich erinnere mich, vor etwa zwei Jahren, vielleicht anderthalb, ja, wohl eher anderthalb Jahren, am Rande der Konferenz in Antalya, da hat eine Nachricht das ganze Informationsfeld regelrecht erschüttert. Es ging darum, dass hochrangige deutsche Offiziere angeblich einen weiteren Anschlag auf zivile Infrastruktur besprochen haben sollen, auf die Krimbrücke und so weiter. Erinnern Sie sich, diese Aufnahmen wurden vor etwa anderthalb oder zwei Jahren veröffentlicht. So ungefähr war das. Wie soll man das sonst nennen?
[…] Dass Deutschland da völlig mit drinsteckt, daran zweifelt eigentlich niemand. Und mehr noch, das sagen ja auch Vertreter des offiziellen Berlins ganz offen. Sie verbergen es nicht. Sie nennen es nicht anders. Sie sagen es ganz klar, es gehe darum, Russland eine strategische Niederlage zuzufügen, und sie beteiligen sich an den Kampfhandlungen auf der Seite des Kiewer Regimes.
Nur, das stimmt so nicht ganz. Sie nehmen nicht wirklich auf der Seite des Kiewer Regimes an den Kampfhandlungen teil. Sie nutzen das Kiewer Regime, um genau das umzusetzen, worüber ich am Anfang gesprochen habe. Ihre Idee, Russland, wie sie es nennen, eine strategische Niederlage zuzufügen. Welche anderen Gründe könnten wir überhaupt haben, das anders zu sehen? Ich sehe keine Möglichkeit, die Dinge nicht beim Namen zu nennen. Ich kann einfach nicht, ich habe kein einziges Argument, um Ihrer Frage zu widersprechen. Keines. Und selbst Berlin sagt es genauso. Und das, was sie tun, ist genau das, worüber sie sprechen. Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis der Weltgeschichte wird das genauso bezeichnet. Sie nutzen das Kiewer Regime, um, wie sie es formuliert haben, Russland eine Niederlage zuzufügen, Schläge zu versetzen. Nennen Sie es, wie Sie wollen.
[…]
Patrik Baab: In den Augen der Öffentlichkeit, zumindest der westlichen, tritt der UkraineKrieg hinter den Problemen in Nahost zurück. […]
Kein Mitgefühl für die Opfer
Marija Sacharowa: Das ist ein genialer Satz: In den Augen der westlichen Öffentlichkeit rückt der ukrainische Konflikt wegen der Ereignisse im Nahen Osten in den Hintergrund. Verstehen Sie? Sie sorgen sich um die westliche Öffentlichkeit, aber nicht um die Menschen. Sie kümmern sich nicht um die Getöteten, die Verletzten, die Verstümmelten. Sie kümmern sich nicht um die Terroranschläge, die sich gegen Zivilisten richten, nicht um die verstümmelten Kinder. Sie stört nur, dass der Konflikt in den Schatten gerät.
Aber warum, frage ich, stört diese westliche Öffentlichkeit nicht, dass ihre Regierungen jede Woche, ja, buchstäblich jede Woche, für diesen Konflikt Dutzende hundert Millionen Euro und Dollar bereitstellen? Inzwischen sind es ja schon Milliarden, und das sind auch Dutzende, die sich dann in Hunderte Milliarden Euro und Dollar verwandeln.
Warum kümmert das die westliche Öffentlichkeit nicht? Warum interessiert sie dieser Fakt nicht? Warum sind ihr die vielbeschworenen Menschenrechte egal, von denen in der Ukraine nichts mehr übrig ist? Wirklich gar nichts. Diese Menschenrechte werden dort schon lange nicht mehr eingehalten, und zwar nicht nur gegenüber der russischsprachigen Bevölkerung, den Bürgern Russlands, Menschen russischer Herkunft oder orthodoxen Gläubigen. Diese Rechte werden vor allem gegenüber den eigenen Bürgerinnen und Bürgern der Ukraine verletzt. Schauen Sie doch, was dort passiert.
Zwangsmobilisierung, Misshandlungen von Menschen, die ihre eigene Meinung zu dieser Situation haben oder die eine Befreiung [vom Wehrdienst] haben oder gesundheitliche Gründe, die ihnen den Dienst unmöglich machen. Physische Misshandlungen bis hin zu Mord. Schauen Sie sich an, was mit der Meinungsfreiheit passiert. Von ihr ist nichts mehr übrig. Es gibt nur noch eine Sichtweise, die der Bankowa [des ukrainischen Präsidialamts] und Selenskis. Alles andere soll abgeschaltet, auf Pause gestellt und zum Schweigen gebracht werden.
Warum stört sich die westliche Gemeinschaft nicht an dem enormen Ausmass der Korruption? Das ist ja nicht einfach nur Korruption, bei der in der Ukraine Geld gestohlen wird. Diese Korruption hängt mit illegalem Handel zusammen, vor allem mit Waffen, mit der Verbreitung dieser Waffen auf dem Schwarzmarkt und mit einer schwarzen Transportlogistik, die in der Ukraine im Grunde sogar gesetzlich verankert wurde. Warum kümmert sich die westliche Gemeinschaft nicht um die Korruption, die inzwischen nicht nur die Kiewer Machthaber, sondern auch direkt die westlichen Führungskräfte betrifft? Ganz einfach, weil es offensichtlich ist, kein Selenski und kein Mitglied seines Teams könnten so frei über westliche Hilfe verfügen, wenn sie tatsächlich von westlichen Kontrollen oder Überwachungsstrukturen geprüft würden. Wenn es dort eine echte Buchprüfung gäbe, klare Lieferungen mit Soll und Haben, dann könnten sie gar nicht in diesem Ausmass stehlen. Natürlich ist das Korruption, die in direktem Zusammenhang mit den westlichen Betreuern und Sponsoren steht. Und genau sie stehen im Zentrum dieser Korruption.
Warum kümmert das die westliche Gemeinschaft überhaupt nicht? Jetzt machen sie sich Sorgen, dass das Ganze irgendwie im Schatten verschwindet, aber das ist ein falsches Bild der Situation. Doch Sie haben es zu Recht gesagt. Genau das beschäftigt sie. Der Schatten, nicht das Wesentliche dessen, was passiert. Man muss aber auf das Wesentliche schauen. Deshalb sprechen wir über die eigentlichen Ursachen der Krise. Deshalb reden wir darüber, was dort wirklich geschieht.
[…] Alle achten nur auf die äussere Kulisse, verstehen Sie? Hauptsache, das Thema bleibt auf der Tagesordnung, damit Selenski offenbar endlos zu Preisverleihungen wie den Oscars oder nach Sanremo fahren kann, zu irgendwelchen Songwettbewerben, Preise bekommt, wofür auch immer, und Teil verschiedener Gipfeltreffen wird. Wozu das alles? Um auf diese Weise eine Art ideologische Rechtfertigung für das zu liefern, was Westeuropa über viele Jahre getan hat. Mit anderen Worten, er wird gebraucht wie eine Art Absolution für all die Fehler, die sie begangen haben.
Und sie haben grosse Angst, dass das irgendwann aufhört zu glänzen und in den Schatten gerät. Genau davor fürchten sie sich. Das ist das Schlimmste, dass sie nicht begreifen, dass sie jeden Tag, jede Woche, jeden Monat mit riesigen Summen den Terrorismus finanzieren, der längst zu internationalem Terrorismus geworden ist, dass mit ihrem Geld jeden Tag Kinder, Frauen, alte Menschen getötet werden. Menschen in Krankenhäusern, Schüler in Schulen, Menschen auf den Strassen, jeden einzelnen Tag. Und das wird von Westeuropa finanziert. Darüber müssten sie eigentlich entsetzt sein, aber sie sind es nicht, weil die westlichen Medien ihnen das alles nicht zeigen. •
1https://www.youtube.com/watch?v=fLMUeEhWaEs&list=PLC8BiBSArcJGQki_cNNBtI4C7N6q86ehS&index=1 vom 28.5.2026
2 Im Original des Interviews war die hier an dritter Stelle plazierte Frage von Patrik Baab vor den beiden anderen Fragen plaziert.
3 Unter dem «Ramstein-Format» (offiziell Ukraine Defense Contact Group, kurz UDCG) versteht man eine internationale, von den USA geleitete Allianz aus über 50 Staaten. Vertreter dieser Staaten koordinieren seit 2022 die kollektive militärische und finanzielle Unterstützung für die Ukraine und treffen sich dazu auf dem US-Stützpunkt im deutschen Ort Ramstein. Die «Ramstein-Formel» bestimmt den Anteil der verschiedenen Staaten an dieser Unterstützung.
km. So titelte der in der EU verbotene Sender rt.de am 28. Mai 2026. Da der Vorgang in anderen deutschsprachigen Medien gar nicht und in englischsprachigen Medien – zumeist auf der Grundlage einer kurzen Reuters-Meldung – nur sehr knapp erwähnt wurde, hier eine Zusammenfasung des Artikels von rt.de, die wohl am ausführlichsten berichteten.
Sergei Naryschkin, Direktor des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR, erklärte am 28. Mai in einer Rede bei der Eröffnung eines internationalen Treffens hochrangiger Vertreter Russlands, die für Sicherheitsfragen zuständig sind, die Nato bereite sich aktiv und real auf einen bewaffneten Konflikt an ihren östlichen Grenzen vor. Er sagte: «Das Bündnis baut sein militärisches Potential konsequent aus, […] betreibt dort intensive Aufklärungs- und Ausbildungsaktivitäten, modernisiert die vorhandene Infrastruktur und schafft neue.»
In Expertenkreisen, so Naryschkin weiter, werde ernsthaft darüber diskutiert, wo genau ein neuer globaler Konflikt beginnen wird und ob die Menschheit eine Überlebenschance hat. Die «Trommeln des Krieges» würden derzeit auf dem europäischen Kontinent besonders laut gerührt. Grossbritannien stachele aktiv zu einer Konfrontation mit Russland an.
Die EU, so Naryschkin, wolle die Beilegung des Konflikts zwischen Moskau und Kiew so lange wie möglich hinauszögern und alle Versuche einer diplomatischen Lösung torpedieren. Die Europäische Union, so gibt rt.de Naryschkin wieder, «sehe durchaus Kiews Terrorismus, Korruption, Machtmissbrauch, Gewalt gegen Zivilisten und Kriegsverbrechen, lasse dem Regime aber alles durchgehen».
Die Ukrainer selbst kämen mit ihrer Rolle als «Rammbock gegen Russland» immer schlechter zurecht. Waffen aus der Ukraine zirkulierten auf dem europäischen Kontinent und gelangten auch in die Hände internationaler terroristischer Gruppierungen.
Die Europäer, so Naryschkin, wollten ihre finanziellen Verluste durch die künftige Ausbeutung Russlands kompensieren. Naryschkin sieht hierin eine kolonialistische Denkweise der westlichen Länder, eine Mentalität, von der diese Länder nicht loskämen.
Die Zukunft gehöre allerdings den Ländern, die nach Wohlstand und Frieden streben. «Zukunftsfähig» seien die Staaten, die sich nicht vom «Gefühl der eigenen Einzigartigkeit» leiten lassen, sondern von der Anerkennung des Wertes sowohl der eigenen als auch der fremden kulturellen Grundlagen. Nachhaltiger Fortschritt werde durch das Streben nach allgemeinem Wohlstand und Harmonie erreicht und nicht durch die Gier nach Bereicherung und Dominanz.
Quelle: https://de.rt.com/russland/281498-naryschkin-nato-bereitet-krieg-vor/ vom 28.5.2026
km. Regelmässig gibt es Umfragen, wie die Deutschen über die Gefahr eines offenen Krieges von Deutschland gegen Russ-land denken. So titelte die Zeitung «Die Welt» am 24. Mai 2026: «Immer weniger Deutsche haben Angst vor Angriff Russ-lands». In einer Repräsentativbefragung des Instituts INSA am 21. und 22. Mai 2026 – 1005 Personen wurden befragt – hätten nur noch 38 Prozent gesagt, sie seien besorgt, dass Russland Deutschland bald militärisch angreifen könnte. Im September 2025 waren es noch 51 Prozent. Dies ist erstaunlich; denn gerade in den vergangenen Wochen hat sich die Wahrscheinlichkeit eines russischen Vergeltungsschlages, zum Beispiel gegen Fabriken, die Waffen für ukrainische Angriffe auf das russische Kernland herstellen und liefern, deutlich erhöht – aber über die russischen Debatten darüber wird im deutschen Mainstream auch nicht angemessen berichtet. Wohl auch deshalb, weil die Verantwortlichen in Deutschland wissen, dass «Angst» vor einem unmittelbar bevorstehenden Krieg für das Ziel der «Kriegstüchtigkeit» hinderlich sein kann.
Auf der anderen Seite sind sich die Deutschen bewusst, dass Deutschland massiv beim Krieg in der Ukraine mitmacht, zum Beispiel mit Geld, Waffen und der Ausbildung von Soldaten. Dass Deutschland mittlerweile der grösste militärische Unterstützer der Ukraine ist, ist durch die Mainstream-Berichterstattung bekannt. Andere Umfragen als diejenige, auf die sich die «Welt» beruft, zeigen, dass sich eine deutliche Mehrheit der Deutschen (teilweise bis zu zwei Drittel) vor einer direkten, aktiven Verwicklung der Bundeswehr in einen Krieg mit Russland fürchtet.
Wie die jahrelange antirussische Propaganda in Deutschland wirkt, zeigte ein weiteres Umfrageergebnis. Zwischen dem 6. und 19. Januar 2026 wurden vom Institut für Demoskopie in Allensbach im Auftrag des Centrums für Strategie und Höhere Führung 1077 Personen in Deutschland befragt, von wem in den nächsten Jahren die «grösste Gefahr, die grösste Bedrohung für den Frieden in der Welt» ausgehe. 81 Prozent nannten Russland.
km. So titelte die «Berliner Zeitung» am 28. Mai 2026 und berichtete, dass der vor mehr als 60 Jahren verstorbene Andrij Melnyk am 25. Mai «im Rahmen einer Staatszeremonie auf dem Nationalen Militärfriedhof bei Kiew bestattet» worden sei. Präsident Selenski und Ex-Präsident Juschtschenko nahmen persönlich am Festakt teil. Selenski würdigte Melnyk als «Helden» und Vorbild für die Ukraine: «Heute sehen wir alle, dass die ukrainische Idee das überwinden kann, was einst völlig unüberwindbar schien», sagte er laut Euronews mit Blick auf den langjährigen gewaltsamen Kampf von Ukrainern gegen die Sowjetunion.
Melnyk war der Führer der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN). Die OUN kollaborierte im Zweiten Weltkrieg mit NS-Deutschland: «Sie verübten Pogrome, bewachten Ghettos, und Teile der OUN waren am Massaker von Babyn Jar beteiligt – einem der grössten Massenmorde des Holocausts, bei dem 1941 über 33 000 Juden erschossen wurden.»
Scharfe Kritik an der «Ehrung», so die «Berliner Zeitung» komme aus Israel. «Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem erklärte, die Ehrung untergrabe die moralische Integrität des Holocaust-Gedenkens.» Die ukrainisch-jüdische Holocaust-Forscherin Marta Havryshko wird mit den Worten zitiert, diese «Ehrung» sei eine «Demütigung für alle, die einst glaubten, dass ‹Nie wieder› in der heutigen Ukraine noch eine Bedeutung habe».
«Zusätzliche Empörung», so die Zeitung, «löste die Teilnahme des rechtsradikalen Asow-Bataillons an der Zeremonie aus. Die Einheit verherrlicht offen Teile der OUN sowie die Waffen-SS-Division ‹Galizien›».
Die «Ehrung» und Umbettung Melnyks auf den Nationalen Militärfriedhof sei, so die Zeitung weiter, «Teil eines grösseren politischen Projekts. Die ukrainische Regierung plant ein nationales ‹Pantheon herausragender Ukrainer› – eine zentrale Gedenkstätte für historische Persönlichkeiten, die aus Sicht Kiews für die ukrainische Staatlichkeit und Unabhängigkeit gekämpft haben.» Geplant seien bis zu 1000 Umbettungen aus 21 Ländern. «Als nächste könnten die Überreste des OUN-Gründers Jewhen Konowalez aus Rotterdam sowie des Nationalistenführers Stepan Bandera aus München in die Ukraine überführt werden.»
Marta Havryshko, so die Zeitung, habe gewarnt, «in der Ukraine bestimme militanter ethnischer Nationalismus zunehmend die Erinnerungspolitik und nationale Identität – ein Land, das gleichzeitig behaupte, für Freiheit und Demokratie zu kämpfen».
Öffentliche Kritik der deutschen Politik an diesen Vorgängen in der Ukraine ist nicht bekannt.
Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/article/zwischen-nationalmythos-und-ns-vergangenheit-selenskyj-wuerdigt-ns-kollaborateur-10040190 vom 28.5.2026
Unsere Website verwendet Cookies, damit wir die Page fortlaufend verbessern und Ihnen ein optimiertes Besucher-Erlebnis ermöglichen können. Wenn Sie auf dieser Webseite weiterlesen, erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.
Weitere Informationen zu Cookies finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Wenn Sie das Setzen von Cookies z.B. durch Google Analytics unterbinden möchten, können Sie dies mithilfe dieses Browser Add-Ons einrichten.