von Nicole Duprat, Lehrerin (Frankreich)
Während die Nationale Akademie für Medizin vor den Risiken warnt, die mit Spielzeug verbunden sind, das dank KI Gespräche führen kann, taucht nun in den Regalen mit den Neuheiten für Kinder «Ary» auf, das ultravernetzte Plüschtier (s. Bild).
Halb Panda, halb Vogel – das neue Plüschtier präsentiert sich als Freund der Kinder, mit dem sie lernen, spielen und kuscheln können, der ihre Fragen beantwortet und sich mit ihnen unterhält. Das zu 100 % in Frankreich hergestellte Spielzeug wurde von der Firma Lookiz entwickelt und verfügt über ein Modul in seinem Bauch, das ihm den Zugang zum Internet und damit zu allen bekannten kreativen Ideen ermöglicht – zum Preis von 99,99 Euro. Mit der Fähigkeit, 3000 Gesprächsthemen anzusprechen, ist das Plüschtier «Ary» bereits fast ausverkauft. Da es sich in die Welt der Unterhaltung und in die Spielbereiche der Kinder einbringt, können diese alles Mögliche lernen, zum Beispiel 35 Fremdsprachen oder die Positionen der Planeten, aber auch ihre Fantasie mit interaktiven Geschichten anregen.
Diese Spielzeuge erleben derzeit einen regelrechten Boom und bestechen durch ihre Fähigkeit, (schriftlich oder mündlich) zu kommunizieren und eine persönliche Beziehung zu den Kindern aufzubauen. Da sie schon früh von Kindern und Jugendlichen genutzt werden, die von Natur aus phantasievoll sind, neigen diese dazu, diesen Gegenständen menschliche Eigenschaften zuzuschreiben.
Besorgniserregendes Suchtpotential
Die extreme Personalisierung der Beziehung zum Kind weckt das Gefühl einer oberflächlichen Freundschaft. Wir wissen jedoch, dass das Kind für seine Entwicklung zwischenmenschliche Interaktionen benötigt. In ihrem Bericht warnt die Akademie für Medizin die Eltern und weist darauf hin, dass diese mit KI ausgestatteten Spielzeuge die Gefahr einer kognitiven und emotionalen Abhängigkeit von Kindern und Jugendlichen von der Leistungsfähigkeit der Algorithmen sowie die Gefahr einer Verdrängung familiärer Erziehungsmassstäbe bergen.
Gefährliche Informationen, die an Kinder weitergegeben werden
Während einige Kinderärzte, Psychologen und Logopäden kritisierten, dass bestimmte Spielzeuge den Kindern ohne zu zögern erklärten, wo sie Messer finden und wie man Streichhölzer anzündet, wiesen andere auf heikle Themen der Sexualität hin, die für das Alter der Kinder ungeeignet sind und deren Empfindsamkeit und Unschuld schockieren. Eine weitere angeprangerte Gefahr ist die Nutzung des sprechenden Plüschtiers als vertrauter Gesprächspartner, da dieser Glaube zur Verstärkung von angstauslösenden oder morbiden Gedanken oder zu risikoreichem Verhalten führen kann.
Man muss jedoch eingestehen, dass Eltern bereits einen Teil ihrer Verantwortung an Bildschirme delegiert haben: In der U-Bahn, im Flugzeug oder im Restaurant – wenn man möchte, dass ein Kind ruhig bleibt, zückt man gerne ein Smartphone oder ein Tablet. Was soll man dann erst zum Spielzeug mit KI sagen, das die Gefahr birgt, dass manche ihre elterlichen Pflichten noch mehr aufgeben! •
Literatur
Mitteilung der Nationalen Akademie für Medizin (Frankreich) vom 28.11.2025
La Presse vom 18.7.2026: «Spielzeug mit KI wird von Kinderschutzverbänden nicht empfohlen»
Humanum: Die Auswirkungen emotionaler KI und digitaler Spielzeuge auf die kindliche Entwicklung (25.5.2021)
Desmurget, Michel. Die Fabrik des digitalen Dummkopfs: Die Gefahren von Bildschirmen für unsere Kinder. Verlag Seuil
(Übersetzung Zeit-Fragen)
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