Militärbündnis Nato für einen Westfälischen Friedenspreis ?

Leserbrief

Das stand nicht in den Qualitäts-Medien, dass die Nato vor der Bombardierung Jugoslawiens auf Geheiss der USA die Strategie von einem Verteidigungsbündnis zu einem Angriffspakt geändert hat. Dass ein Herr Merz, der kürzlich mit einer Überweisung von rund 30 Mia. Euro in die Ukraine Öl ins Feuer des Krieges goss – eine Friedensgeste? – auch noch die Laudatio auf die Nato, also Generalsekretär Rutte, hält, empfinde ich als den Höhepunkt der Geschichtslosigkeit und -vergessenheit. Was auch ein deutsches Staatsoberhaupt Steinmeier und die anderen Jurymitglieder betrifft (die Liste in Zeit-Fragen Nr. 15/16 vom 21.7.2026): Polit-Herren, die wohl keine Gedanken darauf verwenden, wie Frieden in Europa durch Diplomatie erreicht werden kann, haben die Frechheit, im Rathaussaal zu Münster zu tagen! Dort, wo der Westfäliche Frieden 1648 nach dem 30jährigen elenden Krieg mit langen diplomatischen Verhandlungen endlich für rund 150 Jahre gefunden wurde.
    Ist denn die viel beschriebene Bildungszerstörung in Deutschland auch bei «denen da oben» angekommen?

Ingo Kersten, Freiburg i. Br.

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