Friedensfreunde trycheln durch Moskau und übergeben Brief an Schweizer Botschafter
ef. Ende Januar machte sich eine Gruppe Schweizer mit Beteiligung deutscher Bürger auf die Reise nach Moskau, um – ganz im Sinne der Volksdiplomatie – ein völkerverbindendes Zeichen zu setzen: gegen Sanktionen und für Freundschaft und Dialog mit Russland. Die Reise organisierte der Schweizer Verein Eurasien.
Mit dabei war auch eine Gruppe von «Freundschaftstrychlern»,1 die mit ihrem herrlichen Glockengeläut das Anliegen der Gruppe unterstrichen, wie RT Deutsch in einem Exklusiv-Beitrag am 27. Januar berichtete.2 So zogen mehrere Dutzend Schweizer Bürger in einer friedlichen Demonstration durch die Strassen von Moskau mit dem Ziel, das Gespräch mit dem neuen Schweizer Botschafter, Jürg Burri, zu suchen und ihm einen Brief zu übergeben. Darin fordern die Teilnehmer die Schweizer Regierung u.a. auf, die Sanktionen gegen Russland aufzuheben und wieder zu freundlichen und normalen Beziehungen zu Russland zurückzukehren. In dem Brief des Vereins Eurasien heisst es: «Wir stehen hier als Vertreter einer Schweizer Bevölkerungsgruppe, die es ernst meint mit der Neutralität. Sie ist der Überzeugung, dass das russische Volk einen integralen Bestandteil der europäischen Völkergemeinschaft bildet und nicht davon ausgeschlossen werden darf. Sie erkennt die Bemühungen der Russischen Führung von Gorbatschow bis Putin um eine stabile gesamteuropäische Friedensordnung an und bedauert zutiefst, dass dieser bisher kein Erfolg beschieden war. Nun wünschen wir, dass die für Russlands Schicksal Verantwortlichen die Hoffnung auf Entspannung und auf einen solidarischen Neubeginn nicht aufgeben. Sie, Herr Botschafter, bitten wir, dazu nach Möglichkeit beizutragen.» Für die Wiederaufnahme der freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Schweiz und Russland, die seit 1815 bestehen, sprach sich auch der Schweizer Unternehmer und in Moskau lebende Peter Hänseler aus, «da die Schweiz die Neutralität eigentlich Zar Alexander zu verdanken hat». Eine Schweizer Teilnehmerin äusserte sich zur Reise: «Es ist schwierig, als Einzelner etwas zu bewirken, aber wenn viele Einzelne teilnehmen, kann man doch ein bisschen etwas in Bewegung setzen, und Frieden ist immer etwas Gutes […]. Der Botschafter wird vielleicht heute Nacht im Bett noch einmal darüber nachdenken, was wir alles gesagt haben, und ich hoffe, dass unser Anliegen bei ihm auf fruchtbaren Boden gefallen ist.» Vital Burger, Präsident des Vereins Eurasien, sagte: «Unser Ziel wäre es, so eine Initiative zustande zu bringen, dass wir generell nicht mehr an Sanktionen teilhaben und uns wieder vermehrt auf unsere Rolle zurückbesinnen, die einer bewaffneten Neutralität.» – Wasser auf die Mühlen der Schweizer Neutralitätsinitiative. •
1 Das Trycheln (Trycheln sind Kuhglocken aus gehämmertem Blech) ist ein uralter Brauch keltischen Ursprungs und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Er stammt aus der vorchristlichen Zeit, als die Bewohner der Bergtäler in den längsten Nächten des Jahres mit Trycheln die bösen Geister von ihren Dörfern fernhielten. Das Trycheln ist in verschiedenen Ausprägungen im nördlichen Alpenraum anzutreffen.
2RT Deutsch vom 27.1.2026
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