An die Völker der Welt, an die Denker, an die Gelehrten und an alle, die an Gerechtigkeit glauben:
Heute geht ein Gespenst um im Gewissen der Menschheit – die Rückkehr der räuberischen Macht – und es soll nicht länger unwidersprochen bleiben.
249 Jahre lang – über ihre gesamte Exi-stenz seit 1776 hinweg – haben die Vereinigten Staaten eine Bilanz von Greueltaten aufgebaut, die in ein dunkleres, vorzivilisiertes Zeitalter gehört; ein räuberisches Imperium, errichtet auf den Leichen von Nationen; vom Genozid an fast 5 Millionen Angehörigen indigener Völker über die brutale Versklavung von über 4 Millionen Afrikanern bis hin zur Lynchjustiz an mehr als 4000 schwarzen Bürgern unter [den] Jim Crow [Gesetzen].
Mit über 800 Militärgarnisonen, die mehr als 90 fremde Länder und Gebiete vergiften, pflegte es eine Doktrin der unbeschränkten Plünderung. Vom genozidalen Horror in
Vietnam mit über 3 Millionen Toten; über die Vernichtung Kambodschas, wo 2 Millionen Menschen unter dem von den USA unterstützten Terror umkamen; zum systematischen Massaker an Koreanern, bei dem mehr als 4 Millionen Koreaner ihr Leben verloren; bis hin zur Zerstörung des Irak, Libyens, Syriens und Afghanistans, wo eine Million Iraker und Zehntausende Libyer vom Feuer der USA verschlungen wurden.
Doch die die Welt leitende rationale Ordnung half der Menschheit einst, solche Praktiken hinter sich zu lassen. Die Menschheit hatte diese Barbarei der Geschichte überlassen. Heute jedoch erleben wir ihre Rückkehr. Die fortdauernde, systematische Auslöschung Gazas durch die anhaltende Unterstützung des völkermörderischen israelischen Regimes, bei der über 77 000 Zivili-sten in Palä-stina abgeschlachtet wurden – das Ausmass dieser Greueltat offenbart eine unausweichliche Wahrheit: Die vorzivilisierte Praxis ist zurückgekehrt, und Washington ist erneut zu ihrem willigen Vollstrecker geworden.
Dies ist das teuflische Credo des «alles für uns, nichts für andere». Mit schamloser Gier beansprucht es die Ressourcen der Welt – sei es das Öl Venezuelas, den Mineralreichtum Grönlands oder die Energiereserven Kanadas – als Objekte strategischer Ansprüche. Und nun richtet sich dieses gierige Auge auf den Iran. Denn der Iran – der über 7 % des weltweiten Mineral- und Energiereichtums besitzt – wird als letzte Grenze der Plünderung angesehen.
Doch dies ist keine Frage der Wirtschaft mehr. Es ist eine Frage der Ehre. Die Welt ist Zeuge, dass die Vereinigten Staaten aktiv an einem kriminellen Unterfangen beteiligt sind, das als «Ramadan-Krieg» gegen die iranische Nation bezeichnet wird. Dieses andauernde Gemetzel hat bereits 208 unschuldigen Kindern das Leben gekostet. Die Welt möge sich dieses Datum merken – 168 von ihnen waren kleine Mädchen, Grundschülerinnen der -Shadjareh-Tayyebeh-Schule in der iranischen Stadt Minab, ausgelöscht in ihren Klassenzimmern durch den von den USA angeordneten Terror.
Deren vergebliche und verzweifelte Machenschaften zielen auf einen sogenannten «Regimewechsel» und die Zersplitterung des Iran ab – um der Nation ihre Souveränität zu entziehen und damit die systematische Plünderung ihrer Ressourcen zu erleichtern. Auf der Jagd nach dieser ultimativen Verderbtheit ermordeten die USA brutal den geistigen und intellektuellen Führer des Iran, Ayatollah Seyyed Ali Khamenei – weltweit anerkannt als Stimme gegen Arroganz und Terrorismus – zusammen mit seiner Familie.
Sie haben einen Krieg des gezielten Terrors gegen die Grundpfeiler des iranischen Staates geführt. Bis heute hat die US-Aggression 39 iranische Staatsmänner auf kriminelle Weise ermordet, darunter das wissenschaftliche Genie Dr. Ali Larijani, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates.
Nun hat die Unverschämtheit ihren Höhepunkt erreicht. Der US-Präsident droht dem iranischen Volk in den Sozialen Medien offen mit der Zerstörung seiner Energieinfrastruktur. Dies ist der verdorbene Geist einer zerfallenden Zivilisation. Der moralische Zusammenbruch des Westens findet seine Verkörperung in der erbärmlichen Gestalt von Herrn Trump – einem Mann, dessen katastrophales Verhalten in den letzten zwei Jahren nicht nur die Welt, sondern auch sein eigenes Volk erschöpft hat. Die Zeit ist gekommen, einmütig zu erklären: Es reicht! Die Ära der Plünderung ist vorbei.
Denn die Vereinigten Staaten haben eine fatale Fehleinschätzung begangen. Was ihnen gegenübersteht, ist nicht bloss eine Nation, sondern eine Zivilisation, die ihre eigene DNA zur Waffe gemacht hat – uraltes organisatorisches Genie, verschmolzen mit der wissenschaftlichen Souveränität des 21. Jahrhunderts. Dies ist die Realität der aktiven Abschreckung durch den Iran; ein globaler Machtpol, der die Bedingungen des Engagements diktiert und einen strategischen Rückzug erzwingt, indem er die Regeln der aktiven Verteidigung neu schreibt. Nun sind seine anpassungsfähige Neuordnung, seine zivilisatorische Kontinuität und seine soziale Einheit zu einer einzigartigen, unzerbrechlichen Kraft verschmolzen.
Die allumfassende Verteidigung und aktive Abschreckung des Iran stellen eine einmalige Gelegenheit dar, die globale Hegemonie zu beenden. Der historische und zivilisatorische Grundsatz des Iran ist absolut: Macht verleiht kein Recht, und Herrschaft kann nicht als Grundlage für Gerechtigkeit dienen. Dies gilt als Fundament der Unbesiegbarkeit des Iran. Die Welt kann diesen historischen Wendepunkt nutzen und sich auf eben diese Lehre der Befreiung stützen, um Herrschaft und Unterdrückung überall dort ein Ende zu setzen, wo sie bestehen.
Der Exzeptionalismus der USA und Israels hat die Welt in eine epochale Entscheidung zwischen Macht und Recht, Souveränität und Unterwerfung, Würde und Schande hineingezogen. Dieser Moment muss als Weckruf für die Menschheit dienen, damit sie erkennt, dass es einen anderen Weg gibt. Er muss die Menschen überall dazu bewegen, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Strukturen in Frage zu stellen, die ein globales System stützen, das jeden moralischen Wert entweiht, einschliesslich des Rechts auf Leben selbst.
Der Iran ist die letzte Bastion. Wenn er fällt, stirbt mit ihm die Hoffnung auf eine bessere, aufgeklärte Zukunft für die Welt. Das können wir nicht zulassen. Die Aggression gegen den Iran ist Teil eines globalen Machtsystems, das uns alle unterdrückt. Wir können es uns nicht leisten, tatenlos zuzusehen, wie arroganter Autoritarismus Amok läuft. Unsere Zukunft hängt vom Erfolg des Iran ab.
Daher können wir kein Ergebnis dieses Krieges billigen, das eine Rückkehr zum Status quo ante beinhaltet. Diejenigen, die solches Leid verursachen, müssen einen hohen Preis für ihre Verbrechen zahlen. Sie müssen erkennen, dass militärische Macht sie nicht von der Verantwortung entbindet, die Gesetze aufrechtzuerhalten, von denen der Frieden und die Sicherheit unserer Welt abhängen. Zu diesem Zweck unterstützen wir die vom Iran festgelegten Bedingungen zur Beendigung dieses Krieges.
Aus der Perspektive der globalen Gerechtigkeit sind die Bedingungen zur Beendigung dieses Krieges absolut und nicht verhandelbar:
Wir, die Unterzeichnenden im Geiste, rufen unsere Mitmenschen, die Denker, die Gelehrten, die Institutionen des Gewissens und die Verfechter der Gerechtigkeit auf der ganzen Welt auf:
Wie schon immer wird die Geschichte den Mut derer festhalten, die sich weigern zu schweigen. Wir stehen auf der Seite der Gerechtigkeit – nicht als passive Zeugen, sondern als aktive Gestalter einer neuen Welt, die an einem Wendepunkt angelangt ist, an dem Arroganz zerbröckelt und Rechtschaffenheit siegt. Die Arroganten müssen entmachtet werden. Die Welt verlangt es. Die Gerechtigkeit wird es durchsetzen.
Unterzeichnet in Solidarität:
Richard Falk (USA), emeritierter Professor für Völkerrecht an der Princeton University und ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in den Besetzten Palästinensischen Gebieten (2008–2014), Autor oder Herausgeber von mehr als 50 Büchern über Völkerrecht und Weltpolitik
Denis Halliday (Irland), ehemaliger stellvertretender Generalsekretär der UN und humanitärer Koordinator im Irak, Träger des Gandhi International Peace Award (2003)
Norman Finkelstein (USA), international renommierter Politikwissenschaftler, Sohn von Holocaust-Überlebenden, ehemaliger Professor an den Universitäten DePaul, Princeton, Rutgers und New York
Avi Shlaim (Grossbritannien), emeritierter Professor für Internationale Beziehungen und Historiker am St Antony’s College der Universität Oxford, British Academy Medal (2017) für sein Lebenswerk, PEN Hessell-Tiltman-Preis (2024) für historische Schriften
Hans von Sponeck (Deutschland), ehemaliger stellvertretender Generalsekretär der Vereinten Nationen und humanitärer Koordinator der Vereinten Nationen für den Irak
Und viele andere. Die vollständige Liste der Unterzeichner findet man unter https://www.ihrc.org.uk/a-declaration-to-the-conscience-of-humanity/ vom 14.4.2026. Der Text der Erklärung findet sich erstmals unter https://www.theinteldrop.org/2026/03/30/a-declaration-to-the-conscience-of-humanity/ vom 30.3.2026
(Übersetzung Zeit-Fragen)
George F. Kennan* schrieb 1948: «Wir müssen sehr vorsichtig sein, wenn wir davon sprechen, in Asien ‹Führungsstärke› zu zeigen. Wir täuschen uns selbst und andere, wenn wir so tun, als hätten wir die Antworten auf die Probleme, die viele dieser asiatischen Völker beschäftigen. Zudem verfügen wir über etwa 50 % des weltweiten Reichtums, stellen aber nur 6,3 % der Weltbevölkerung. Diese Diskrepanz ist besonders ausgeprägt im Vergleich zu den Völkern Asiens. In dieser Situation können wir nicht umhin, Gegenstand von Neid und Missgunst zu sein. Unsere eigentliche Aufgabe in der kommenden Zeit besteht darin, ein Beziehungsgefüge zu entwickeln, das es uns ermöglicht, diese Ungleichheit aufrechtzuerhalten, ohne dass unsere nationale Sicherheit dadurch beeinträchtigt wird. Dazu müssen wir auf jegliche Sentimentalität und Tagträumerei verzichten; unsere Aufmerksamkeit muss sich überall auf unsere unmittelbaren nationalen Ziele konzentrieren. Wir dürfen uns nicht der Illusion hingeben, dass wir uns heute den Luxus von Altruismus und Weltverbesserung leisten können. […] Wir sollten aufhören, von vagen und – für den Fernen Osten – unrealistischen Zielen wie Menschenrechten, der Anhebung des Lebensstandards und Demokratisierung zu sprechen. Der Tag ist nicht mehr fern, an dem wir uns mit klaren Machtkonzepten auseinandersetzen müssen. Je weniger wir dann durch idealistische Parolen behindert werden, desto besser.»
*George F. Kennan (1904–2005) war ein US-amerikanischer Historiker, aussenpolitischer Berater und Diplomat. Er formulierte das Konzept der Containment-Politik nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs: den Plan der «Eindämmung» der Sowjetunion im Kalten Krieg. Das Zitat stammt aus einem Memorandum Kennans vom Februar 1948 für das US-State Department: Memo by George Kennan, Head of the US State Department Policy Planning Staff. Written February 28, 1948, Declassified June 17, 1974. George Kennan, Review of Current Trends, U.S. Foreign Policy, Policy Planning Staff, PPS No. 23. Top Secret. Included in the U.S. Department of State, Foreign Relations of the United States, 1948, volume 1, part 2 (Washington DC Government Printing Office, 1976), 509-529; https://history.state.gov/historicaldocuments/frus1948v01p2/d4
(Auszug)
(Übersetzung Zeit-Fragen)
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