Zahlungsunfähigkeit, Haushaltsdefizit, Inflation

Das riesige US-Haushaltsdefizit
«[…] Die USA könnten dieses Jahr nahezu den Möglichkeiten entsprechend wachsen, aber es gibt da vier mögliche Gefahren eines Rückganges der USA: Eine hohe Arbeitslosenrate, da die Schaffung von Arbeitsplätzen nicht sehr umfangreich sein wird. Zweitens ist der Immobilienmarkt schon ‹double-dipping› [nach kurzer Erholung wieder rückläufig], drittens besteht auf der Ebene der Bundesregierung und der lokalen Regierungen ein bedeutendes Problem durch die Risiken des Obligationenmarktes, und viertens unternehmen die USA sehr wenig hinsichtlich ihres langfristigen Budgetdefizits. Selbst das, was der Präsident gestern in seiner Rede zur Lage der Nation vorgeschlagen hat, geht nicht in Richtung einer bedeutenden Minderung des Haushaltdefizits. Damit bestehen selbst Risiken für einen Abschwung für die USA. […]»
Fehlendes Wachstum in der Eurozone
«[…] In der Peripherie [der Eurozone] gibt es kein Wachstum, und in Wirklichkeit schrumpft die Wirtschaft im gröss­ten Teil total. Wenn man kein Wirtschaftswachstum hat, hat man zwei Probleme: das eine ist die soziale und politische Gegenreaktion auf die Sparpolitik in einer Form, die schlimmer wird, weil die Menschen kein Licht am Ende des Tunnels sehen, und zweitens muss man die Schulden und das Defizit im privaten und öffentlichen Sektor als Teil des Bruttoinlandprodukts stabilisieren. Sinkt das BIP weiter, wird es selbst mit Sparpolitik keine Stabilisierung geben. Und ich denke nicht, dass eine Strategie existiert, um in der Peripherie der Eurozone das Wirtschaftswachstum wiederaufzunehmen. Die Politik der EZB ist zu straff, der Euro ist zu stark, die Spar­politik, wenn auch nötig, hat auf das Wirtschaftswachstum einen negativen Einfluss, und Wirtschaftswachstum gibt es nicht, die Wirtschaft schrumpft kontinuierlich. Die Stimmung im Markt ist leicht besser, aber die grundsätzlichen ­Probleme der Eurozone bleiben ungelöst. […]»
Explosion der Nahrungsmittelpreise
«[…] Schauen Sie, was in Tunesien, Ägypten, Marokko und Algerien geschieht. Die Zunahme der Nahrungsmittelpreise wird zu einem ernsten sozialen und ­politischen Problem. Und die steigende Inflation in überhitzten Schwellenmärkten, wo das Wachstum zu gross ist und auch die Inflation steigt, da wächst auch das Kreditvolumen übermässig, und Aktienblasen führen zu einer weiteren Herausforderung. […]»
Quelle: What Is the New Economic Reality?
 Beitrag von Nouriel Roubini, Professor of Economics and International Business, Leonard N. Stern School of Business, New York am WEF, 26. Januar 2011.
www.weforum.org/s?s=Roubini
(Übersetzung Zeit-Fragen)