Goethe ginge heute auf die Barrikaden

von John le Carré

John le Carré: Einer der berühmtesten Schriftsteller englischer Sprache unterhält eine Art Liebesbeziehung zur deutschen Sprache. Hier erzählt er, wie es dazu kam und warum auf seinem Rasierpinsel ein «Faust»-Zitat prangt und was mit der britischen Krankheit auf ganz Europa zukommt.

Bei den meisten Liebesgeschichten ist es leider so, dass das Happy-End eher am Anfang kommt und nicht am Ende, wohin es viel besser passen würde. In meiner Beziehung zu Deutschland aber kommt das Happy-End genau zum richtigen Zeitpunkt. Heute. Hier. In Weimar. Die Beziehung stand nicht gerade unter einem guten Stern, was ein Grund dafür sein kann, dass sie noch immer andauert.
Ich war sieben Jahre alt, als mein Bruder und ich vom Tennisplatz im Garten meines Grossvaters ins Haus gerufen wurden, um Neville Chamberlain zuzuhören. Chamberlain berichtete uns in einem Ton, wie er eher zu einer Gutenachtgeschichte passt, dass Grossbritannien mit Deutschland im Krieg liege. Ich erinnere mich an das Schweigen in meiner Familie. Ich erinnere mich an Hände, die verblüfft vor den Mund gelegt wurden. Nach einer kleinen Pause fragte eine Tante meinen Grossvater, der immer alles wusste, wo denn das Schlachtfeld sein würde. Ohne zu zögern, zeigte er auf den Tennisplatz, auf dem mein Bruder und ich gerade eben noch gespielt hatten: «Ja, vielleicht da draussen», sagte er. Von diesem Augenblick an hielten mein Bruder und ich uns von dem Tennisplatz fern. Eine weise Entscheidung, denn nicht viel später war ebenjener Tennisplatz, dank Hitlers Luftwaffe, ein einziger Trümmerhaufen.
Einem weiteren Angriff auf britische Sport­einrichtungen fiel das Cricket-Feld meiner Schule zum Opfer. Über solche teuflische Präzision konnten wir Jungs nur staunen. Welcher Spion unter uns hatte den Piloten zu diesem heiligen Ziel geführt? Der Schatten des Verdachts fiel auf einen Jungen nach dem anderen. Wie alle Kriegskinder fingen wir die Angst um uns herum ein und machten sie uns zu eigen. Die grösste Bedrohung, warnte man uns, ging von deutschen Fallschirmspringern aus, die sich als Nonnen verkleideten. Auch lange nach dem Krieg noch konnte ich keine Nonne ansehen, ohne zu fürchten, dass sich in ihr ein Fallschirmspringer verbarg.

Die zweite Seele in der deutschen Brust

Gelobt sei daher ein englischer Lehrer an meiner nächsten Schule, mit dem treffenden Namen «King», der die Deutschen mit allen Mitteln bekämpft hatte. Trotzdem berichtete dieser Mann von einem ganz anderen Deutschland, das sich zu entdecken lohne. Ein Deutschland, das wir respektieren und bewundern konnten. Ein Deutschland, das weder zerstört hatte noch zerstört worden sei. Besser noch: Mr. King kannte eine andere deutsche Sprache. Nicht dieses rückständige Gebell der Demagogen oder der Bürokratie, mit dem wir durch Nachrichten und Propagandafilme gross geworden waren. Sondern eine Sprache, die in den richtigen Händen genauso sanft, ausdrucksstark, wandlungsfähig, geistreich und schön ist wie die englische. Und diese andere Sprache, erklärte er, stehe für die zweite Seele in der deutschen Brust.
Und weil meine englische Kindheit nicht gerade erbaulich gewesen war, beschloss ich, wenn auch ein bisschen spät, mir eine deutsche zu besorgen. Innerhalb weniger Jahre gelang es mir, Mörike, Goethe, E.T.A. Hoffmann, Droste-Hülshoff, Morgenstern, Storm, Fontane und sogar Heine als meine geheimen Gefährten anzuwerben.
Die Kindheit ist, wie wir alle wissen, der Getreidespeicher, mit dem ein Schriftsteller, wenn er erwachsen ist, sein Brot bäckt. Von dem Tag an, an dem ein Schriftsteller aufhört, dem Kind in sich zuzuhören, gehört er dem Feind. In den letzten 65 Jahren ist das deutsche Kind in mir stets ungestüm und lautstark geblieben, auch wenn ich es ab und zu gerne mit einem Kissen erstickt hätte.
Als ich mich mit sechzehn Jahren entschieden gegen meine englische Erziehung oder Nichterziehung auflehnte, war es nur natürlich, dass ich das auf deutsch tat und damals – vier Jahre nach Kriegsende – Zuflucht an der Universität Bern suchte. Dort wählte ich den freundlichen Professor Fritz Strich zum Nachfolger des väterlichen Mr. King. In Strichs Vorlesungen war es um einiges würdevoller, auf deutsch strohdumm zu sein als auf englisch.

Thomas Manns Hand

Ich habe es wahrscheinlich allein Professor Strich zu verdanken, dass ich seit 65 Jahren umsonst versuche, den zweiten Teil des «Faust» zu verstehen. Trotzdem ist meine innere deutsche Familie unter der sanften Anleitung von Strich gewachsen. Und wenn ich bei Shakespeare Schwächen zeigte, so hatte ich Lessing, Schiller, Hebbel und Grillparzer, um das wettzumachen, von Gryphius und ­Lohenstein nicht zu reden. Statt Keats und Shelley hatte ich Hölderlin und Novalis; und für meine Wut hatte ich Büchners «Lenz». Und für meine dunkelsten Stunden: Kleist. Und, Gott sei Dank, bevor ich das Licht ausmachte: Tucholsky.
Und es geschah auch in Bern, dass meine Umarmung der deutschen Muse eine körperliche Form annahm. Ich schüttelte die Hand von Thomas Mann. Es war im Jahr 1949, Goethes Geburtstag jährte sich zum zweihundertsten Mal. Thomas Mann war auf dem Weg nach Frankfurt, um dort, im Rahmen einer symbolträchtigen Rückkehr ins Vaterland, den Goethe-Preis zu empfangen. Und von Frankfurt ging es über München weiter hierher nach Weimar, wo Mann zum Ehrenbürger ernannt wurde. Zu diesem Anlass hielt er seine vielzitierte Rede, in der er den Kommunismus über den Nazismus stellte. Seine Reise war bereits überschattet von wilden ­politischen und religiösen Streitigkeiten. War Thomas am Ende gar ein Linker wie Heinrich, fragten sich die braven Antikommunisten.
Diese antikommunistische Stimmung war in Amerika auf ihrem Höhepunkt. Und Thomas Mann war amerikanischer Staatsbürger. Hier in Deutschland waren die Russen soeben dazu gezwungen worden, die Berlin-Blockade zu beenden. Der kalte Krieg wurde täglich heisser. Vor diesem Hintergrund nach Weimar zu reisen verlangte moralische Stärke. Vielleicht betrachtete Thomas Mann seine Rede in Bern als Übung.

Bern im Sommer 1949

Bern, Sommer 1949: Das grosse Auditorium des Casinos ist bis unter die Decke gefüllt. Tosender Applaus begrüsst Thomas Manns Erscheinen. Mitten in seiner Rede jedoch buht eine Gruppe rüpelhafter Schweizer Studenten – reichlich angeheitert wahrscheinlich: «Pfui! Thomas, du bist anglisiert.»
Mit einem deutschen Kommilitonen warte ich ungeduldig auf das Ende der Rede, um zu Thomas Manns Garderobe zu laufen – fest entschlossen, unsere missratenen Kollegen zu entschuldigen. Wir klopfen an die Tür. Mann selbst öffnet und starrt uns an. Er ist sehr gross, trägt ein weisses Hemd und schwarze Hosenträger. «Was wollen Sie?» herrscht er uns mit all der Strenge eines Lübecker Patriarchen an. «Ich wollte Ihre Hand schütteln», stottere ich. «Hier ist sie», antwortet er.
Thomas Mann und ich schütteln uns die Hände. Er schliesst leise die Tür vor unseren Nasen und verschwindet.
Wenn ich anfange, meiner eigenen bescheidenen Reise hierher nach Weimar nachzuspüren, wenn ich versuche, in Worte zu fassen, was ich der deutschen Kultur verdanke – dann wird mir klar, wie umfangreich ihr Einfluss auf mein Leben und meine Arbeit war.
Ich stehe niemandem nach in meiner Liebe zu meiner Muttersprache, zu ihren angelsächsischen Einsilbern, zu ihrer Freiheit von dem, was Goethe als «die Rattenschwänze deutscher Präpositionen» bezeichnete. Dennoch bleibt mein innerer Zensor ein griesgrämiger, deutscher Pedant mittleren Alters mit gestärktem Kragen und Schreibfeder hinter dem Ohr. Ich kann keine Zeile schreiben, ohne mich zu fragen, wenn auch unterschwellig, ob ich die heilige Pflicht eines Dichters erfülle: die Pflicht zu unterhalten und zu informieren, aber auch zu erheben.
Die Lebhaftigkeit und Mannigfaltigkeit der deutschen Literatur in ihrer Blütezeit hört nicht auf, für mich gleichzeitig Ansporn und Bremse zu sein. Aus dem Glutofen ihrer Exzesse schallt wieder und wieder ein Schrei nach Mässigung oder «maze», wie die Mediävisten sagten, und aus dem Wirrwarr des Sturm und Drangs entspringt Winckelmanns dringender Aufruf nach «edler Einfalt und stiller Grösse».

Als junger Diplomat in Bonn

Meine Frau schenkte mir einst einen Rasierpinsel mit folgender Gravur: «Tätig frei zu schöpfen». Das Zitat stammt, so denke ich, aus dem «Faust», auch wenn ich es niemals nachgeschlagen habe. Sie hätte sich auch für «Streben ist alles» oder sogar «Mit der Dummheit kämpfen die Götter selbst vergebens» entscheiden können, wobei das wohl nicht unbedingt geholfen hätte, mich an meinen Schreibtisch zu schicken.
In den frühen sechziger Jahren ein junger Diplomat in Bonn zu sein bedeutete, jeden Tag Deutschlands Hoffnungen, Ängste und Schmerzen zu teilen. Die Politik der Alliierten hatte sich seit 1948 kaum geändert: Keep the Russians out, the Americans in and the Germans down. Bis 1960 aber war diese Strategie vollkommen in sich zusammengebrochen und das Getöse von unbeantworteten Fragen ohrenbetäubend.
Die Präsenz von Altnazis in Industrie, ­Politik und Finanzwesen war schwer zu ertragen, und dein Blut musste nicht jung sein, um zu kochen. Die härtesten Kritiker kamen aus der eigenen Generation, und niemand war wütender als mein Freund Johannes ­Ullrich, Gelehrter, Spassvogel und Liebhaber Bachs, Potsdams und roten Burgunders. Bis 1945 war Johannes Kurator des Politischen Archivs in der Wilhelmstrasse. Dreimal hatte er sich, als junger Archivar des Aussenministeriums, geweigert, der NSDAP, die er offen verachtete, beizutreten. Aus diesem Grunde war er 1945 noch immer ein bescheidener Archivar.
Als man ihm sagte, dass die Russen vor Berlin stünden, lud er sein geliebtes kaiserliches Archiv in eine Schubkarre, duckte sich vor Bomben und Pistolenfeuer, vergrub es und markierte die Stelle in seinem Gedächtnis. Kurz darauf nahmen ihn die Russen gefangen und bescherten ihm elf fürchterliche Jahre, von denen er die Hälfte in Einzelhaft verbrachte. Als er endlich entlassen wurde, kehrte er nach Bonn zurück. Unter seiner Anleitung wurde das kaiserliche Archiv aus seinem Versteck gehoben. Johannes wurde sofort wieder im Auswärtigen Amt eingestellt.
Aber er schloss keinen Frieden mehr mit dem Auswärtigen Amt. Während er nämlich die Telefonliste durchging, stiess er auf zu viele ihm noch bekannte Namen aus der Vergangenheit, und viele von ihnen wurden sogar befördert. Also griff er zum internen Telefon, rief einen nach dem anderen an und bellte in seinem besten Preussisch: «Heil Hitler! Hier Ullrich! Möchte mich zurückmelden!» Erzählen Sie mir bloss nicht, dass die Deutschen keinen Sinn für Humor haben.
Nun, das ist alles vorbei. Ich war sieben, als der Krieg ausbrach. Ich habe ihn nicht angefangen, und Sie haben nicht den Garten meines Grossvaters bombardiert.

Erinnerung an «Broken Britain»

Wir kommen hier an Goethes Geburtstag zusammen als Mitbürger der republic of letters, der literarischen Republik. Die Dichter und Komponisten, die diesen Ort mit ihrem Genie erleuchtet haben, waren nicht duldsam. Sie waren keine Mitläufer. They were people of fire. Und dafür lieben wir sie. Wir lieben ihre Angriffe auf Heuchelei und Scheinheiligkeit. Und auf den Missbrauch von Macht. Sie waren gerecht und wütend und hatten Gott sei Dank auch menschliche Schwächen. Was ist nur aus ihrer Wut geworden? Haben wir sie geerbt? Oder haben wir ihnen, indem wir sie verehren, den Stachel gezogen? Wandelt der Geist von Friedrich Schiller heute in Frieden durch diesen Ort? Würde Goethe sich selbst dazu beglückwünschen, dass er – im zweiten Teil des «Faust», den ich immer noch nicht verstehe – den Zusammenbruch des Währungssystems präzise vorhergesagt hat? Diese armen Rentner Philemon und Baucis, Opfer des Untergangs von Lehman Brothers.
Würde Goethe, der Autor der «Wahlverwandtschaften», protestieren gegen den Irrsinn von grenzenloser Ausbreitung in einer Welt mit begrenzten Ressourcen? Würden Eduard und Ottilie den Marsch der Grünen anführen? Wie würde Schiller den Verlust an demokratischen Rechten betrachten, den wir unseren nicht gewählten Meistern in Brüssel und den multinationalen Konzernen, die nirgends zu Hause sind, verdanken? Oder würde Schiller, welch grauenvoller Gedanke, nach einem Blick ins Fernsehen feststellen, dass unsere materialistischen Leidenschaften so unersättlich sind, dass es nur einen einzigen Ausweg für ihn gibt: sich einen Job in der IT-Branche zu suchen – so wie der Rest der Welt.
Ich hatte mir ein Happy-End für diese Rede gewünscht. Aber die jüngsten Ereignisse in meinem Land haben das unmöglich gemacht. Während ich hier spreche, ringt «Broken Britain», wie wir uns derzeit selbst nennen, mit einem Dutzend Krankheiten: die Wut der Enteigneten, der Rassenhass, die Einwanderung, die obszöne und immer grösser werdende Kluft zwischen Arm und Reich, der öffentliche Ekel angesichts des Einflusses von Pressebaronen, die sichtbare Korruption von etlichen Politikern und der Polizei und ein Finanzsektor, der mit unseren Subventionen davonschleicht und den leidenden Patienten im Krankenhaus eiskalt den Rücken zudreht. Zusammengefasst: a moral vacuum, eine moralische Leere.

Eine Antwort bei Tucholsky

Das sind eine Menge bittere Pillen auf einmal zu schlucken. Aber vielleicht erkennen Sie einige der Symptome? Unsere Armen werden sicher einen Preis bezahlen für ihre Plünderungen und ihre Zerstörung der Dinge, die sie sich nicht leisten konnten. Und für ihre soziale Entfremdung. Und das ist nur richtig.
Aber was machen wir mit unseren Reichen und Mächtigen, die sich auch schuldig gemacht haben und die nicht minder sozial entfremdet sind? Nur wenige Tage bevor die Krawalle ausbrachen, waren es unsere Politiker, unsere Polizei und unsere Presse, die wir an den Pranger stellen wollten. In der Politik kann eine Woche sehr lang sein.
In unserer Verwirrung sollten wir uns vielleicht an Tucholsky wenden. Nicht zuletzt deshalb, weil er seine Antwort auf Englisch gegeben hat: «Der Zustand der gesamten menschlichen Moral lässt sich in zwei Sätzen zusammenfassen: We ought to. But we don’t.»
Europa befindet sich – und das nicht zum ersten Male – in einem furchtbaren Durcheinander. Genauso wie drei Viertel der Welt. Grossbritannien, Deutschland, Frankreich, Polen – jedes Land, das auf dieser Bühne vertreten ist, – steckt in riesengrossen sozialen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Historisch ist Europa daran gewöhnt, überall die Finger im Spiel zu haben. Heute müssen wir uns damit abfinden, bei Ereignissen auf der ganzen Welt den Beobachter zu mimen. Ohne jede Hoffnung, sie unter Kontrolle bringen zu können. Once, Europe happened to the world. Now, the world is happening to us.
Es ist ein neues, nicht besonders angenehmes Gefühl. Nie zuvor haben die Mitglieder der europäischen Familie einander nötiger gehabt. Und niemals zuvor haben sie das neue Deutschland mehr gebraucht. Heute, versammelt in Ihrer wundervollen kulturellen Hauptstadt, können wir das alle feiern.    •

Quelle: www.goethe.de
Festrede zur Verleihung der Goethe-Medaille von David Cornwell alias John le Carré, gehalten am 28. August 2011

John le Carré und Deutschland

John le Carré, 1931 als David John Moore Cornwell in Poole geboren, studierte zunächst neue Sprachen und Germanistik an der Universität Bern. Das Studium schloss er in Oxford ab. In den fünfziger Jahren war er zunächst als Lehrer in Eton beschäftigt. Nach dem Wehrdienst, den er beim Nachrichtendienst der Armee in Wien ableistete, trat er 1959 in den Auswärtigen Dienst ein und wurde an die britische Botschaft in Bonn entsandt.
1960 veröffentlichte er seinen ersten Roman, «Call for the Dead» (Schatten von gestern). Sein dritter Roman, «Der Spion, der aus der Kälte kam», wurde 1963 zum Welterfolg und versetzte ihn in die Lage, den diplomatischen Dienst zu quittieren und die Welt der Geheimdienste fortan nurmehr in der Phantasie zu betreten. Zu seinen wichtigsten Werken, die fast sämtlich auch verfilmt wurden, zählen «Eine kleine Stadt in Deutschland» (1968), «Eine Art Held» (1977), «Dame, König, Ass, Spion» (1979), «Das Russlandhaus» (1989), «Der ewige Gärtner» (2001) und «Marionetten» (2008). Zuletzt erschien der Roman «Verräter wie wir».
John le Carré hielt die hier abgedruckte Rede am 28.8.2011 in ­Weimar zum Dank für die Verleihung der ­Goethe-Medaille. Mit diesem durch das Goethe-Institut verliehenen Orden werden einmal im Jahr ausländische Persönlichkeiten bedacht, die sich in herausragender Weise um die Vermittlung der deutschen Sprache und den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben.

Aber was machen wir mit unseren Reichen und ­Mächtigen, die sich auch schuldig gemacht haben und die nicht minder sozial entfremdet sind? Nur wenige Tage bevor die Krawalle ausbrachen, waren es unsere ­Politiker, unsere Polizei und unsere Presse, die wir an den Pranger stellen wollten.

 

John le Carré