Die Volksinitiative «Für den Schutz vor Waffengewalt» schwächt unsere Armee

Die benutzten ­Statistiken der Befürworter und der Gegner der Initiative sind teilweise verwirrend, weil sie aus dem Zusammenhang genommen werden oder oberflächlich, ja sogar falsch interpretiert werden.
Die Waffe als Objekt ist nichts Verwerfliches, sie kann aber gefährlich werden, wenn sie verantwortungslos zum Einsatz kommt.
Die Armee, die Sportschützen, die Jäger und Sammler haben in den letzten Jahren viel Aufwand getrieben, dass ihre Mitglieder die Waffen verantwortungsvoll einsetzen und sie der Verwendung durch andere Menschen entziehen. Besonders das VBS verhindert neu durch Anpassung von Gesetzen und Verordnungen auf sinnvolle und verhältnismässige Weise den unbefugten Gebrauch der Armeewaffe.
Die vorliegende Volkinitiative zweifelt, dass unseren Soldaten durch die Heimabgabe der Dienstwaffe Vertrauen und Verantwortung übertragen werden kann. Trotzdem wird aber erwartet, dass der gleiche Soldat die Waffe verantwortungsvoll im Ernstfall einsetzt; dies ist ein Widerspruch.
Die Initiative schwächt damit den Wehrwillen unserer Bevölkerung, weil sie die Armee von der notwendigen breiten Unterstützung unseres Volkes abkoppelt.
Die Pädagogik lehrt uns, dass nicht nur durch Verbote, sondern auch durch Vertrauen die Menschen erzogen werden.
Wir können den Massnahmen vertrauen, die zum erhöhten Schutz vor der Armeewaffe unternommen wurden.
Ich bin gegen diese Waffeninitiative, weil unser Soldat verantwortungsvoll mit der Waffe umgehen kann. Schenken wir unserem Bürger und Soldaten dieses Vertrauen, damit stärken wir die schweizerische Wehrpflicht und unser Milizsystem.

Pius Segmüller, Nationalrat CVP, LU