Leserbriefe

Entwaffnungsinitiative ist eine Gefahr für die Freiheit

In unserer freiheitlichen, demokratischen, föderalistischen Ordnung sind wir Bürger der Souverän. Als höchste Macht bestimmen wir über Verfassung und Gesetze. Über dem Stimmvolk steht niemand mehr. Und weil die versammelte Bürgerschaft die höchste Macht ist, liegt bei ihr letztlich auch die bewaffnete Rückversicherung unserer Ordnung.
Die Bürger gründeten, bildeten und verteidigten diesen Staat. Darum sind die bewaffneten Bürger keine Gefahr, sondern Ausdruck wie auch Garant der Freiheit – handle es sich nun um Milizsoldaten, Waffensammler, Jäger oder Schützen.
Die Schweiz kannte denn auch nie ein stehendes Heer. Unsere Armee ist nur als Miliz­armee denkbar. Als eine Armee bewaffneter Bürger. So bleibt die Organisation transparent und eine Machtballung wird verhindert. Es ist dies die bestmögliche und demokratischste Kontrolle von Streitkräften.
Diese Auffassung zieht sich durch die Geschichte unseres Landes und liegt der freiheitlichen Schützen- und Waffentradition zugrunde. Ganz im Unterschied zu Staaten mit aristokratischer oder autoritärer Vergangenheit hat bei uns das Volk seit jeher Waffen getragen. Etwas anderes war gar nicht möglich, weil es in der freien Schweiz nie einen Herrscher gab, der das Volk hätte entwaffnen können. Das soll so bleiben. In der Schweiz soll es über dem Volk keine Gewalt geben – auch keine Verwaltungsinstanz –, welche ihm den Waffenbesitz verbietet.
Die Entwaffnungsinitiative ist deshalb abzulehnen.

Für den Vorstand der Offiziersgesellschaft Frauenfeld

Hermann Lei, Präsident

 

Der Mythos vom gefährlichen Sturmgewehr

Seit 2008 kann das Sturmgewehr nicht mehr für Amokläufe, Affekthandlungen, Suizide oder häusliche Gewalt verwendet werden, weil bis Ende 2007 die ausschliesslich für den Mobilmachungsfall bestimmte Taschenmunition für Armeewaffen im Zeughaus abgegeben werden musste. Eine Waffe ohne Munition ist nicht gefährlicher als ein Baseballschläger. Wer heute noch von der Gefährlichkeit der Armeewaffen spricht, hält an einem überholten Mythos fest oder will bewusst davon ablenken, dass es ihm eigentlich um die Abschaffung unserer Armee geht und dass er der Bevölkerung den in der Bundesverfassung verankerten Schutz und die Sicherheit des Landes nicht mehr gewährleisten will. Die Waffeninitiative will mit dem Mythos vom gefährlichen Sturmgewehr dem unbescholtenen Bürger die Waffe wegnehmen oder deren Besitz erschweren und leistet damit indirekt dem illegalen Munition- und Waffenbesitz Vorschub und begünstigt Kriminelle. Gleichzeitig kriminalisiert die Waffeninitiative grundlos einen erheblichen Teil der Gesellschaft.

P. Aebersold, Zürich