Die Parkbürokratie missbraucht unsere Arbeitskraft

Gespräch mit Christian Oesch, Landwirt, alt Gemeindepräsident und alt Grossrat, Eriz
Christian Oesch: Als alter Erizer und früherer Gemeindepräsident erzähle ich zuerst von der Einweihung eines alten sanierten Gebäudes in Eriz. Herr Steiner, der Planer des Naturparks Thunersee-Hohgant, war anwesend. Ich sagte ihm, ein solcher Würfel passe nicht in unsere Landschaft. Darauf erwiderte er, mit dem Naturpark gebe es nicht mehr nur solche «Tätschhütten» wie die Sennhütte daneben, das gebe eine Veränderung mit unserem Tal, etwas Neues.
Wenn man in Eriz lebt und sieht, was heute alles schützenswert ist, das ist alles durch die Bewirtschaftung unserer Vorfahren schützenswert geworden. Und jetzt will man überall die Finger drauf haben von Planern und von studierten Leuten, man will Betretungsverbote machen, zum Beispiel im Moor, und so weiter. Ich habe eine Alp in der Moorlandschaft, und wir werden heute schon mit Bewirtschaftungsplänen bombardiert. Wir werden überall eingeschränkt. Deshalb helfe ich nicht noch mit für einen neuen Deckmantel, unter dem die Menschen, die dort leben, sich zuletzt nicht einmal mehr bewegen können.
Und dann nehmen sie den Leuten noch das Geld weg. Von den Hunderttausenden Franken von Beiträgen wird der einzelne Bürger nichts merken. Meine Frau macht aus Schafwolle Handarbeiten, viele Produkte vom Hut bis zum kleinen Dingeli. Sie verkauft sie auch im Parkladen. Von allem, was in diesem Parkladen verkauft wird, müssen sie 20% abgeben. Stellen Sie sich das vor: Etwas, was Sie selber herstellen und verkaufen, davon müssten Sie 20% abliefern! Und dabei muss sie noch einen halben Tag pro Woche den Laden führen und kriegt nicht einen Fünfer dafür. Das ist für mich paradox, wenn es heisst, es komme Geld in die Region.

Es kommt kein Geld in die Region, ausser für die Planer und das Büro.

Und die Leute, die etwas tun, die ihre Wurst und ihre Handarbeiten verkaufen wollen, sollen noch draufzahlen. Dann sind die Preise so hoch, dass viele nichts mehr kaufen.
Wenn es mich noch braucht, komme ich heute noch an die Gemeindeversammlung, um gegen den Naturpark Stellung zu nehmen. Denn wir wollen dafür schauen, dass wir unsere schöne Natur, in der wir aufgewachsen sind und die noch heute schützenswert ist, erhalten können. Und nicht den Planern Geld geben, die in unsere Region kommen und den einzelnen Bürgern nichts bringen.