Bindung – Bildung – Gewaltprävention

Internationales Symposium am 22. Juni 2011 im Landtag des Freistaates Sachsen in Dresden

Die Zahl der jugendlichen und heranwachsenden Gewalttäter ist nach der Statistik des Bundeskriminalamtes seit zehn Jahren leicht rückläufig. Das ist auf den ersten Blick beruhigend. Angesichts rückläufiger Kinderzahlen sind die Befunde gleichwohl besorgniserregend. Gerade weil die Zahl der Kinder in Deutschland seit vier Jahrzehnten sinkt und weiter sinken wird, darf, wie es gerne gesagt wird, «kein Kind verlorengehen, müssen wir jedes Kind mitnehmen». Denn Kinder sind die Zukunft. Gewalttätige Kinder und Jugendliche jedoch bieten keine gute Zukunft. Ihr Potential ist nicht nur verloren, sondern kann sich zu einer Gefährdung des Gemeinwohls auswachsen. Im Licht des demographischen Wandels und der Zukunft des Gemeinwohls sind Antworten auf Fragen nach den Ursachen und Präventionsmöglichkeiten von jugendlicher Gewalt dringlicher denn je. Die Fragen haben zu tun mit der Bindungs-und Verantwortungsfähigkeit junger Menschen, mit ihren frühen und frühesten Prägungen in Familie und Schule. Die Antworten auf solche Fragen geben auch Aufschluss darüber, ob wir auf dem Weg in eine repressive oder solidarische Gesellschaft sind, ob Konsens oder Konflikt, Hass oder Liebe unsere Zukunft prägen.
Die Veranstalter wollen mit dem Symposium über «Bindung-Bildung-Gewaltprävention» ein Forum für diese Fragen bieten und versuchen, auch Antworten zu finden. Von besonderer Bedeutung für die Ursachenforschung erscheinen uns die Mutter–Kind-Bindung und das Fehlen väterlicher Vorbilder. Auch bei der Prävention von Jugendgewalt spielen Familie, Erziehung und Schule eine Schlüsselrolle. Namhafte Experten aus der Hirn-, Bindungs- und Erziehungsforschung werden empirisch fundierte Vorträge halten und für anschliessende Diskussionen zur Verfügung stehen.
Da die Platzzahl begrenzt ist (das Plenum des Sächsischen Landtags verfügt über 130 Plätze plus die Besuchertribüne) und für diverse sächsische Institutionen (Landtag, Ministerien, Landeskriminalamt, Präventionsrat etc.) Plätze bereits reserviert wurden, steht den Freunden, Partnern und Sympathisanten des i-DAF nur ein Kontingent von knapp 80 Plätzen im Plenum (plus weitere auf der Besuchertribüne) zur Verfügung. Daher die Bitte an die Interessenten, sich baldmöglichst für eine Teilnahme anzumelden. Die Teilnahmegebühr (40 Euro) schliesst die Tagesverpflegung und den im Laufe des Jahres zu erstellenden Dokumentationsband mit ein. Als verbindlich angemeldet gilt, wer die Gebühr entrichtet hat. Bei der Unterkunft können wir behilflich sein.
Veranstalter des Symposiums ist das Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie e.V. (i-DAF) in Kooperation mit dem Landeskriminalamt Sachsen. Partner ist der Deutsche Familienverband. Der Ministerpräsident des Freistaats, Stanislaw Tillich, und der Präsident des Landtags, Dr. Matthias Rössler, haben die Schirmherrschaft des Symposiums übernommen. Beide werden auch das Wort ergreifen. Das Symposium ist der Auftakt einer Serie von gleichartigen Veranstaltungen mit teils anderen Referenten und in anderen Bundesländern im Laufe der nächsten vier Jahre. Insofern kommt dieser Auftakt-Veranstaltung wegweisende Bedeutung zu, und das i-DAF dankt an dieser Stelle den sächsischen Partnern für ihre tatkräftige Kooperation.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen.
Vorstand und Geschäftsführung des i-DAF

Programm

Vorabend, 21. Juni
• Dinner speech – Mehr Familie, weniger Jugendgewalt – Dr. Albin Nees

Symposium am 22. Juni
10.45 Begrüssung durch den Veranstalter
11.00 Grusswort des Schirmherrn, Ministerpräsident Stanislaw Tillich
11.20 Panel I: Befunde, Fakten, Grundlagen
•    Jugendgewalt in Deutschland – Dr. Diana Ziegleder, Deutsches Jugendinstitut
•    Jugendgewalt in Sachsen – Dr. Jörg Michaelis, Präsident Landeskriminalamt Sachsen
•    Diskussion
•    Hirnentwicklung, Emotionen, Vertrauen, Verantwortung – Prof. Gordon Neufeld,
Vancouver
•    Diskussion

13.15 Mittagspause (im Haus)

14.10 Panel II: Ursprünge von Aggression in der Kindheit
•    Prägungen vor der Geburt – Ludwig Janus, M.D., Heidelberg
•    Prägungen durch fehlende Vorbilder – Prof. Matthias Franz, Düsseldorf
•    Diskussion
•    Killerspiele, Medien und Aggression – Dr. Rudolf Hänsel
•    Diskussion

Kaffeepause

Elternliebe ist unantastbar – Video von Wolfgang Bergmann
16.10 Panel III: Abbau des Gewaltpotentials durch Bildung und Familie
•    Vertrauen und Kooperation in der Schule – N.N., Schulleiterin in Sachsen
•    Weniger Anfälligkeit durch konsequente Erziehung – Dr. Albert Wunsch
•    Wie könnte ein Präventionskonzept aussehen? – Prof. Gordon Neufeld, Vancouver
•    Diskussion

18.10 Schlusswort: Dr. Matthias Rössler, Präsident des Sächsischen Landtages

Abendprogramm: Besuch der Semper-Oper

Gesamtmoderation des Symposiums: Jürgen Liminski, Deutschlandfunk

Anmeldung unter: symposium@i-daf.org