Ukrainischer Experte: Raketenabwehr in Europa gegen Russland gerichtet

Die geplante europäische Raketenabwehr hat nach Expertenansicht amerikanische Wurzeln und ist gegen Russland gerichtet.
«Ich denke, dass es eigentlich keine europäische Raketenabwehr gibt, dieses System ist amerikanisch», sagte Juri Alexejew, Chef der staatlichen Raumfahrtagentur der Ukraine, am Dienstag in Kiew auf einer Pressekonferenz anlässlich des 20jährigen Bestehens der Behörde.
«Sieht man auf die Position der Bodenstationen und insbesondere von Kriegsschiffen im Mittelmeer, ist deutlich zu erkennen, dass an westlichen Grenzen Russlands eine Art Gürtel geschaffen wird.» Mit diesen Stationen könnten die USA Neuentwicklungen in Russland kontrollieren. Der nördliche Raketenstartplatz Plessezk sei ein atomares Testgelände des Verteidigungsministeriums Russ­lands. Jedes U-Boot, das den Dienst antrete oder erprobt werde, fahre im Raum von Murmansk. «All diese Aktivitäten werden jetzt von Amerika erfasst», sagte Alexejew.
Sein Vorgänger im Amt, Wladimir Gorbulin, stimmte zu, dass die Aufstellung eines Raketenabwehrsystems in Europa Starts russischer strategischer Raketen gefährden könnte. «Aber die Gefahr ist nicht sonderlich gross, weil Abfangraketen von den für sie jetzt bestimmten Orten russische strategische Raketen kaum einholen werden können […]. Hierbei ist mehr Politik als Technik und Technologie im Spiel.»
«Ein gewisses Vertrauen in den Beziehungen zwischen Russland und den USA gestattet es nicht, eine universelle Raketenabwehr gegen jene Länder ins Leben zu rufen, die eine potentielle Gefahr für europäische Länder, die USA, Russland und die Ukraine darstellen», sagte der Experte.     •

Quelle: Ria Novosti vom 28.2.2012