US-Militärbeamter gibt zu: Massive US-Bombardierungen in Libyen

«Man hat uns früher schon in ein solch unbefristetes Arrangement hineingezogen, und wir werden das nicht mehr tun», sagte ein höherer Militärbeamter mit Blick auf Libyen, wo ein beträchtlicher Einsatz der amerikanischen Luftwaffe erforderlich war – aber auch Hunderte von Cruise Missiles, die von amerikanischen Schiffen und Unterseebooten abgefeuert wurden – um Libyens Luftwaffe auszuschalten, so dass europäische Kriegsflugzeuge ungehindert am Himmel operieren konnten. Und auch danach hatten die Vereinigten Staaten weiterhin Munition geliefert, Flugzeuge wieder aufgetankt und Kampfeinsätze geflogen.
Beamte aus Verteidigungsministerium und Geheimdiensten sagen, dass das integrierte syrische Luftabwehrsystem – eine Kombination aus Tausenden von Boden-Luft-Raketen, Radareinrichtungen und Fliegerabwehrgeschützen – nicht nur moderner als dasjenige Libyens ist, sondern die Anlagen in dichtbesiedelten Gebieten an der Westgrenze des Landes aufgestellt sind. Das bedeutet, dass die benachbarte Zivilbevölkerung selbst bei Bombardements mit Präzisionswaffen wahrscheinlich sterben würde. «Es gäbe einige schwere Kollateralschäden, wenn man sich diese Gebiete vornehmen würde»,  sagte Panetta letzte Woche.
Auf Grund seines Arsenals und seiner elektronischen Möglichkeiten im Luftkrieg  wären die Anfangsstadien eines Luftkampfes so wie in Libyen fast ausschliesslich Sache Amerikas und benötigten wohl, wie General Dempsey erklärte, «einen ausgedehnten Zeitraum und eine grosse Anzahl Flugzeuge».
Wenn die Vereinigten Staaten die Luftherrschaft hätten, wäre es möglich entweder sichere Rückzugsgebiete oder einen «humanitären Korridor» zu schaffen – eine sichere Ausreiseroute für Flüchtlinge, zum Beispiel in die Türkei –, aber Militärbeamte wenden ein, dass Korridore wie Rückzugsgebiete der Gefahr von Angriffen der syrischen Armee ausgesetzt wären, einer von amerikanischen Geheimdienstbeamten als formidabel bezeichneten, 330 000 Mann starken Truppe.

Quelle: «International Herald Tribune» vom 12.3.2012
(Übersetzung Zeit-Fragen)