Ständerat – chambre d’ignorance!? II

 

Auch die Umweltkommission …

ab. Wie in den meisten anderen Gemeinden gibt es auch in der unsrigen eine besonders hübsche Nebenstrasse durch einen idyllischen kleinen Talabschnitt. Die Gemeinde hat auch einen kleinen Sitzplatz eingerichtet. Wir allen lieben die Strecke: Wanderer, Hunde-Spaziergänger, ältere Leute, Mütter mit Kinderwagen, Velofahrer – ja, und auch wir Autofahrer nehmen manchmal diesen kürzeren Weg.
Mit Schrecken haben wir alle schon letztes Jahr beobachtet, wie die stärkere Benützung des Sitzplatzes von der Nachbargemeinde her zu einer Abfallentwicklung auf der Bach- und auf der Wiesenseite führt, wie man sie früher nur in den südlichen Nachbarländern kannte. Wird die Schweiz zu einem Abfall-Land, während es in den südlichen Ländern bald besser aussieht? Nur weil Deutschland und die EU uns vorgeworfen haben, wir seien altmodisch, stur und so SVP-ähnlich? Und die EU-grün Gewickelten das Signal gaben, dass die Welt sowieso in ein sich-selbst-regulierendes Stadium der globalen Wirtschaft übergehe?
Wir fragten unseren Gemeinde-Verantwortlichen für den Strassendienst, eine reife Persönlichkeit, ob wir eine kleine Bürger-­Initiative versuchen und unter anderem auch die Schule ansprechen sollen. Es gibt dort einen Biologielehrer, der Junge und Erwachsene hervorragend motivieren kann. Zu unserer Überraschung sagte unser Strassenmeister: «Ja, wenn es die Jungen wären, hätten wir das schon letztes Jahr gemacht.»
«Ja – wer macht denn sonst so etwas?»
«Erwachsene Autofahrer – Leute wie Sie und ich!» Wir staunten nur so und fragten: «Wie weiss man das?» Er: «Weil wir letztes Jahr die regelmässigen Hunde-Spaziergänger entlang der Strecke gebeten haben, darauf zu achten, wer das macht. Und da kam eine Liste von Autonummern zusammen, deren zugehörige Fahrer wir lieber verschweigen. Langsamer fahren – Strecke geniessen – Büchse trinken – Fenster hinunter und Büchse möglichst weit in die Wiese oder an das Bachbord hinunter!»
«Und jetzt?»
«Wir wissen nicht, wie wir es anpacken könnten.»
«Umwelt-Erziehung für eine erwachsene Fun-Generation, die den Kindern ein miserables Vorbild gibt?»
«Wenn Sie eine gute Idee haben, sagen Sie es mir!»
So – und nun?
Es gibt an der ETH einen Lehrgang für Umwelt-Pädagogik und ein Institut für Umweltentscheidungen (IED); sicherlich eine stolze und hochqualifizierte Einrichtung. Warum melden die sich nicht zu Wort? Müssen zuerst einige Bundes-Millionen in der Buchhaltung stehen für ein diesbezügliches Spezialprojekt? Gratis mitdenken mit den Sorgen des Landes gibt es nicht mehr? Müssen sie zuerst in Brüssel fragen, wie und ob sie die Schweizer diesbezüglich «steuern» dürfen? Und wenn sie dann kommen, dann sicherlich mit so einer dämlichen Plakat-Aktion, über die die meisten sich nur ärgern, weil sie ihrerseits wieder Millionen Steuermittel verbraucht, anstatt im Parlament einen kleinen Entscheid zu treffen, der die Sache nicht schlingern lässt. Zum Beispiel Plakate mit so etwas:

Im Minimum es Depot drum …