Kirche von Milizionären besetzt: Christen fordern Respekt für heilige Stätten

Qusayr – Die griechisch-katholische Kirche vom heiligen Elias in Qusayr in der Nähe von Homs wurde von Mitgliedern der syrischen Opposition besetzt, die dort ein Basislager eingerichtet haben. Wie Augenzeugen dem Fidesdienst berichten, drangen mehrere Männer, bei denen es sich wahrscheinlich um radikalislamische Milizionäre handelt, in die Kirche ein und läuteten zunächst die Glocken. Dies gab den Vertretern der lokalen christlichen Gemeinde bereits Anlass zur Sorge (vgl. Fidesdienst vom 13. Juni). Die Männer halten sich weiterhin in dem Gebäude auf, wo sie inzwischen ihr Basislager eingerichtet haben. Die Ortskirche verurteilt die Episode und bezeichnet das Verhalten der Milizionäre als «nicht ak­zeptierbar und Verstösse gegen den Respekt für heilige Stätten». Vertreter der Diözese Homs fordern/bitten in einem beherzten Appell darum, dass «bei dem derzeitigen Konflikt Tempel und heilige Stätten der verschiedenen Glaubensgemeinschaften unberührt bleiben».
Beobachter bestätigen unterdessen im Gespräch mit dem Fidesdienst auch, dass in der Stadt Qusayr im Süden von Homs salafistische Gruppen aktiv sind, «die einen Religionskrieg provozieren wollen». Viele Christen, die dort noch wohnen, verlassen die Stadt, zurück bleiben ältere Menschen, die ihre Häuser nicht verlassen wollten. Mindestens 1000 Christen flohen in den vergangenen Tagen allein nach einem Ultimatum einer bewaffneten Gruppe (vgl. Fidesdienst vom 9. und 12. Juni), die Christen aufforderten, die Stadt zu verlassen. (PA)

Quelle: Fidesdienst vom 15. Juni 2012