IKRK in Homs helfe nicht unparteiisch

Appell des Vatikans: «Respektiert die humanitäre Waffenruhe!»

me. Das IKRK sei im Distrikt Homs tätig geworden zum Schutze von Zivilisten, die der Rebellenseite zugeordnet werden, und habe die Regierungstruppen angeschuldigt, Häuser in Brand gesteckt zu haben. Hingegen habe sich das IKRK geweigert, im gleichen Gebiet tätig zu werden zugunsten von christlichen Familien, die von den Rebellen verfolgt wurden. Erst unter dem Druck des Vatikans habe es schliesslich erklärt, es werde sich auch um die christlichen Bevölkerungsgruppen kümmern. Bedauerlicherweise springe die Parteilichkeit des IKRK in dieser Sache leider ins Auge. Dies berichtet der Präsident des Réseau Voltaire, Thierry Meyssan, der sich zurzeit in Syrien aufhält, in einer kurzen Depesche.
Die Agenzia Fides, das Presseorgan des Päpstlichen Missionswerkes, meldet dazu folgendes: In Homs hoffen christliche und muslimische Familien, die in der Altstadt festgehalten werden, dass die Helfer des Internationalen Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds, denen trotz einer vereinbarten Waffenruhe gestern der Zugang zur Altstadt verweigert wurde, schliesslich doch noch die Erlaubnis zur Lieferung von Hilfsmitteln und Evakuierung von Zivilisten erhalten werden.
Wie Beobachter dem Fidesdienst berichten, leben in der Altstadt von Homs in den Stadtvierteln Hamidiyeh und Bustan Diwan rund 800 sunnitische und christliche Zivilisten; während in den benachbarten Stadtvierteln Al Khalidiy und Al Qoussour weitere 1000 muslimische Familien leben, deren Situation sehr ernst ist. Gefährdet sind insbesondere Frauen, ältere Menschen, Kranke und Kinder.
Zunächst war das Internationale Rote Kreuz bisher nur im Besitz von Informationen über Zivilisten in Al Khalidiy und Al Qoussour. Im Gespräch mit dem Fidesdienst betont Bijan Farnoudi, Sprecher des Roten Kreuzes in Genf: «Das Rote Kreuz versucht, in Homs Zugang zur Altstadt zu erhalten. Die erwähnten Viertel sind diejenigen, über die wir informiert waren, doch wir werden unterschiedslos allen Zivilisten helfen.» Unterdessen beklagen christliche Geistliche, die mit den festgehaltenen Familien in Kontakt sind: «Die Situation wird von Stunde zu Stunde ernster: die Familien sind verängstigt und verzweifelt, denn sie befinden sich im Kreuzfeuer. Ausserdem sind Lebensmittel und Medikamente knapp.» (Fidesdienst, 22.6.2012)

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Ein Sprecher des IKRK war am Sonntag nicht erreichbar. Hoffen wir, dass das IKRK dem Ruf seiner Unparteilichkeit und den Prinzipien der Genfer Konventionen auch in Homs gerecht wird.     •