Eva Maria Barki

Für Volksgruppenrechte, Minderheitenrechte und Bürgerrechte

Eva Maria Barki wurde in Österreich geboren; sie ist ungarisch-italienisch-kroatischer Abstammung und daher dem mitteleuropäischen Raum besonders verbunden. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Wien wurde Frau Dr. Barki Rechtsanwältin und betreibt in Wien eine eigene Rechtsanwaltskanzlei.
Während der Zeit des Kommunismus vertrat Frau Dr. Barki zahlreiche Flüchtlinge aus den kommunistischen Staaten; sie war auch Beobachterin bei politischen Prozessen im Ostblock. Sie kam dadurch von Anfang an mit den damaligen Dissidentenkreisen in Berührung und unterstützte sie auch aktiv. So war sie im Jahre 1987 Mitbegründerin des Ungarischen Demokratischen Forums und bis zum Systemwechsel dessen westliche Sprecherin (das Ungarische Demokratische Forum stellte die erste frei gewählte Regierung unter Ministerpräsident József Antal).
Als unter der Regierung Ceausescu aus Rumänien die Flüchtlingswellen – insbesondere der Ungarn – kamen, vertrat Frau Dr. Barki nicht nur zahlreiche Flüchtlinge in Asylverfahren; sie war auch eine der ersten, die auf Grund dieser unmittelbaren Kenntnisse des Geschehens in Rumänien in Pressekonferenzen auf die unmenschliche Diktatur Ceausescus hinwies. Insbesondere machte sie die gegen den damaligen Pastor, späteren Bischof und jetzigen Abgeordneten zum Europaparlament László Tőkés in Temesvar gerichteten Verfolgungshandlungen im Westen bekannt, deren Abwehr durch die Bewohner von Temesvar schliesslich zur Revolution in Rumänien geführt hat.
Frau Dr. Barki gründete sodann das Internationale Komitee für Transsylvanien, welches die offizielle Vertretung der Madjaren in Siebenbürgen vor den internationalen Organisationen übernahm, und sie gab Anstoss für das erste Verfahren gegen Rumänien vor der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen mit einer gegen die Republik Rumänien gerichteten Eingabe. Als Spezialistin für Volksgruppenrechte und Minderheitsrechte war sie in mehreren europäischen Gremien, insbesondere der FUEV (Föderative Union Europäischer Volksgruppen) und INTEREG (Internationales Institut für Nationalitätenrecht und Regionalismus) tätig.
Aufgrund ihres Eintretens für Menschenrechte und Rechte der Volksgruppen in Rumänien wurde sie im November 1994 von der Nachfolgeorganisation der Securitate, der SRI, im Sicherheitsbericht an das Parlament als Staatsfeindin, die die Sicherheit Rumäniens gefährde, angeprangert und von Rumänien offiziell zur unerwünschten Person erklärt. Damals wurde über sie erstmals ein Einreiseverbot verhängt.
Schlagzeilen machte die zum selben Zeitpunkt der österreichischen Staatspolizei zugespielte Information, dass der SRI die Liquidierung von Frau Dr. Barki beschlossen habe, und zwar durch einen Autounfall oder durch Gift. Diese Information wurde von rumänischer Seite in der Folge zwar offiziell dementiert, gleichzeitig aber dadurch bekräftigt, dass Frau Dr. Barki wegen ihrer «rumänienfeindlichen» Aktivitäten weiterhin Persona non grata blieb, ohne dass man die Vorwürfe gegen sie konkretisieren konnte. Trotzdem wurde das Einreiseverbot 1998 nochmals ausgesprochen. Frau Dr. Barki hat sich als Spezialistin für die Nationalitäten- und Volksgruppenrechte auch für andere Volksgruppen wie die Krimtataren, die Mazedonier in Griechenland sowie die Slowenen und Kroaten während des Unabhängigkeitskampfes international eingesetzt. Sie war auch viele Jahre lang im Vorstand der Österreichischen Liga für Menschenrechte und als Präsidentin der Gesellschaft zur Erforschung des Weltflüchtlingsproblems/Österreich (AWR) tätig: Weiters ist sie Mitherausgeberin der Reihe «Ethnos», die sich mit Nationalitätenfragen befasst.

Inge Rauscher, Wien