Konsequenter Datenschutz dringend geboten!
tb. Die US-amerikanische Stadt Oak Ridge beherbergte seinerzeit das hochgeheime Manhattan-Projekt, in dessen Rahmen die ersten Atombomben entwickelt wurden. Heute arbeiten dort Forscher des US-Energieministeriums und des Geheimdienstes NSA an einem Rechenzentrum der Superlative. Während über Teile dieses Projektes offen gesprochen wird (z. B. über den 2009 vorgestellten, damals schnellsten Computer namens XT-5), werden die tatsächlich noch weitaus grösseren Fortschritte im Bereich der Datenverarbeitung und -speicherung bis heute verschwiegen.
Inzwischen, soviel ist aus gut informierten Kreisen hinter vorgehaltener Hand zu erfahren, wird in spätestens fünf Jahren mit der Betriebsbereitschaft eines neuen Rechen- und Spionagezentrums gerechnet, das praktisch jeden Erdenbürger gläsern erscheinen lässt. Auffälligkeiten im Kindergarten, Schulnoten, Berufsabschlüsse, persönliche Vorlieben, die finanziellen und familiären Verhältnisse, die bislang absolvierten Reisen, der Freundes- und Bekanntenkreis, politische Aktivitäten und nicht zuletzt bisher «kassierte» Strafen und Bussen – all dies kann dann im Handumdrehen abgefragt werden.
Schon seit Jahren werden dazu praktisch alle weltweiten Datenströme abgefangen und gespeichert, weil sie die erforderlichen Informationen liefern. Der rasante technische Fortschritt der letzten Jahre erlaubt es nun in zunehmender Weise, diesen gigantischen Datenfluss auch auszuwerten und – das ist entscheidend – in zielführender Weise zu ordnen. Das Ziel, der praktisch gläserne Mensch, ist damit so gut wie erreicht, ohne dass auch nur ein «Datenschützer» Gelegenheit bekommen wird, dagegen seine Stimme zu erheben. Doch das ist letztlich vollkommen gleichgültig – «man» würde sowieso nicht auf ihn hören.    •
Quelle: Vertrauliche Mitteilungen vom 19.3.2013