Wir ermutigen Eltern, bis zur achten Klasse mit dem Smartphone zu warten

zf. Die 2017 gegründete US-amerikanische Elterninitiative «Wait Until 8th» aus Texas hat sich mit folgendem Text an die Öffentlichkeit gewandt.

Das Versprechen «Wait Until 8th» (Warte bis zur achten Klasse) bestärkt Eltern darin, sich zusammenzuschliessen, um den Kindern nicht vor der achten Klasse ein Smartphone in die Hand zu geben. Indem man zusammensteht, verringert sich der Druck, den Kinder und Eltern gleichermassen empfinden, wonach Kinder ein Smartphone haben müssten.

Smartphones lenken ab und sind für Kinder potentiell gefährlich, sind aber in der Grund- und Mittelschule wegen des unrealistischen sozialen Drucks und der Erwartungen, eines haben zu müssen, weit verbreitet.

Diese Geräte verändern die Kindheit der Kinder schnell. Im Freien spielen, Zeit mit Freunden verbringen, Bücher lesen und mit der Familie zusammensein findet viel seltener statt, um Raum zu schaffen für stundenlanges Snapchatten, um Fotos und Videos auf Instagram auszutauschen und sich ständig auf YouTube auf dem laufenden zu halten.

Die Eltern fühlen sich in diesem harten Kampf machtlos und brauchen Unterstützung durch die Gemeinschaft, um das Eindringen des Smartphones ins Klassenzimmer, ins soziale Umfeld und an den Familientisch zu verzögern. Schliessen wir uns zusammen, um mindestens bis zur achten Klasse zu warten, ehe Kinder ein Smartphone haben dürfen.

Jeder grosse Hersteller bietet ein einfaches Telefon an, das nur Anrufe und Texte ohne Internet-Zugang erlaubt. Das reicht aus, wenn Sie glauben, mit Ihrem Kind in Verbindung sein zu müssen, bevor es in die achte Klasse kommt. Das Versprechen «Wait Until 8th» ermutigt die Eltern, mit dem Smartphone zu warten. Wenn Sie möchten, dass Ihr Kind ein einfaches Telefon bekommt, das nur Anrufe und Texte ermöglicht oder eine Uhr mit Gegensprech-Funktion hat, können Sie sich trotzdem anschliessen und unterschreiben! Das Basis-Telefon und die Gegensprech-Uhr vermeiden viele der Ablenkungen und Gefahren des Smartphones.

Die Kindheit ist zu kurz, um sie an ein Smartphone zu verschwenden. Geben Sie noch heute Ihr Versprechen!

Warten – wozu?

Es muss einen Grund haben, warum Top-Führungskräfte aus dem Silicon Valley ihren Kindern bis zum Alter von 14 Jahren kein Smartphone erlauben. In der Tat gibt es eine lange Liste von Gründen, und Eltern müssen sie kennen.

Smartphones verändern die Kindheit

Die Kindheit verändert sich für die Kinder. Im Freien spielen, Zeit mit Freunden verbringen, Bücher lesen und Zeit mit der Familie verbringen – all dies geschieht viel weniger, um Zeit zu gewinnen für stundenlanges Snapchatten, für Instagrammen und um auf YouTube mit anderen gleichzuziehen. Wenn Kinder zwischen drei und sieben Stunden täglich vor einem Bildschirm verbringen, gehen viele wichtige Kindheitserfahrungen verloren, um sich online zu amüsieren.

Smartphones machen süchtig

Neue Forschungen zeigen, dass die Abhängigkeit vom Smartphone einige der gleichen süchtig machenden Gehirnreaktionen hervorrufen kann, ähnlich wie bei Alkohol-, Drogen- und Spielsucht. Smartphones sind wie Spielautomaten in der Tasche Ihres Kindes, die sie ständig dazu bringen, nach mehr zu verlangen. Die Tech-Industrie entwickelt absichtlich Smartphone-Apps und Social Media, die Menschen über lange Zeiträume nutzen sollen, denn so verdienen sie ihr Geld.

Smartphones sind eine Ablenkung von Bildung

Grund- und Mittelschuljahre bilden die Grundlage für den schulischen Erfolg Ihres Kindes. Kinder lernen, wie sie mit Zeit, Projekten und Hausaufgaben produktiv umgehen können. Die Einführung einer ständigen Ablenkung mit einem Smartphone ebnet den Weg für akademische Mittelmässigkeit. Studien zeigen, dass nach Erhalt eines Smartphones die Noten des Kindes sehr wahrscheinlich darunter leiden. Eine andere Studie ergab, dass Kinder, die Schulen mit Smartphone-Verboten besuchen, bei Tests besser abschneiden.

Smartphones beeinträchtigen den Schlaf

Studien zeigen, dass die Verwendung von Smartphones und anderen tragbaren Geräten mit Bildschirmen die Quantität und Qualität des Schlafs bei Kindern und Jugendlichen beeinflusst. Jugendliche sind vermutlich unruhig, weil sie den Empfang von Texten und Social-Media-Nachrichten von Freunden erwarten, was ihre Schlafgewohnheiten beeinträchtigt. Manche Kinder wachen sogar mitten in der Nacht auf, um Texte oder Social Media durchzusehen. Schlafstörungen in der Kindheit haben bekanntlich negative Auswirkungen auf die Gesundheit, wozu auch Fehl-ernährung, Fettleibigkeit, geschwächtes Immunsystem, verkümmertes Wachstum und psychische Gesundheitsprobleme gehören.

Smartphones stören Beziehungen

Viele Eltern bedauern, dass sie ihren Kindern erlaubt haben, ein Smartphone zu besitzen, weil sie erlebt haben, wie das Smartphone die Beziehungen stört. Die Eltern-Kind-Beziehung leidet. Kinder sind oft unaufmerksam auf Grund der ständigen Ablenkung, die das Gerät mit sich bringt. Echte persönliche Beziehungen verkümmern, da Kinder ihre Zeit und Energie statt dessen in ihre Online-Freundschaften investieren.

Smartphones erhöhen das Risiko von Angst und Depressionen

Kinder sind emotional nicht in der Lage, schon in so jungen Jahren durch problematische Soziale Medien zu navigieren. Das Betrachten des Highlight reel [Schnelldurchgang zum Beispiel durch ein Ereignis oder den Tag anhand der Highlights] eines anderen auf Social Media führt oft dazu, dass Jugendliche denken, dass sie etwas verpassen oder im Vergleich zu ihren Altersgenossen nicht gut dastehen. Untersuchungen zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Depression um so grösser ist, je mehr Zeit jemand in den Social Media verbringt.

Nutzen Kinder die Technologie im Übermass, führt dies dazu, dass die ständige Stimulation des Gehirns eine Erhöhung des Cortisol-Spiegels verursacht. Zu viel Cortisol kann ein Kind daran hindern, sich ruhig zu fühlen. Der Verlust der Ruhe kann zu schweren Angststörungen führen.

Smartphones setzen Ihr Kind dem Risiko von Cyber-Mobbing aus

Mobbing ist nicht mehr auf den Spielplatz oder die Umkleidekabine beschränkt. Mobber versuchen, Kindern durch Soziale Medien und Texte zu schädigen, was den Rückzug des Opfers oft unmöglich macht. Das gebräuchlichste Medium für Cyber-Mobbing ist das Smartphone. Fast 43 % der Kinder haben Online-Mobbing erlebt. Nur jedes zehnte Opfer wird einen Elternteil oder einen vertrauenswürdigen Erwachsenen über den Übergriff informieren.

Smartphones setzen Kinder sexuellen Inhalten aus

Smartphones haben es Kindern ermöglicht, Pornographie überall zu sehen. Pornographie-Produzenten zielen online absichtlich auf Jugendliche, um sie zu gefährlichen Bildern und Videos zu locken. Eine Studie hat gezeigt, dass 42 % der Online-Jugendlichen der Online-Pornographie ausgesetzt waren. Davon berichteten 66 % über unerwünschte Pornographie, oft durch Online-Werbung.

Kinder sehen sich nicht nur sexuelle Inhalte mit ihren Handys an, sondern erschaffen sie auch. Immer mehr Kinder betreiben «Sexting» (Senden von sexuellen Textnachrichten und/oder expliziten Bildern). Ausserdem öffnen verschiedene Apps die Türen für Sexualstraftäter, die unsere Kinder ausfindig machen, beeinflussen und belästigen wollen.

Führungskräfte der Technologie-Branche verbieten Smartphones für ihre Kinder

Entsprechend einem Artikel in der «New York Times» warten viele führende Technologiemanager, bis ihr Kind 14 ist, bevor sie ihm erlauben, ein Smartphone zu haben. Diese Teenager können zwar telefonieren und texten, erhalten aber erst ab 16 Jahren einen Internetzugang. Wenn führende Köpfe der digitalen Riesen wie Google, eBay, Apple und Yahoo den Einsatz des Smartphones hinausschieben, sollte uns das nicht zu denken geben? Führungskräfte, die vom Erfolg der Technologie profitieren, schützen ihre Kinder vor dem Smartphone. Sollten wir nicht dasselbe tun?                            •

Quelle: waituntil8th.org

(Übersetzung Zeit-Fragen)

Geben Sie das Versprechen

Mit der Unterschrift versprechen Sie, Ihrem Kind bis mindestens zur 8. Klasse kein Smartphone zu geben, sofern mindestens 10 Familien aus der Klasse und der Schule Ihres Kindes sich dem Versprechen anschliessen. Wenn Sie möchten, dass Ihr Kind ein einfaches Telefon hat, das nur Anrufe und Texte ermöglicht, können Sie das Versprechen trotzdem unterschreiben! Das Basis-Telefon vermeidet viele der Ablenkungen und Gefahren des Smartphones.

Sobald 10 Familien das Versprechen unterzeichnet haben, werden Sie von uns benachrichtigt, dass die Zusicherung gilt. «Wait until 8th» wird Ihnen eine
E-Mail schreiben, um Sie wissen zu lassen, welche Familien der entsprechenden Altersstufe die Zusage gegeben haben. Das hilft Ihnen, sich gegenseitig zu unterstützen. Gemeinsam sind wir stärker!

Wir geben Ihre Daten nicht an Dritte ausserhalb unserer Organisation weiter. Ihre Daten werden auf dieser Seite nicht veröffentlicht.

Datenschutzregelung

Mit dieser Datenschutzangabe geben wir die Datenschutzpraxis von waituntil8th.org bekannt. Wir sind die alleinigen Eigentümer der Informationen, die auf dieser Seite gesammelt werden. Wir werden diese Informationen an niemanden ausleihen oder verkaufen.

Sagen Sie es weiter!

Erzählen Sie Ihren Freunden und Ihrer Familie von dieser Bewegung. Es gibt keinen besseren Weg, etwas zu bewirken, als selbst aktiv zu werden. Teilen Sie das Versprechen mit Familien und Freunden und werden Sie noch heute aktiv! Auf unserer Seite «Wait until 8th» finden Sie umfassenden Support, der Ihnen hilft, sich für das Versprechen einzusetzen. Ihre Stimme kann einen Unterschied machen. Versammelt Euch. Zusammenzustehen bringt Stärke.

Handyverbot an Frankreichs Schulen

Das Französische Parlament hat Ende Juli ein Handyverbot an Vor-, Grund- und Hauptschulen verhängt. Dies betrifft Schüler zwischen drei und fünfzehn Jahren. Das Gesetz verschärft eine bereits bestehende Regelung aus dem Jahr 2010.

Das Verbot gilt für sämtliche Räumlichkeiten der Schule für Pausen und auch für schulische Aktivitäten ausserhalb des Schulgeländes, zum Beispiel auf Schulreisen.

Ausnahmen werden gemacht, wenn das Handy für schulische Zwecke benötigt wird oder für Kinder mit Behinderung.

Hinter dem Verbot steht die Überzeugung, dass sich Kinder ohne Smartphone besser konzentrieren können. Ausserdem will man damit Mobbing auf dem Schulhof, das oft gefilmt und ins Internet gestellt wird, eindämmen.

Quelle: www.srf.ch; «News» International vom 31.7.2018

IT-Topmanager wissen um die Gefahren ihrer Technologie

Als das erste Tablet von Apple gerade auf den Markt kam, sprach der Journalist Nick Bilton den Mitbegründer und langjährigen CEO von Apple, Steve Jobs, darauf an, dass seine Kinder das iPad ja wohl lieben würden. Steve Jobs Antwort machte ihn zunächst fassungslos: «Sie haben es bisher nicht benützt. Wir limitieren die Menge der Technologie, die unsere Kinder zu Hause nutzen.»

Eine ganze Reihe von Topmanagern der Technologiebranche gaben ihm ähnliche Auskünfte. «Chris Anderson, der früher Herausgeber von Wired, und dann CEO von 3D Robotics, einem Drohnenhersteller, richtete Zeitlimiten und elterliche Kontrollen bezüglich jedem Gerät in seinem Haus ein. ‹Meine Kinder beschuldigen mich und meine Frau, wir seien Faschisten und überbesorgt bezüglich Tech, und sie sagen, niemand unter ihren Freunden hätte dieselben Regeln›, sagte er über seine 5 Kinder im Alter zwischen 6 und 17 Jahren. ‹Das liegt daran, dass wir die Gefahren der Technologie aus erster Hand kennen. Ich habe es in mir selbst erlebt, ich will nicht mitansehen, wie das auch meinen Kindern passiert.›»

Quelle: Bilton, Nick. Steve Jobs was a Low-Tech Parent. In: «The New York Times»
vom 10.9.2014

(Übersetzung Zeit-Fragen)