Leserbrief

Es ist offiziell: Die Schweiz hat keine Landesverteidigung mehr!

Am 5. Januar 2018 hat Korpskommandant Schellenberg seine Mitarbeiter auf die Aufgabe des neuen Kommando Operationen eingeschworen. «Das Kommando plant und führt alle Einsätze der Armee», darunter «Das Planen, Führen und Auswerten aller Operationen im In- und Ausland» (Quelle: VBS).
Damit ist es offiziell bestätigt: Die Schweiz hat keine Armee mehr, um einen Krieg um das Land zu führen. Sie soll nur noch «Operationen» durchführen können. Operationen sind per Definition vom Umfang der eingesetzten Mittel, der räumlichen Ausdehnung und zeitlichen Dauer her beschränkte militärische Handlungen. Sie sind nicht ein Krieg ums Land, auch keine grosse Schlacht. (Man komme jetzt nicht nochmals mit dem Märchen, im zukünftigen Krieg gehe es nur noch um Cyberangriffe und ein paar Spezialisten («grüne Männchen»).) Die zahlreichen Panzer und anderen schweren Mittel aller militärisch bedeutenden Mächte, darunter die seit 2 Jahren wieder einsatzbereite russische 1. Garde-Panzerarmee, wurden nicht für ein Freilichtmuseum für die Leugner der Realität eines künftigen Krieges aufgebaut. Hier zwei Definitionen aus Lexika zum Begriff «Operation»: Meyers Grosses Taschenlexikon: «Eine zeitlich und militärisch zusammenhängende Handlung von Streitkräften einer kriegführenden Seite zur Durchsetzung eines militärischen Auftrags». https.//de.wiktionary. org.wiki/Operation: «Operation: Abgeschlossene Aktion zur Erledigung eines Auftrags.»
Mit nur noch 6 Kampfbataillonen und 4 Artillerieabteilungen kann die weiter eliminierte Armee tatsächlich nur noch einzelne Operationen durchführen. Allerdings nur, sofern die Schweiz bis dann wieder über eine glaubwürdige Luftwaffe und Luftabwehr verfügt. Operationen sind denkbar, sollten zum Beispiel einzelne Verbände eines Angreifers aus dem Osten im Rheintal irrtümlicherweise die Landesgrenze überqueren oder ein Regiment einer US-Luftlandedivision im Grossen Moos landen. Mehr ist nicht möglich. In beiden Fällen müssen die 6 Kampfbataillone rasch am Einsatzort sein und die Artillerie nicht weit entfernt und eine Luftwaffe und Luftabwehr müsste die Zerschlagung aus der Luft der paar Schweizer Bataillone/Abteilungen weitgehend verhindern können. Die auch noch zur Armee gehörenden 17 Infanteriebataillone sollen laut Unterlagen des Bundesrates zur WEA nur über eine beschränkte Verteidigungsfähigkeit verfügen. Sie haben keine Panzerabwehr-, Luftabwehr- und schwere Feuermittel und kommen nicht einmal für Operationen in Frage. Ihre Soldaten sind Kanonenfutter.
Im Rahmen des schleichenden Nato-Beitrittes sollen Schweizer Truppen auch im Ausland eingesetzt werden. Deshalb wurde die Schweiz vom Bundesrat in die PfP (Partnerschaft für den Frieden) und die Interoperabilitätsplattform der Nato geführt. (Die «Global Times», Tageszeitung der KP, Beijing, 26.2.2013 zur PfP: «Um ihr Einsatzgebiet zu erweitern, hat die Nato neue Mechanismen wie die Partnership for Peace (PfP) geschaffen […]. Die Nato als Instrument der globalen Politik der USA wird während langer Jahre eine bedeutende Rolle spielen […].») Bei der Interoperabilitätsplattform wird der gemeinsame Kampf geübt, obschon der Bundesrat sagte, es gehe nur um Diskussionen. Dagegen sagte die Nato in ihrem Communiqué zur Tagung vom 5. September 2014 zur Gründung der Interoperabilitätsplattform, an der die Schweiz teilnahm, unter anderem: «Jetzt werden wir uns darauf konzentrieren, uns gemeinsam vorzubereiten und zu üben. Wir haben deshalb eine umfassende Partnerschafts-Interoperabilitäts-Initiative angenommen, um unsere Fähigkeit zu erhöhen, gemeinsam mit unseren Partnern Sicherheitsherausforderungen zu bewältigen. Hier in Wales haben unsere Verteidigungsminister die Interoperabilitätsplattform geschaffen, bei einem Treffen mit 24 Partnern [darunter die Schweiz, der Verf.], die ihre Verpflichtung nachgewiesen haben, ihre Fähigkeit zum gemeinsamen Handeln mit der Nato zu verstärken.» Am 22. Juni 2016 fand eine weitere Tagung statt. Darüber steht im Communiqué: «Interoperabilität ist die Fähigkeit, gemeinsam zu handeln unter Anwendung von harmonisierten Standards, Doktrinen, Prozeduren und Ausrüstung. Es ist entscheidend für die Arbeit einer Allianz aus verschiedensten Ländern mit nationalen Verteidigungskräften, und es ist ebenso wichtig, um mit Partnern zusammenzuarbeiten, die die Nato bei der Erfüllung ihrer taktischen, operativen und strategischen Zielsetzungen unterstützen möchten. Vieles bei der täglichen Zusammenarbeit in der Nato – einschliesslich derjenigen mit Partnern – ist auf diese übereinstimmende Fähigkeit fokussiert.»
Zu diesem Bild und der in unserem Land weitgehend durchgesetzten Meinungsmanipulation passt, dass auf Einladung der Schweiz in Zürich am 16./17. Februar 2016 eine grosse Nato-Tagung mit 100 hohen Offizieren vom Nato-Kommando, allen Mitgliederstaaten und Suborganisationen (PfP usw.) stattfand, über die das VBS erst bei Tagungsbeginn informierte und über die die grossen Schweizer Medien («Neue Zürcher Zeitung» u. a.), wohl auf Wunsch des VBS, nicht berichteten. Die Schweiz ist damit praktisch dem von den USA angeführten Lager beigetreten, das sich seit dem Zweiten Weltkrieg mit allen Mitteln, bis hin zum Krieg, in zahlreiche andere Länder eingemischt hat. Im Gegenzug wurde die verfassungsmässige Landesverteidigung abgeschafft.
Der Bundesrat und alle Politiker, die das nicht verhindert haben, tragen unserem Volk gegenüber dafür die Verantwortung.

Gotthard Frick, Bottmingen