Genossenschaft gegründet – Zukunft der Peter-Sodann-Bibliothek gesichert

ef. Am 17. November 2018 fand im sächsischen Staucha die Gründungsveranstaltung der Genossenschaft «Peter Sodann Bibliothek eG – wider dem Vergehen» statt.
Peter Sodann, der vielen als «Tatort-Kommissar» in lebhafter Erinnerung ist, hat mit dieser Gründung seiner Sammlung von DDR-Literatur 1945–1990 einen Rahmen gegeben, um sein Lebenswerk für kommende Generationen zu erhalten. Als 1989 Bücher aus der DDR mit LKW entsorgt werden sollten, empörte er sich: «Ihr werft eure Geschichte weg» – und rief dazu auf, die Bücher nicht zu vernichten, sondern aufzubewahren. Viele sind bis heute diesem Aufruf gefolgt (vgl. Zeit-Fragen Nr. 14 vom 26. Mai 2015). Inzwischen sind bei Peter Sodann über 2,5 Millionen Bücher eingetroffen.
Auf der kommenden Leipziger Buchmesse vom 21. bis 24. März 2019 werden Peter Sodann und der Aufsichtsratsvorsitzende der Genossenschaft, Dietmar Berger, im Rahmen von Zeit-Fragen zum Thema «Peter-Sodann-Bibliothek – DDR-Literatur von 1945 bis 1990» die Genossenschaft vorstellen.
Zur Gründung der Genossenschaft hat diese die folgende Pressemitteilung verfasst:

Am 17. November 2018 haben sich 46 Interessierte und Willige in Staucha am Sitz der Peter-Sodann-Bibliothek getroffen und die «Peter-Sodann-Bibliothek eG – wider dem Vergehen» gegründet.
Anliegen und Ziel dieser für Deutschland einmaligen Genossenschaft ist es, die Literatur, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Osten Deutschlands herausgegeben wurde, weiter zu sammeln, zu sichern und den nächsten Generationen zugänglich zu machen. Die Genossenschafter wollen mit ihrer Mitgliedschaft ohne Nostalgie der Literatur der DDR, die 1990 auf Müllhalden verbracht oder in Kraftwerksöfen verbrannt wurde, ihre Würde wiedergeben.
Zudem möchte die Genossenschaft das Lebenswerk von Peter Sodann und seiner Frau fortsetzen; Peter Sodann hat als nahezu einziger in der damaligen DDR den beginnenden Frevel an allem, was in der DDR gedruckt wurde, als eine der kulturlosesten Handlungen im vereinigten Deutschland erkannt und sich mit seiner Initiative dagegen gewehrt.

Die Gründungsversammlung hat die Satzung der Genossenschaft beschlossen und die Gremien gewählt. Zum Aufsichtsratsvor­sitzenden wurde Dietmar Berger, Chemnitz, gewählt; Peter Sodann wird sich als sein Stellvertreter auch künftig in die Arbeit der genossenschaftlichen Bibliothek einbringen. Als Vorstände sind Bernd Pawlowski, Otterwisch, und Klaus Lehmann, Radeberg, gewählt.    •

Rückfragen an Dietmar Berger, Tel. 0049 172 7983170