Veranstaltungen der Genossenschaft Zeit-Fragen an der Leipziger Buchmesse

Zeit-Fragen ist auch in diesem Jahr an der Leipziger Buchmesse vertreten. Der Stand befindet sich in Halle 4, Stand A 102. Ausserdem lädt Zeit-Fragen im Rahmen von «Leipzig liest» zu fünf Veranstaltungen an der Messe und einem Abendvortrag mit Diskussion ein.

Digitalisierung – eine Herausforderung für Elternhaus und Schule

Referenten: Urs Knoblauch (CH), Josef Nyari (D), Dr. Manfred Strankmann (CH)

Viele Kinder und Jugendliche verbringen täglich Stunden mit digitalen Medien (Smartphones, Tablets oder Notebooks). Seit Oktober 2016 weiss die Öffentlichkeit, dass der Unterricht an deutschen Schulen flächendeckend «digitalisiert» werden soll. Bildungsministerin Wanka will im Rahmen eines «Digitalpakts#D» 5 Milliarden Euro als Anschubfinanzierung bereitstellen. Es geht um lukrative Geschäfte für globalisierte Konzerne. Das eigentliche Ziel ist nicht der sinnvolle Einsatz digitaler Medien durch den Lehrer, sondern die Automatisierung von Unterricht.
Mit digitalen «Lern»-Programmen will man den Lehrer ersetzen und die Schüler beim Lernen steuern und permanent kontrollieren. Wischen und Klicken auf dem Smartphone und Tablet würden das gemeinsame Lernen der Schüler mit dem Lehrer im Klassenverband verdrängen. Viele Eltern und Ärzte, Erzieher und Lehrer sind wegen negativer Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen alarmiert. Studien belegen, dass der Einsatz digitaler Medien im Unterricht nicht zu besserem Lernen führt und den jungen Menschen der realen Welt und seinen Mitmenschen entfremden kann. Kein Mensch lernt digital! Wir lernen immer als Menschen mit Kopf, Herz und Hand.
Wichtigstes Element von Erziehung und Bildung ist und bleibt die Befähigung zur Auseinandersetzung mit der realen Welt. Ebenso wichtig ist die Entwicklung und Stärkung menschlicher Grundwerte, Ethik und sittliche Vernunft. Wie können unsere Kinder einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien lernen und altersgemäss, ihrem Entwicklungsstand entsprechend, befähigt werden, ihr Leben als mündige Bürger zu meistern? Über diese Fragen möchten wir mit Ihnen ins Gespräch kommen.

Donnerstag, 15. März 2018, 14.00–15.00 Uhr

CCL (Congress Centrum Messe Leipzig), Mehrzweckfläche 2


Diese Veranstaltung wird thematisch wiederholt am:

Donnerstag, 15. März 2018, 19.30–21.30 Uhr

Die Brücke – Begegnungshaus, Zollikofer Strasse 21, am Volkmars­dorfer Markt, 04315 Leipzig

Referenten dort sind: Moritz Nestor (CH), Wolfgang van Biezen (CH)


Lesen – Königsweg zur Gemütsbildung. «Mein liebstes Lesebuch» und «Wer ist Henry Dunant?»

Referenten: Renate Dünki (CH), Brigitte von Bergen (CH)

Lesen von Büchern trägt dazu bei, das Gemüt des Kindes zu bilden und Werte zu vermitteln. Sein Vorstellungs- und Einfühlungsvermögen wird beim Lesen geschult wie bei keinem anderen Medium. Positive Alltagsgeschichten vermitteln den Kindern Vorbilder, mit denen sie sich identifizieren können. Im Gespräch eignet sich das Kind den Sinn des Gelesenen an, lernt mitzudenken, mitzufühlen und zu verstehen. In diesem lebendigen Austausch entsteht Lesefreude, eine Grundlage für eigenständiges Lesen und Lernen. Dafür gibt es zwei gute Kinder- und Jugendbücher aus dem Schweizer Verlag Zeit-Fragen:
«Mein liebstes Lesebuch» enthält Geschichten, Rätsel und Verse für Kinder im ersten Lesealter. Die vielfältigen Themen aus ihrer Erfahrungswelt fördern selbständiges interessiertes Lesen und sind eine Freude auch für den erwachsenen Leser.
«Wer ist Henry Dunant?» – der Schweizer Henry Dunant wurde Zeuge eines schrecklichen Krieges bei Solferino/­Italien (1859). Er rief auf zur Hilfe für alle verwundeten Soldaten. Sein Einsatz und seine Tatkraft gaben den Anstoss zur Gründung des Roten Kreuzes. – Das Buch über Henry Dunant eignet sich zum (Vor)-Lesen für Leseanfänger und ist auch ein wertvolles Kindersachbuch für Schüler, Jugendliche, Schule und Elternhaus.

Freitag, 16. März 2018, 11.30–12.00 Uhr

Lesebude 1, Halle 2, Stand G321/H320

Die Genossenschaftsidee – nach dem Motto: «Einer für alle, alle für einen»

Beispiele aus der Praxis

Referenten: Dietmar Berger (D), Dr. Eva-Maria Föllmer-Müller (CH), Heinz Schammert (D), Dr. René Roca (CH)

Es liegt in der Tradition der Genossenschaftsbewegung, auf aktuelle gesellschafts- und wirtschaftspolitische Herausforderungen einzugehen und konstruktive Lösungsansätze zu entwickeln, respektive umzusetzen. Das Genossenschaftsprinzip zeichnet sich durch ein hohes Mass an Mitgestaltung und Mitbestimmung aus; deshalb ist die Genossenschaft anderen Unternehmensformen oft vorzuziehen. In unserer Zeit kann der genossenschaftliche Grundgedanke neue Lösungsansätze aufzeigen, vor allem, wenn es um die Bereiche der Grundversorgung geht. In diesem Sinne möchten wir hier in Leipzig die Bürgergenossenschaft Weingarten «Bürger helfen Bürgern e. V.» vorstellen. In dieser Genossenschaft bringen sich die Mitglieder ehrenamtlich und generationenübergreifend ein. Sie unterstützen gemeinschaftlich andere Mitglieder, wenn diese Hilfe benötigen, zur Sicherung der Lebensqualität vor allem im Alter und im Krankheitsfalle. Auch Zeitungen können genossenschaftlich organisiert werden. So besteht die Genossenschaft Zeit-Fragen seit über zwanzig Jahren und stellt ein Beispiel dar, wie Medien finanziell unabhängig zu einer unverzichtbaren Stimme werden können.

Freitag, 16. März 2018, 15.30–16.00 Uhr

Leseinsel Halle 3, Stand H504

Die direkte Demokratie lebt! Neue wissenschaftliche Buchreihe zur Erforschung der direkten Demokratie

Referenten: Dr. René Roca (CH), Dr. Tankred Schaer (D)

Die direkte Demokratie ist in Europa und weltweit in aller Munde. Gerade die jüngsten Koalitionsverhandlungen in Deutschland und Österreich zeigen, dass das Thema der direkten Demokratie auf der politischen Agenda von Parteien unterschiedlicher Provenienz zu finden ist. Die direkte Demokratie bringt für das Volk mehr Mitsprache und Gestaltungsmöglichkeiten. Sie erreicht damit bei der Bevölkerung eine höhere Zufriedenheit mit den staatlichen Institutionen und schränkt die Macht der Parteien und der politischen Elite ein. Das vor vier Jahren gegründete «Forschungsinstitut direkte Demokratie» will die direkte Demokratie historisch aufarbeiten. Die Liberalen in der Schweiz beispielsweise favorisierten zunächst eine repräsentative Demokratie und lehnten die direkte Demokratie vehement ab. Als sich die Volksinitiative und das Veto (Referendum) immer mehr bewährten, unterstützten auch sie zunehmend die direktdemokratischen Volksrechte. Wichtig für die Ausbildung der direkten Demokratie in der Schweiz waren die Orientierung am Naturrecht und am Genossenschaftsprinzip sowie die Konkretisierung der Idee der Volkssouveränität. Das schweizerische Forschungsprojekt, das auch für andere Länder wichtige Erkenntnisse bringt, und die ersten beiden Bände der Buchreihe «Beiträge zur Erforschung der Demokratie» sollen im Rahmen der Buchmesse in Leipzig vorgestellt und diskutiert werden.

Samstag, 17. März 2018, 12.00–12.30 Uhr

Forum Sachbuch Halle 3, Stand E201

Deutsch-russische Städtepartnerschaften – ein Beitrag zu Völkerverständigung und Frieden

Referenten: Jurij Fedorov-Starovatych (Wolgograd), Dietmar Berger, Dr. Eberhard Langer (Chemnitz), Dr. Eva-Maria Föllmer-Müller (CH)

Deutsch-russische Städtepartnerschaften sind ein wichtiger Baustein für den Fortbestand des Dialogs zwischen den beiden Ländern und können auf der zivilgesellschaftlichen Ebene – von Mensch zu Mensch – Alternativen zur Konfrontation aufzeigen. Häufig sind es einzelne Bürger, die den Stein ins Rollen bringen.

Die Partnerschaft zwischen Chemnitz und Wolgograd (früher Stalingrad) feiert in diesem Jahr ihr dreissigjähriges Bestehen. 1988 haben Jurij Starovatych, damals Bürgermeister von Wolgograd, und Dr. Eberhard Langer, damals Oberbürgermeister von Chemnitz, diese Städtepartnerschaft besiegelt. Wolgograd war im Zweiten Weltkrieg Ort eines furchtbaren deutsch-russischen Blutzolls. Hier standen sich Deutsche und Russen als erbitterte Feinde gegenüber. Aber seit nunmehr 30 Jahren sind Deutsche und Russen aus Chemnitz und Wolgograd «Partner»,  und seitdem gibt es wertvolle zwischenmenschliche Begegnungen. Völkerverständigung und Frieden zu fördern, ist ein Hauptanliegen der Schweizer Zeitung Zeit-Fragen. Unsere Veranstaltung an der Leipziger Buchmesse 2018 soll an die Bedeutung der Städtepartnerschaften erinnern und ruft dazu auf, solche Partnerschaften – gerade in der heutigen Zeit – auch zu Städten in Russland zu vertiefen und zu erweitern.

Samstag, 17. März 2018, 16.00–17.00 Uhr

Forum Sachbuch Halle 5, Stand C200