Die Russlandfront bricht ein

von Prof. Dr. Eberhard Hamer

Bisher haben die USA,  ihre Satelliten und die von ihr gesteuerten internationalen Behörden indirekten Krieg auf allen Ebenen gegen Russ­land geführt:

  • Mit Finanzsanktionen wurden die Banken der Welt gezwungen, keine Finanzgeschäfte mehr mit Russland zu machen.
  • Mit Handelssanktionen wurde allen Firmen der westlichen Welt unter Strafandrohung befohlen, mit bestimmten russischen Firmen und Personen keine Geschäfte mehr zu machen.
  • Sogar den an der Nord-Stream-Leitung beteiligten Firmen wurden spezielle Strafzahlungen angedroht.
  • Jedes Vierteljahr fiel den Amerikanern ein Bereich ein, in dem die Russen angeblich Menschenrechte (Scrypal) oder Sportgesetze (Dopingbehauptungen) verletzt oder Menschen vernichtet (Flugzeugabsturz Ukraine) haben sollen oder illegal Krieg führen würden (Ost-Ukraine), so dass eine sich steigernde Medienhetze in der ganzen Welt gegen Russland in den letzten Jahren anrollte.
  • Darüber hinaus haben die USA Russ­landhetzer in entscheidende Positionen gebracht, welche ihre Organisationen (zum Beispiel Nato-Stoltenberg) in Kampfstimmung gegen Russland brachten oder die beiden Russland-Hasser Merkel/Maas in Europa für Aufrüstung gegen Russland warben (EU-Sanktionen, Aufmarsch­strassen für 6 Milliarden gegen Russland, Aufrüstung der Ukraine und der baltischen Staaten gegen Russland) oder Propagandaoffensiven mit gefälschten Beschuldigungen gegen Russland.

Bisher konnten die Russland-Hasser sicher sein, dass sie mit ihrer Hetz- und Kampfpolitik in amerikanischem Interesse und mit Rückendeckung von dort handelten.
Für die Amerikaner war nämlich Russland das entscheidende Hindernis,

  • um ihre Ölweltmachtpläne durchzusetzen,
  • das Dollar-Imperium zu erhalten (trotz Dollar-Austritts von Russland, China, Iran),
  • die amerikanische Herrschaft in den Osten vorzutreiben (Ukraine, Baltikum, Polen),
  • das Schwarze Meer militärisch zu erobern (was durch den Krim-Ausschluss nun von Russland blockiert ist)
  • oder Syrien zu erobern (wegen des Öldurchflusses).

Der amerikanische Kampf gegen Russland nahm deshalb immer neue Formen an. Russ­land wurde mit Hilfe der Nato von US-Raketenstationen umgeben, die immer dichter an die russische Grenze heranrückten. Die Clinton-Clique behauptete sogar, ihre überraschende Wahlniederlage habe sie nur Russ­land zu verdanken, und hetzt seitdem in den USA gegen jeden Russlandkontakt – auch des Präsidenten.
In den von den USA beherrschten internationalen Organisationen wurde sorgfältig darauf geachtet, dass nur Russlandfeinde in Führungspositionen kamen, Russlandfreunde dagegen ausgeschlossen wurden.
Und wer Russland am meisten und am lautesten beschimpfte (Merkel, Maas, von der Leyen), durfte dafür bisher eine Vorzugsbehandlung der amerikanischen Präsidenten erwarten (zum Beispiel durch Obama).
Die amerikanischen Sanktionen gegen ihre «Verbündeten» (Satelliten), die Strafzahlungen gegen unsere Banken und Industrie sowie die Gefährdung des Weltfriedens seitens der USA durch Kündigung des Iran-Vertrages, der Handelsverträge, des Umweltschutzes haben nun auch die treuesten US-Hofschranzen wie Merkel, Juncker, Macron und May ratlos gemacht. Plötzlich kommt nicht mehr alles Gute aus den USA und sind nicht mehr alle Befehle aus den USA gut, sondern es wird offenbar, dass sie den eigenen Völkern schaden. Der neue Präsident nimmt keine Rücksicht mehr auf die Interessen und die Demut seiner Gefolgschaft, sondern zieht seinen amerikanischen Nutzen durch. Die Phalanx der USA und ihrer Satelliten gerät plötzlich ins Wanken. Die ersten Mahner der Satellitenländer (Ungarn, Italien, Spanien) rufen plötzlich nach besseren Beziehungen zu Russ­land, weil die Treue zu Amerika nicht mehr lohnt, das Geschäft mit Amerika durch die USA zerstört wird.
Noch zwei Tage vor der G-7-Konferenz in Kanada hat sich Merkel durch kräftige Hetze gegen Russland beim Präsidenten beliebt machen wollen. Sie wurde aber ebenso wie ihre Kollegen auf der Konferenz abgekanzelt, und als neue Richtung wurde eine Zusammenarbeit mit Russland befohlen.
Offenbar haben Merkel-Maas wieder einmal auf’s falsche Pferd gesetzt: Die von Merkel akzeptierte Totalspionage der USA über Deutschland und seine Wirtschaft ist plötzlich nationale Gefahr; der Ausverkauf der deutschen Technologie durch China ist mit Globalisierung nicht mehr zu rechtfertigen; die wachsende Kriminalität von Merkels Gästen zeigt die Kehrseite der Migration; die deutsche Wirtschaft wird durch die von Merkel betriebenen Russland-Sanktionen geschädigt; und die amerikanischen Sanktionen gegen uns werden zum Existenzproblem der Industrie.
Ob Merkel will oder nicht, die Forderungen, ein friedliches und harmonisches Verhältnis auch zu Russland anzustreben, wird durch das amerikanische Verhalten erzwungen.
Merkel hat in den letzten drei Jahren zu häufig die falsche Richtung eingeschlagen, Dauerschäden für unser Volk verursacht. Sie glaubte, dies in Gefolgschaft oder auf Geheiss der amerikanischen Besatzungsmacht leisten zu müssen. Nun sind aber die Befehle anders, hat sie die Interessen ihres Landes nutzlos geopfert.
Der eigentlich politisch seit langem vernünftige Weg der USA, sich mit Russland auszusöhnen, wird die Anti-Russland-Kämpfer in die Krise treiben und die Sanktionen kippen.
Nato-Stoltenberg wird in Kürze abtreten, Juncker hat zuerst den Schwenk vollzogen, die neuen Regierungen in Spanien und Italien machen den Boykott nicht mehr mit, der amerikanische Präsident gibt eine andere Richtung vor, die Merkel nicht mehr so kurzfristig glaubhaft mitwenden kann. Seit der ­G-7-Konferenz verlöscht der Merkel-Stern Schritt um Schritt.    •