Was bei der Übernahme der EU- Waffenrichtlinie auch zu bedenken ist

ug. Die schweizerische politische Kultur – unser Verhältnis zum Staat steht auf dem Spiel.
Eine zunehmend restriktive Gesetzgebung, bei der wir schrittweise Freiheit gegen vorgebliche (!) Sicherheit eintauschen, beruht auf einer schwerwiegenden psychologischen Fehlüberlegung.

Vertrauen und Verantwortung statt Steuerung und Kontrolle

In der Pädagogik stärkt man Kinder, indem man ihnen etwas zutraut und auch zumutet. Geschenktes Vertrauen stärkt die Bereitschaft zu Kooperation und Übernahme von Verantwortung. So führt man Kinder zur Mündigkeit. Dies gilt nicht nur für die Kinder.
Unsere politische Kultur lebt von der Bereitschaft der Bürger, Verantwortung für das Zusammenleben zu tragen. Jedes Entmündigen schwächt den Verantwortungssinn.
Unsere Tradition ist das Milizprinzip, wonach die Bürgerin und der Bürger in vielfältiger Weise nebst familiärer und beruflicher auch staatsbürgerliche Verantwortung trägt. Davon lebt unser Gemeinwesen.
Im Unterschied zu den Bürgern anderer Staaten bestimmen wir die Gesetze und damit das Geschick unseres Landes selber. Wir können diese Verantwortung nicht delegieren, sondern müssen sie persönlich tragen – in letzter Konsequenz durch die Wehrpflicht.
Verwalter bestimmen in einer Bürokratie das Zusammenleben, und der Bürger wird zum Verwaltungsobjekt. Er ist entmündigt und steht unter Generalverdacht, angefangen bei der Steuererklärung, über den verantwortungsvollen Umgang mit Haustieren, bis zum Waffenbesitz. Seine Ehrlichkeit, Verläss­lichkeit und Gesetzestreue hat er gegenüber einem Beamtenapparat stets unter Beweis zu stellen.
«Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser», soll Lenin gesagt haben. Aber gerade im Lande Lenins hat sich fatal herausgestellt: Ohne Vertrauen ist auf Kontrolle kein Verlass!     •