Bau eines Wohnhauses mit Verarbeitungsraum und Hofladen

Näher bei Königin und Bär

von Max Hugelshofer

Königin und Bär. So heissen die Lieblingskühe der vierjährigen Lena und des dreijährigen Andri. Täglich gehen die beiden Geschwister auf Besuch in den Stall. Bald müssen sie dazu nicht mehr durchs halbe Dorf laufen.

Der Zügeltermin kann für Zumbrunns gar nicht schnell genug kommen. Nur schon, weil im neuen Haus endlich warme Zimmer auf sie warten. Das bisherigen Haus war im Winter kaum zu heizen. (Bild www.berghilfe.ch)

Auf den ersten Blick wirkt das alte Bauernhaus mitten im Dorfkern von Tschier­tschen wie das perfekte Zuhause. So gemütlich und urtümlich. Doch die Bewohner, Kaspar und Maja Zumbrunn mit den beiden Kindern Lena und Andri, können es kaum erwarten auszuziehen. Denn das Haus ist nicht nur alt und zu klein für die Familie. Es zieht auch darin, und an kalten Wintertagen kann man den Holzofen in der Küche gar nicht schnell genug füttern, um alle Zimmer warm zu bekommen.

Plötzlich wurde es teurer

«Als wir den Hof meiner Eltern vor einem guten Jahr übernommen haben, war bereits klar, dass wir nicht in diesem Haus bleiben möchten», sagt Maja. Denn ihr jetziges Wohnhaus mitten im Dorf gehört nicht zum Betrieb. Statt viel Geld in den Kauf und die Sanierung ihres Hauses zu investieren, entschlossen sich die jungen Bergbauern, selbst zu bauen. Und zwar direkt beim Hauptstall, der am Rand des Dorfes liegt. Weil sie vor der Betriebsübernahme konsequent gespart hatten, ging es sogar finanziell auf. Als sich dann aber nach Baubeginn herausstellte, dass die Baugrube im steilen Gelände zusätzlich gesichert werden muss, und fast am gleichen Tag auch noch der Transporter den Geist aufgab, steckten Zumbrunns plötzlich in finanziellen Schwierigkeiten. «Uns fiel ein Stein vom Herzen, als uns die Schweizer Berghilfe ihre Unterstützung zusicherte», sagt Kaspar.
Inzwischen steht der Rohbau, und die Familie geht praktisch jeden Tag auf die Baustelle. Kaspar ist sowieso oft dort, weil er beim Bau viel mitarbeitet. Heute freuen sich Lena und Andri über die frisch eingebauten Fenster in ihren zukünftigen Zimmern. Aber nur ein paar Minuten lang. Dann zieht es sie nach nebenan zu ihren Lieblingskühen in den Stall. Den Weg dorthin können sie vom neuen Zuhause aus selbständig unter die Füsse nehmen.    •

Quelle: Berghilf-Ziitig, Nr. 103, Frühling 2019
Schweizer Berghilfe: www.berghilfe.ch

Die Schweizer Berghilfe ist eine ausschliesslich durch Spenden finanzierte Organisation mit dem Ziel, die Existenzgrundlagen und die Lebensbedingungen im Schweizer Berggebiet zu verbessern. Sie fördert die Selbsthilfe der Bergbevölkerung und trägt damit dazu bei, Wirtschafts- und Lebensräume zu entwickeln, die regionale Kultur zu erhalten, die Kulturlandschaft zu pflegen und der Abwanderung entgegenzuwirken. Die Unterstützung der Schweizer Berghilfe löst ein Mehrfaches an Investitionen aus, die primär beim lokalen Gewerbe Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen.