Jugendliche setzen sich in Bern für die Bergdörfer ein

25 Jugendliche aus Berggemeinden der ganzen Schweiz trafen sich am 11. Mai in Bern zum «Jugendforum der SAB», um über die Zukunft ihrer Dörfer zu sprechen. Zusammen mit ihren Heimatgemeinden haben sie der Abwanderung den Kampf angesagt und wurden dafür von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete SAB als «Jugendfreundliche Bergdörfer» ausgezeichnet. In Bern haben sich die Jugendlichen über die Erfolge, Lösungsstrategien und Zukunftsperspektiven ausgetauscht.
Die Situation in Berggemeinden beunruhigt Jugendliche schweizweit: Schulen schliessen, das Angebot an Treffpunkten und Gastronomie nimmt ab, das Gewerbe verlagert sich in grössere Zentren. Doch die Gemeinden bleiben nicht untätig.

Wirksame Massnahmen wie Jugendarbeit, Nachtbusse und Wohnbauförderung

Die «Jugendfreundlichen Bergdörfer» haben im ständigen Austausch mit den Jugendlichen ihrer Gemeinde vielfältige Massnahmen eingeleitet: bessere Verkehrsverbindungen für die Jugendlichen (zum Beispiel für den Ausgang), Kinderbetreuung für arbeitstätige Eltern, Jugendlokale als Treffpunkt, Verbesserung des Jobangebots, Ausbau von alten Gebäuden zu jugendgerechten Wohnungen usw. «Das Engagement der Gemeinden ist ausserordentlich», sagt Thomas Egger, Direktor der SAB, «mit dem Label machen wir dieses Engagement sichtbar und stärken es langfristig.»

Austausch von Lösungsstrategien

Am Jugendforum stehen nicht die Herausforderungen, sondern die Lösungen der verschiedenen Gemeinden im Zentrum. «Ich finde es grossartig, dass die Jugendlichen in Safiental GR den Gemeinderat für ein Jugendlokal überzeugen konnten», lobt Joël Abgottspon aus Stalden VS, «solche Beispiele inspirieren und ermutigen uns.» Der Austausch zwischen Jugendlichen aus Bergdörfern verschiedener Ecken der Schweiz ist sonst selten. «Wegen der langen Reisewege kennen viele junge Bündner andere Bergregionen der Schweiz nicht – dabei stehen wir oft vor denselben Problemen und können voneinander lernen» stellt Moreno Donato (GR), Präsident des Jugendforums, fest.
Nach dem Jugendforum gehen Mitglieder mit frischen Ideen und Motivation in ihre Dörfer zurück. Die erfolgreichen Beispiele aus anderen Gemeinden ermutigen, sich in der Heimat für konkrete Massnahmen zu engagieren – und bald von der gewonnenen Lebensqualität zu profitieren.

Über das Label «Jugendfreundliche Bergdörfer»

Das Label «Jugendfreundliche Bergdörfer» zeichnet Berggemeinden aus, die sich mit grossem Engagement für die Jugend im Berggebiet einsetzen. Die Jugendlichen dieser Gemeinden gestalten im Jugendforum der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete (SAB) ihre eigene Zukunft mit. Sie unterstützen so das Berggebiet und können der Abwanderung langfristig entgegenwirken.    •

Die SAB setzt sich für die Entwicklung der Berggebiete und der ländlichen Räume in der Schweiz ein, mit einem Fokus in der politischen Interessenvertretung. Weitere Informationen: www.sab.ch.
Gemeinden mit dem Label «Jugendfreundliches Bergdorf»: Andermatt (UR), Ernen (VS), Flühli-Sörenberg (LU), Gampel-Bratsch (VS), Hergiswil bei Willisau (LU) , Leukerbad (VS), Lumnezia (GR), Region Stalden (VS): Stalden, Staldenried, Törbel, Embd, Eisten, Saas-Grund (VS), Safiental (GR), Veysonnaz (VS)
Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete (SAB) 3001 Bern, Seilerstrasse 4, Tel.: 031 382 10 10 info(at)sab.ch

Für Rückfragen: Thomas Egger, Direktor der SAB und Nationalrat, Tel.: 079 429 12 55, Andrea Koch, Kontaktperson für das Label «Jugendfreundliche Bergdörfer», Tel.: 076 216 11 20
Weitere Informationen: www.jugend-im-berggebiet.ch; www.jeunesse-en-region-de-montagne.ch;
www.gioventu-e-regione-di-montagna.ch

Quelle: www.sab.ch vom 11.5.2019