Durch den Gotthardbasistunnel

Auszug aus dem Lesebuch «Mein liebstes Lesebuch. Gedichte, Rätsel und Verse für die dritte Klasse»

7:20 Uhr, Gleis 7, Hauptbahnhof Zürich – so lautet die Verabredung. Gabriel und seine Gotte steigen um 7:32 Uhr in den Zug Richtung Lugano, der durch den Gotthardbasis­tunnel fährt; für beide zum ersten Mal.
Nach dem Halt in Arth-Goldau fährt der Zug am schönen Urnersee entlang. Auf der anderen Seite liegt die Rütliwiese, wo vor mehr als 700 Jahren mit dem Rütlischwur die Grundlage für die Schweiz gelegt wurde. Am Ende des Sees, bei Flüelen, aufgepasst: Nun geht es nicht mehr lang bis zur Tunneleinfahrt in Erstfeld. Beide halten das Handy bereit; sie wollen die Zeit messen, die der Zug für die 57 Kilometer durch den Tunnel braucht. Achtung, fertig, los, Starttaste gedrückt. Es wird dunkel, und man spürt, wie der Zug schneller fährt. Es dauert 21 Minuten und 21 Sekunden, bis in Biasca wieder das Tageslicht auftaucht. Jetzt sind sie schon im Tessin. Hier wird Italienisch gesprochen, eine von unseren vier Landessprachen.
Sie überlegen ein paar Wörter:
buon giorno – guten Tag
il treno – der Zug
buona sera – guten Abend
la stazione – der Bahnhof
grazie – danke
la galleria – der Tunnel
prego – bitte
Bis zehn zählen? Gabriel probiert es: uno, due, tre, quattro, cinque, sei, sette, otto, nove, dieci – bravo! Vielleicht können sie ihre Italienischkenntnisse brauchen?
Auf der Rückfahrt messen sie die Zeit nochmals. Nun braucht der Zug 17 Minuten und 51 Sekunden. Warum ist er jetzt schneller? Sie fragen den Kondukteur. Er erklärt ihnen, dass oft mehrere Züge gleichzeitig im Tunnel fahren und daher Sicherheitsabstände eingehalten werden müssen. Darum darf der Zug manchmal nicht mit maximaler Geschwindigkeit fahren. Diese ist 250 km/h, das ist doppelt so schnell, wie man auf der Autobahn fahren darf! Er erklärt auch, dass es zwei Röhren gibt, weil es bei diesen Geschwindigkeiten viel zu gefährlich wäre, wenn zwei Züge dicht aneinander vorbeifahren. Aha, darum ist ihnen auf der ganzen Tunnelstrecke kein Zug entgegengekommen.
Zum Abschluss ihrer schönen Reise spielen sie noch «Stadt-Land-Fluss». Gabriel fragt im ganzen Wagen: Kennen Sie ein Land mit F oder eine Stadt mit P? Alle helfen gerne mit. Gabriel kehrt stets mit guten Lösungen zum Platz zurück. Plötzlich dreht ein Mann vom Nachbar­abteil seinen Laptop zu ihnen, und, nur für Gabriel sichtbar, steht in grossen Buchstaben PARIS auf dem Bildschirm. Gerade das hat ihm noch gefehlt. Er kann «Stopp» rufen und gewinnt die Runde.
So geht die Fahrt nach Zürich im Fluge vorbei. Beide sind sich einig: Das war ein schöner Tag!
Kennst du das Geographiespiel «Stadt-Land-Fluss»?
Spiel: Einer sagt im Kopf das ganze ABC auf, der andere ruft irgendwann: Stopp! Dieser Buchstabe ist der Anfangsbuchstabe für die gesuchten Wörter. Der erste, der alle Felder einer Zeile ausgefüllt hat, ruft wiederum Stopp! Nun werden Punkte verteilt: zwei Punkte für einmalige Nennungen, ein Punkt für doppelte Wörter, null Punkte für ein leeres Feld.