Stromausfall

Stromausfall in der Schweiz – grosse Übung in Österreich

rt. Am 25. Mai konnte ein totaler Stromausfall mit Hilfe der europäischen Stromagenturen knapp vermieden werden. Gemäss Informationen des «Tages-Anzeigers» ist plötzlich enorm viel Strom zur Nordgrenze der Schweiz geflossen. Weil dadurch die Anlagen äusserst stark gefordert waren, hat die Netzgesellschaft Swissgrid die höchste Alarmstufe ausgerufen. Hätte die Lage nicht unter Kontrolle gebracht werden können, hätten einzelne Regionen vom Netz genommen werde müssen. Deutlich wird, wie eng die Schweiz mit dem europäischen Stromnetz verwoben ist und wie wichtig eine effektive Zusammenarbeit über die europäischen Grenzen hinweg ist.
In Österreich übten vom 13. bis 15. Mai an die 100 Vertreter aus den Bundesministerien, den Ländern sowie verschiedenen Einsatzorganisationen und Infrastruktureinrichtungen einen Blackout – einen totalen Stromausfall. In die «Krisenübung Helios» wurde am dritten Tag auch die österreichische Bundesregierung involviert. Der Leiter des Staatlichen Krisen- und Katastrophenschutzmanagements SKKM, Robert Stocker, stellte vor der Übung das Ziel vor: «Es gibt nahezu keinen Lebensbereich, der nicht auf Strom angewiesen ist, und wir wollen bei dieser Übung antizipieren, wie wir insbesondere auf Bundesebene bestmöglich mit einer Strommangellage umgehen können» («Der Standard» vom 12. Mai). Österreichs Behörden arbeiten schon seit geraumer Zeit intensiv an Vorkehrungen für einen Ernstfall.
Erst im Januar war es zu einer europaweit gefährlichen Situation gekommen, die fast zu einem Blackout geführt hätte. Der österreichische Bundesheermajor und ausgewiesene Blackout-Spezialist Herbert Saurugg wies im «Standard» vom 15. Januar in diesem Zusammenhang darauf hin, wie wichtig eine entsprechende Vorsorge sei. Gerade bei einer Wetterlage wie im Januar dauere es, bis alle Funktionen wiederhergestellt seien. Deshalb sollten Bürger ausreichend Wasser und Essensvorräte bereithalten. Empfohlen werden etwa Haltbarmilch, Zucker, Gemüse oder Hülsenfrüchte in Dosen sowie Nahrungsmittel, die man mit Kochwasser zubereiten könne – idealerweise besitzt man dann auch einen Gaskocher. Denn ein Blackout betrifft nicht nur akut die Stromversorgung, sondern hat auch längere Auswirkungen. So können etwa Lebensmittel verderben, weil die Kühlkette unterbrochen wird. (Für die Schweiz sei auch auf die ausgezeichnete Internetseite www.alert.swiss.ch hingewiesen).
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Unangenehm fiel in diesem Zusammenhang die Behauptung der Netzagentur Swissgrid auf, dass nur durch ein Stromabkommen mit der EU – dessen Bedingung angeblich das Rahmenabkommen mit der EU sei – solche Vorfälle besser verhindert werden könnten.    •