Der geplante Angriff auf das «karibische Becken»

von Thierry Meyssan

Obwohl Präsident Trump den Rückzug der US-Kampftruppen aus dem «Erweiterten Nahen Osten» angekündigt hat, verfolgt das Pentagon weiterhin die Umsetzung des Rumsfeld-Cebrowski-Plans. Es geht dieses Mal darum, die Staaten des «karibischen Beckens» zu zerstören. Aber nicht so wie in den 1970er Jahren mit dem Sturz prosowjetischer Regime, sondern jetzt mit der Zerstörung aller regionalen staatlichen Strukturen, egal, ob von politischen Gegnern oder Freunden.

In einer Reihe früherer Artikel haben wir den Plan des SouthCom vorgestellt, der einen Krieg zwischen Lateinamerikanern provozieren sollte, um alle staatlichen Strukturen des «Karibik-Beckens» zu zerstören.1

Die Vorbereitung eines solchen Krieges, der den Konflikten des «Erweiterten Nahen Ostens» im Rahmen der Rumsfeld-Cebrowski-Strategie folgen sollte, erfordert ein Jahrzehnt.2

Nach der Phase der wirtschaftlichen Destabilisierung3 und jener der militärischen Vorbereitung sollte die eigentliche Operation in den kommenden Jahren mit einem Angriff auf Venezuela beginnen, und zwar durch Brasilien (unterstützt von Israel), Kolumbien (Verbündeter der Vereinigten Staaten) und Guyana (das heisst das Vereinigte Königreich). Dieser Operation sollen andere folgen, zunächst gegen Kuba, Venezuela und Nicaragua (die «Troika der Tyrannei» laut John Bolton).

Allerdings könnte der ursprüngliche Plan geändert werden, vor allem wegen der erneuten imperialen Bestrebungen des Vereinigten Königreichs,4 die das Pentagon beeinflussen könnten.

Entwicklung von Venezuela

Der venezolanische Präsident Hugo Chávez hatte die Beziehungen mit dem «Erweiterten Nahen Osten» auf einer ideologischen Basis entwickelt. Er hatte sich besonders dem iranischen Präsidenten Mahamud Ahmadenejad und dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad angenähert. Zusammen hatten sie die Möglichkeit erwogen, eine zwischenstaatliche Organisation zu gründen, die «Bewegung der freien Alliierten» nach dem Vorbild der «Blockfreien Staaten», welche jedoch im Laufe der Zeit durch die Ausrichtung einiger ihrer Mitglieder auf die Vereinigten Staaten geschwächt wurde.5

Wenn Nicolas Maduro auch den gleichen Tenor pflegt wie Hugo Chávez, so hat er doch eine ganz andere Aussenpolitik eingeschlagen. Gewiss hat er die Annäherung an Russ-land weiter verfolgt und ebenfalls die russischen Bomber in Venezuela begrüsst. Er hat einen Import-Vertrag von 600 000 Tonnen Weizen unterschrieben, um den Hunger in seinem Land zu bekämpfen. Vor allem soll er etwa 6 Milliarden Dollar an Investitionen erhalten, davon 5 im Ölsektor. Russische Ingenieure werden vorübergehend Arbeitsplätze von Venezolanern übernehmen, die diese im Moment nicht besetzen.

Nicolas Maduro hat die Allianzen seines Landes auf neuer Grundlage reorganisiert. Er hat auf diese Weise eine enge Verbindung mit der Türkei etabliert, die Mitglied der Nato ist und deren Armee derzeit den Norden Syriens besetzt. Maduro hat sich viermal nach Istanbul begeben, und Erdogan kam einmal nach Caracas.

Die Schweiz war ein Verbündeter von Hugo Chávez, dem sie bei der Ausarbeitung seiner Verfassung behilflich war. Dennoch hat sich Nicolas Maduro wegen der Befürchtung, das Gold seines Landes nicht mehr in der Schweiz raffinieren zu können, an die Türkei gewandt, um das Rohmaterial dort in Barren zu verwandeln. Früher blieb dieses Gold in den Schweizer Banken, um die Öl-Verträge zu garantieren. Nun wurden die Barmittel auch in die Türkei übertragen, während das frisch raffinierte Gold nach Venezuela zurückgeht. Diese Ausrichtung kann nicht ideologisch, sondern muss interessengeleitet interpretiert werden. Es bleibt jedoch die Aufgabe, diese Interessen zu definieren.

Zur gleichen Zeit ist Venezuela das Opfer einer Destabilisierungs-Kampagne, die mit den Demonstrationen der Guarimbas begonnen hat, durch den Putschversuch am 12. Februar 2015 («Operation Jericho») und dann durch Angriffe auf die nationale Währung und die Organisation der Auswanderung weiterverfolgt wurde. In diesem Zusammenhang hat die Türkei Venezuela die Möglichkeit geboten, die US-Sanktionen zu umgehen. Der Handel zwischen den beiden Ländern stieg im Jahr 2018 um 1500 %.

Wie immer sich das politische System Venezuelas entwickelt, rechtfertigt das nicht, was gegen seine Bevölkerung vorbereitet wird.

Koordination der Logistik

Vom 31. Juli bis zum 12. August 2017 hat die SouthCom eine grosse Übung mit mehr als 3000 Mann aus 25 verbündeten Staaten organisiert, darunter Frankreich und das Vereinigte Königreich. Es ging darum, eine schnelle Landung der Truppen in Venezuela vorzubereiten.6

Kolumbien

Kolumbien ist ein Staat, aber keine Nation. Seine Bevölkerung lebt in diesem Land nach sozialen Schichten geographisch getrennt, mit sehr grossen Unterschieden im Lebensstandard. Fast kein Kolumbianer hat es gewagt, sich in ein anderes Stadtviertel als das seiner sozialen Klasse zu begeben. Diese strikte Trennung hat die Verbreitung von Paramilitärs möglich gemacht und daher interne bewaffnete Konflikte ausgelöst, die in 30 Jahren mehr als 220 000 Menschen das Leben gekostet haben.

Präsident Iván Duque, der seit August 2018 an der Macht ist, hat den von seinem Vorgänger Juan Manuel Santos geschlossenen fragilen inneren Frieden mit der FARC – aber nicht den mit der ELN [«Nationale Befreiungsarmee»] – in Frage gestellt. Er hat auch die Möglichkeit einer militärischen Intervention in Venezuela nicht ausgeschlossen. Laut Nicolas Maduro bilden die Vereinigten Staaten derzeit 734 Söldner in einem Trainingscamp im kolumbianischen Tona für eine Aktion unter falscher Flagge aus, um einen Krieg gegen Venezuela zu entfachen. Auf Grund der soziologischen Besonderheit Kolumbiens ist es nicht möglich, mit Sicherheit zu sagen, ob dieses Trainingslager von Bogota kontrolliert wird oder nicht.

Guyana

Im 19. Jahrhundert sind sich die Kolonialmächte über die Grenze zwischen Britisch-Guayana (dem aktuellen Guyana) und Niederländisch-Guayana (dem heutigen Surinam) einig geworden, aber die Grenze zwischen der britischen und spanischen Zone (dem aktuellen Venezuela) wurde nie schriftlich festgelegt. In der Tat verwaltet Guyana 160 000 km2 Urwald, um den noch mit dem grossen Nachbarn gestritten wird. Gemäss des Genfer Vertrages vom 17. Februar 1966 haben sich die beiden Staaten an den Generalsekretär der Vereinten Nationen gewandt (damals der Birmane U Thant). Nichts hat sich seit damals geändert, Guyana will die Sache vor den Ständigen Schiedshof der Vereinten Nationen bringen, während Venezuela Direktverhandlungen bevorzugt.

Dieser territoriale Streit schien nicht dringend zu sein, weil das umstrittene Gebiet nicht bewohnt ist und man es als wertlos einschätzte, aber es ist ein riesiger Raum, der zwei Drittel von Guyana ausmacht. Der Genfer Vertrag wurde fünfzehnmal von Gu-yana verletzt, was insbesondere die Ausbeutung einer Goldmine erlaubt hat. Vor allem ist mit der Entdeckung von Ölfeldern im Atlantischen Ozean durch Exxon Mobile im Jahr 2015 ein grosses Problem aufgetaucht, genau in den Hoheitsgewässern des umstrittenen Gebietes.

Die Bevölkerung von Guyana besteht aus 40 % Indern, 30 % Afrikanern, 20 % Mestizen und 10 % Indianern. Die Inder sind sehr präsent im öffentlichen Dienst und die Afrikaner in der Armee.

Am 21. Dezember 2018 wurde ein Miss-trauensantrag gegen die Regierung von Präsident David Granger, einem probritischen und antivenezolanischen General, eingereicht, der seit 2015 an der Macht ist. Zur allgemeinen Überraschung stimmte ein Mitglied des Parlaments, Charrandas Persaud, gegen seine eigene Partei, und er verursachte in einem unbeschreiblichen Chaos den Sturz der Regierung, die nur eine Stimme Mehrheit hatte. Seitdem herrscht grösste Instabilität: Es ist unklar, ob Präsident Granger trotz seiner Chemotherapie die aktuellen Angelegenheiten bewältigen kann, während Charrandas Persaud mit einer Eskorte das Parlament durch eine verborgene Tür verlassen hat und nach Kanada geflohen ist.

Am 22. Dezember 2018 haben die beiden Schiffe Ramform Thethys (Flagge der Bahamas) und Delta Monarch (Trinidad und Tobago) in Abwesenheit der Regierung Unterwasser-Erkundungen in dem umstrittenen Gebiet im Auftrag von Exxon-Mobile begonnen. Da dieses Eindringen den Genfer Vertrag verletzte, hat die Armee von Venezuela die beiden Schiffe verjagt. Das Aussenministerium von Guyana hat im Rahmen der geschäftsführenden Regierung dies als feindlichen Akt angeprangert.

Der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson sagte dem Sunday Telegraph in einem anderen Zusammenhang am 30. Dezember 2018, dass die Krone [britische Regierung] der Entkolonialisierung, die seit der Suez-Affäre von 1956 die Whitehall-Doktrin war, ein Ende setze. London bereite sich vor, einen neuen Militärstützpunkt in der Karibik zu eröffnen (das Königreich hat solche derzeit nur in Gibraltar, Zypern, Diego Garcia und auf den Falklandinseln). Er könnte in Montserrat (West Indies) sein oder, was wahrscheinlicher ist, in Guyana und sollte im Jahr 2022 einsatzbereit sein.7

Guyana ist der Nachbarstaat von Surinam (Niederländisch-Guyana). Sein Präsident, Desi Bouterse, wird in Europa wegen Drogenhandels verfolgt; eine Angelegenheit, die aus der Zeit vor seiner Wahl stammt. Aber sein Sohn Dino ist in Panama im Jahr 2013 verhaftet worden, obwohl er mit einem Diplomatenpass einreiste. Er wurde in die Vereinigten Staaten ausgeliefert, wo er wegen Drogenhandels zu 16 Jahren Haft verurteilt wurde; in Wirklichkeit, weil er die libanesische Hizbullah in Surinam installierte.

Brasilien

Im Mai 2016 ernannte der Finanzminister der Übergangsregierung des libanesisch-brasilianischen Michel Temer, Henrique Meirelles, den Israel-Brasilianer Ilan Goldfajn zum Direktor der Zentralbank. Als Meirelles den Vorsitz des Vorbereitungsausschusses für die Olympischen Spiele innehatte, rief er auch Tsahal [die israelische Armee] für die Koordinierung der brasilianischen Armee und Polizei zu Hilfe, um die Sicherheit der Spiele zu gewährleisten. Da Israel zur gleichen Zeit Brasiliens Zentralbank, Armee und Polizei leitete, hatte es keine Schwierigkeiten, die Volksproteste jener zu unterstützen, die von der Arbeiterpartei die Nase voll hatten wegen ihrer Nachlässigkeit.

Im Glauben, dass Präsidentin Dilma Rousseff den Staatshaushalt in dem Petrobras-Skandal verschleiert habe, ohne dass dies je bewiesen wurde, haben die Parlamentarier sie im August 2016 abgesetzt.

Anlässlich der Präsidentschaftswahlen von 2018 fuhr der Kandidat Jair Bolsonaro nach Israel, um sich in den Gewässern des Jordan taufen zu lassen. Er gewann somit massiv die Stimmen der Evangelikalen.

Er wurde im Gespann mit General Hamilton Mourão als Vizepräsident gewählt. Letzterer erklärte während der Übergangszeit, dass Brasilien sich vorbereiten sollte, Truppen als «Friedenskräfte» nach Venezuela zu schicken, wenn Präsident Maduro erst einmal gestürzt wäre; eine Bemerkung, die eine unterschwellige Drohung bedeutet und die Präsident Bolsonaro zu verharmlosen versuchte.

In einem Interview am 3. Januar, auf dem SBT-Sender, hat Präsident Bolsonaro Verhandlungen mit dem Pentagon erwähnt, um einen US-Militärstützpunkt in Brasilien zu akzeptieren. Diese Aussage hat innerhalb der Streitkräfte eine starke Opposition ausgelöst, die der Meinung ist, dass auch die Streitkräfte selbst in der Lage seien, das Land zu verteidigen.

Bei seiner Amtseinführung am 2. Januar begrüsste der neue Präsident den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu. Es war das erste Mal, dass eine israelische Persönlichkeit dieser Bedeutung nach Brasilien kam. Präsident Bolsonaro kündigte bei dieser Gelegenheit die baldige Übersiedlung der brasilianischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem an.

US-Aussenminister Mike Pompeo, der auch zum Amtsantritt gekommen war, wo er auch den peruanischen Aussenminister Nestor Popolizio traf, hat mit Präsident Bolsonaro seine Absicht angekündigt, gegen die «autoritären Regime» in Venezuela und Kuba zu kämpfen. Bei der Rückkehr in die Vereinigten Staaten machte er Halt in Bogota, um den kolumbianischen Präsidenten Ivàn Duque zu treffen. Die beiden Männer haben vereinbart, Venezuela diplomatisch zu isolieren. Am 4. Januar trafen sich die 14 Staaten der Lima-Gruppe (darunter Brasilien, Kolumbien und Guyana), um Nicolas Maduros neues Mandat, das am 10. Januar begonnen hat [Zeitform aktualisiert], als «illegitim» zu erachten;8 ein Kommuniqué, das aber von Mexiko nicht unterzeichnet worden ist. Darüber hinaus werden 6 der Mitgliedsstaaten eine Beschwerde gegen Präsident Nicolas Maduro wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit beim Internationalen Strafgerichtshof einreichen.

Heute ist vollkommen klar, dass die Vorbereitung des Kriegs im Gange ist. Mächtige Kräfte sind in das Geschehen involviert, und wenige können sie jetzt noch aufhalten. Es ist dieser Zusammenhang, in dem Russland die Möglichkeit der Einrichtung eines ständigen Marinestützpunktes in Venezuela prüft. Die Insel La Orchila – auf der Präsident Hugo Chávez während des Putsches vom April 2002 Gefangener war – würde erlauben, die strategischen Bomber zu stationieren. Das wäre eine weit grössere Bedrohung für die Vereinigten Staaten als jene der sowjetischen Raketen, die 1962 auf Kuba stationiert wurden.     •

(Übersetzung Horst Frohlich) (Korrekturlesen Werner Leuthäusser und Zeit-Fragen)

1  Tidd, Admiral Kurt W. Plan to overthrow the Venezuelan Dictatorship – «Masterstroke». Voltaire Network vom 23. Februar 2018.
Calloni, Stella. Der «Meister Schlag» der USA gegen Venezuela. Voltaire Netzwerk vom 14.5.2018.
Meyssan, Thierry. Die Vereinigten Staaten bereiten einen Krieg zwischen Lateinamerikanern vor. Voltaire Netzwerk vom 18. Dezember 2018.

2  Barnett, Thomas P. M. The Pentagon’s New Map. Putnam Publishing Group, 2004.
Meyssan, Thierry. Das militärische Projekt der Vereinigten Staaten für die Welt. Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk vom 22. August 2017.

3  Obama, Barack. Declaration of a National Emergency with Respect to Venezuela. Executive Order – Blocking Property and Suspending Entry of Certain Persons Contributing to the Situation in Venezuela. Voltaire Network vom 9. März 2015.

4  Brexit: London kommt mit seiner neuen Kolonialpolitik zurecht. Voltaire Netzwerk vom 4. Januar.

5  Assad et Chavez appellent à la formation d’un Mouvement des alliés libres. Réseau Voltaire vom 28. Juni 2010.

6  Dinucci, Manlio. Grandes manœuvres autour du Venezuela. Il Manifesto (Italie), Réseau Voltaire vom 23. August 2017.

7  Hope, Christopher. We are opening new overseas bases to boost Britain. Sunday Telegraph vom 30. Dezember 2018.

8  Declaración del Grupo de Lima. Red Voltaire vom 4. Januar.

Quelle: Voltaire Netzwerk vom 8. Januar 2019

«Wall Street Journal»: Der Regimewechsel in Venezuela soll nur der Auftakt einer Neuordnung Lateinamerikas sein

km. Der Versuch der US-Regierung, den venezolanischen Präsidenten Maduro zu stürzen, sei nur der erste Schritt hin zu einer Neuordnung Lateinamerikas. Das schrieb das «Wall Street Journal» am 30. Januar. Die US-Zeitung titelte: «U.S. Push to Oust Venezuela’s Maduro Marks First Shot in Plan to Reshape Latin America». Ziel soll es sein, den Einfluss Russ-lands, Chinas und Irans in der Region zurückzudrängen.

Die Umrisse der neuen Strategie wurden bereits im November 2018 durch den Nationalen Sicherheitsberater John Bolton skizziert, der Kuba, Venezuela und Nicaragua zur «Troika der Tyrannei» erklärte. Die US-Regierung freue sich darauf, jede Spitze dieser Troika fallen zu sehen.

Das «Wall Street Journal» wies aber auch auf die Risiken dieser Strategie hin. Sollte zum Beispiel der Sturz Maduros in Venezuela scheitern und sich die Situation im Land weiter verschlechtern, werde die Krise des Landes noch stärker als bisher schon der US-Regierung angelastet.

Der Blog Moon of Alabama zog am 31. Januar Parallelen zum Plan der Neugestaltung des Nahen Ostens unter US-Aussenministerin Condoleezza Rice aus dem Jahr 2006. Dieser Plan sei zwar gescheitert, habe aber schwer beschädigte Staaten hinterlassen. Das könne sich nun in Lateinamerika wiederholen. Laut Moon of Alabama setze die US-Regierung auf die Anwendung von Gewalt: Entweder in Form eines Putsches der venezolanischen Streitkräfte – oder aber von aussen. Darauf deute auch die Einsetzung von Elliott Abrams als Sondergesandter für Venezuela hin. Abrams sammelte in den achtziger Jahren in Mittelamerika reichlich Erfahrung bei verdeckten und gewalttätigen US-Operationen.

Quellen: https://www.wsj.com/articles/u-s-push-to-oust-venezuelas-maduro-marks-first-shot-in-plan-to-reshape-latin-america-11548888252;
https://www.moonofalabama.org/2019/01/venezuela-coup-attempt-part-of-a-larger-project-military-intervention-likely-to-fail.html#more

«Solidaritätserklärung mit der Bolivarischen Republik Venezuela»

veröffentlicht am 10. Februar 2019 vom Vorsitzenden der SADC, seiner Exzellenz Dr. Hage G. Geingob, Präsident der Republik Namibia

Die Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika* (SADC) nimmt mit Besorgnis die Versuche der Führer einiger Länder zur Kenntnis, sich in die Angelegenheiten und die Souveränität der Bolivarischen Republik Venezuela einzumischen.

Insbesondere haben diese Länder versucht, eine demokratisch gewählte Regierung der Bolivarischen Republik Venezuela unter der Leitung von Präsident Nicolas Maduro Moros zu untergraben, indem sie Herrn Juan Guaidó Marquez zum Interimspräsidenten der Bolivarischen Republik Venezuela erklärt haben.

Die SADC verurteilt solche Verstösse gegen die Grundsätze des Völkerrechts, insbesondere der Achtung der Souveränität und der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten souveräner Staaten.

Die SADC stellt fest, dass das Volk der Bolivarischen Republik Venezuela seine politischen Entscheidungen durch Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Dezember 2015 bzw. Mai 2018 zum Ausdruck gebracht hat, und fordert die internationale Gemeinschaft und alle Beteiligten nachdrücklich auf, die Ergebnisse dieser Wahlen zu respektieren.

* Die Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (Southern African Development Community, SADC) ist eine regionale Organisation zur wirtschaftlichen und politischen Integration im südlichen Afrika. Ihr Sitz ist Gaborone in Botswana. Die 16 Mitgliedsländer sind Angola, Botswana, Komoren, Demokratische Republik Kongo, Lesotho, Madagaskar, Malawi, Mauritius, Mosambik, Namibia, Sambia, Seychellen, Simbabwe, Südafrika, Swasiland und Tansania.

Quelle: https://www.sadc.int/files/8415/4980/4167/Solidarity_statement_with_the_Bolivarian_Republic_of_Venezuela_by_SADC_Chairperson.pdf

(Übersetzung Zeit-Fragen)