Leserbrief

Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) – unsichere Gesundheitsakten

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) soll ab dem Jahr 2021 in Deutschlamd flächendeckend eingeführt werden. Von diesem Zeitpunkt an müssen die Krankenkassen jedem Patienten eine elektronische Patientenakte (ePA) zur Verfügung stellen. Dadurch sollen Röntgenbilder, Befunde, Notfalldaten, Medikationspläne oder Labordaten digital zugänglich sein, etwa für behandelnde Ärzte.
Man stelle sich vor, mit Hilfe der eGK hat man alle Daten auf seinem Chip, und damit hätten Patienten und ihre Ärzte ebenso wie die Krankenkasse und Apotheken vollständigen Zugriff auf alle Daten. Der Versicherte kann mit seinem Smartphone ebenfalls auf die ePA zugreifen. Eine private Firma soll eine Telematik-Infrastruktur (TI) entwickeln, die den Zugang der eGK ermöglicht. Auch dabei besteht die Gefahr eines unbefugten Zugriffs auf sensible Akten.
Vielen Bürgern ist es noch gar nicht bewusst, welche Konsequenzen die Einführung der eGK bedeutet. Es kann zu einem vielfachen Missbrauch durch Hacker oder professionelle Angreifer kommen. Der Chaos-Computer-Club hat bereits darauf hingewiesen, dass das Problem mit besseren Passwörtern nicht gelöst wird, das System sei «löchrig»! Es stellt sich hier die Frage nach der Haftung.
Schon seit Jahren haben Ärzte vor unsicheren Internetdaten gewarnt. Ausgerechnet sie werden per Gesetz gezwungen, persönlich für die Risiken der Vernetzung im Gesundheitswesen zu haften. Dabei soll die Pflege der Daten vom Arzt kostenlos erbracht werden. Wegen des technischen Aufwandes geht viel Zeit von der Patientenversorgung ab.
90 % der sozialversicherungspflichtigen Bürger – die Krankenversicherung ist hiervon ein wesentlicher Bestandteil – sind davon betroffen. Die Interessen der Patienten müssen unbedingt bewahrt und geschützt werden. Nicht die von «Akteuren», die sich darum reissen, die technischen Standards festzulegen. Auch die privaten Versicherungen überlegen, ein derartiges System zu schaffen.
Die «Angreifer» werden immer am Ball bleiben. Es handelt sich schliesslich um sehr wichtige und vertrauliche Daten. Wie wäre es, wenn Politiker mit «gutem Beispiel» vorangingen und ihre persönliche ePA mit sensiblen Daten füllen würden?
Die Behauptung, dass der Bürger seine Daten nur freiwillig zur Verfügung stellen müsse, ist in Anbetracht des milliardenschweren Aufwandes nicht mehr als eine Beschwichtigung, um Protest nicht aufkommen zu lassen.
Es gibt zu viel berechtigte Kritik an der Einführung der eGK. Viele Ärzte plädieren dafür, beim bisherigen System zu bleiben und wichtige Gesundheitsinformationen als Papierdruck aufzubewahren.

Jörg Sieg, Gottmadingen (DE)

Informative Links:

https://www.youtube.com/watch?v=RIIZrnxrx1E; https://www.youtube./com/watch?v=82Hfh1AltiQ