Hacker-Krieg

von Professor Dr. Eberhard Hamer

Vor einiger Zeit wurde berichtet, dass Cyber-Spione angeblich das Datensystem der Bundesverwaltung und der Bundeswehr geknackt haben. Es sei zwar nicht beweisbar, wer der Täter ist, die Kriegsministerin machte jedoch Russland verantwortlich und hat die Presse hinter sich, die ein grosses Geschrei über russische Gefahr von Cyber-Angriffen gestartet hat.
Es ist möglich, dass hinter dem behaupteten Cyber-Angriff russische Hacker stecken. Dagegen müsste man – wenn es erst bewiesen ist – vorgehen.
Unverständlich ist aber die Wut unserer Medien über den – noch nicht bewiesenen – fest behaupteten «russischen Cyber-Angriff». Die gleichen Medien sehen seit 20 Jahren nichts dabei, dass die USA, Israel, Grossbritannien und Frankreich Deutschland flächendeckend ausspionieren, die USA sogar von deutschem Boden aus und auf deutsche Kosten. 70 000 digitale US-Angriffskrieger befehligt das Pentagon, die «täglich in über 80 Ländern weltweit operieren». Die vorgenannten Besatzungsmächte – vor allem die USA – hacken also nicht nur zweimal, sondern ständig in Deutschland, ohne jegliche Kritik. Selbst Angela Merkel fand die Dauerspionage ihres Handys «unter Freunden» nicht anständig, aber wehrte sich nicht.
Wenn man weiss, dass die Datenspionage und Hackerangriffe für die USA inzwischen selbstverständliche Kriegshandlungen sind und täglich in Deutschland ausgeführt werden, wundert man sich über das Geschrei, welches die deutschen Medien zu Angriffen macht, die den Russen zugeschrieben werden, aber vielleicht auch von den Amerikanern stammen.
Immerhin haben die USA «Cyber-, Informations- und Medienkrieg gegen Russland» als eine vorrangige Kriegsvorbereitung gegen Russland bezeichnet – wie auch vor dem Zweiten Weltkrieg.
Wann kommt unsere Regierung endlich auf die Idee, nicht nur ungeklärte Hackerangriffe, sondern auch geklärte und eindeutige anzuprangern, zu verbieten und zu verfolgen?    • 

Finnlands Präsident Niinistö: Das Baltikum wird nicht durch Russland bedroht

zf. In einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» vom 15. September 2018 wurde der finnische Präsident Sauli Niinistö gefragt, ob er Russland als Bedrohung sehe. Er antwortete: «Nein, ich glaube nicht, dass Russland Staaten im Baltikum attackieren wird, und es hat auch keinen Grund, Finnland anzugreifen. Es gibt eher eine globale Bedrohung, aber es gibt da auch eine gesunde Balance. Wenn es einen Krieg gäbe, würde nämlich niemand gewinnen.»