Drogen, Gewehre und Atombomben: Iran als neue «Drogendealer-Firma»?

von Tom Burghardt

Wie viele Schlussfolgerungen aus Wahrscheinlichkeiten braucht es, um einen abgekarteten Krieg zu besiegeln?
Während Israel, die Vereinigten Staaten und ihre Nato-Verbündeten den «Gewinn» – Irans riesigen petrochemischen Reichtum – anvisieren, haben die korporierten Medien verschiedene Themen lanciert, um Argumente für einen Krieg zu liefern.
Seit den 1980er Jahren sind nukleare Proliferation, Terrorismus und nun die vom Finanzdepartement angeführten angeblichen Verbindungen zu den globalen Drogenhandelsnetzwerken als Weckrufe für einen «Regime change» beschworen worden.1 Es würde uns allerdings gute Dienste leisten, die jüngste Geschichte von der geheimen Abstützung des Staates auf illegalen Handel zu untersuchen und wie solche Spielereien die umfassenderen geopolitischen Ziele Amerika voranbringen.

Schattenkrieger der CIA

In den 1980er Jahren waren es die Sandinisten und der «Castro-Kommunismus», die es für die Reagan-Administration zu arrangieren hatten. Da Geld und Waffen zu «unseren Boys», den Contras, strömten, vergalten diese den Gefallen, indem sie für Onkel Sam Zehntausende von Nicaraguanern massakrierten und gleichzeitig grosszügig tonnenweise Kokain an die partyseligen Amerikaner des Go-go-Jahrzehnts [der 1960er Jahre] lieferten.
Als die kolumbianischen Drogenbarone Jorge Ochoa und Pablo Escobar ihre profitable Partnerschaft begannen, taten sie dies allerdings an der Seite von mit Drogen handelnden bolivianischen Faschisten und argentinischen Neo-Nazi-Generälen mit langjährigen Verbindungen zur CIA. So deckte Consortium News auf: «Der Putsch, der als ‹Kokain-Coup› bekannt wurde, setzte (Luis) García Meza und andere Militäroffiziere mit Beziehungen zum Drogenhandel ein, die Bolivien umgehend zum ersten modernen Narko-Staat Südamerikas machten. Die sichere Versorgung mit bolivianischem Kokain war wichtig für die Entwicklung des Medellin-Kartells Anfang der 1980er Jahre.»2
In der Tat wurde der Putsch vom bolivianischen Drogenbaron Roberto Suárez Goméz, finanziert. Mit engen Beziehungen zu Pinochets Regime in Chile und den Generälen der Todesschwadronen von Argentinien bildete Suárez einen Fixpunkt unter den rechtsaussen stehenden internationalen Kreisen, die grosszügig Gelder an die südamerikanischen Tochterunternehmen der Nazi-behafteten Anti­kommunistischen Weltliga [Anti Communist World League WACL] verteilten.

CIA gründete Scheinfirmen, die mit dem Rauschgifthandel in Verbindung standen

Als die Antikommunistische Weltliga 1966 in Taipeh zunächst als Asian People’s Anti-Communist League (APACL) gegründet wurde, funktionierte sie als hundertprozentige Tochtergesellschaft der Regierung Taiwans unter der nationalistischen Narkokratie von Diktator Chiang Kai-Shek und der Republik Korea, damals unter der eisernen Herrschaft des amerikanischen Bundesgenossen Park Chung-hee.
Zu den bemerkenswerten Gründungsmitgliedern der WACL gehörten auch die japanischen Kriegsverbrecher und Faschisten der A-Klasse, Yoshio Kodama und Ryiochi Sasakawa, beide nach dem Krieg führende Köpfe der Verbrechenssyndikate Yakuza. Beide Männer waren Milliardäre, deren Reichtum aus der Kontrolle asiatischer Gaunerbanden im Drogen-, Glücksspiel- und Prostitutionsbereich stammten. Sasakawa kam 1945 wegen Kriegsverbrechen ins Gefängnis. Zusammen mit Kodama und dem späteren japanischen Premierminister Nobusuke Kishi entkam er dem Tod durch den Strang und wurde 1948 aus dem Gefängnis entlassen – ein Resultat seiner Verbindungen zu OSS-CIA [OSS: Office of Strategic Services, ein Nachrichtendienst des Kriegsministeriums der Vereinigten Staaten von 1942 bis 1945]. Einmal erklärte er stolz: «Ich bin der reichste Faschist der Welt.» Sowohl Kodama wie Sasakawa operierten Seite an Seite mit Leuten, die ihre Hände in China im Spiel hatten wie Paul Helliwell, der für die CIA Scheinfirmen gründete, die mit dem Rauschgifthandel, mit der in Bangkok ansässigen Sea Supply Corporation und der taiwanesischen Fluggesellschaft Civil Air Transport in Verbindung standen.
Tatsächlich war es niemand anderer als Sasakawa – die Macht hinter dem Thron der Liberaldemokratischen Partei Japans – der die geheimdienstverbandelte Vereinigungskirche von Reverend Sun Myung Moon und die WACL im wesentlichen finanzierte; sie waren die zentralen Akteure in Boliviens «Kokain Coup» – Fakten, die man in der «Washington Times», die Moon gehört, kaum liest.3

Drogenhandel für die Kuomintang

So schrieb der Analyst Peter Dale Scott im Magazin Variant: «In den Nachkriegsjahren, als die drogenfinanzierte [Taiwan-]China-Lobby in Washington stark war und die USA Waffen und Truppen der chinesischen Nationalisten [Kuomintang] nach Ost-Burma beförderten, stieg die Opiumproduktion in dieser abgelegenen Region in 15 Jahren auf das Fünffache, von weniger als 80 auf ­300­–400 Tonnen pro Jahr. In den 1960er Jahren verdoppelte sich die Produktion nochmals, auf dem Höhepunkt der Kuomintang-CIA-Allianz in Südostasien.»4
In seinem neuesten Buch hielt Scott fest: «Die Mitglieder von Helliwells kleiner OSS-Einheit in Kunming (Helliwell, [E. Howard] Hunt, Ray Cline, Lucien Conein und Mitchell WerBell) werfen einen langen Schatten sowohl auf das Geheimdienst-Drogen-­Triumvirat der Nachkriegszeit als auch auf die Geschichte der Antikommunistischen Weltliga. Nebst Helliwells Unterstützung für die Drogenhändler der Kuomintang in Burma und Hunts Beteiligung in Mexiko ist die Entstehung der APACL [der erwähnten Vorläuferorganisation der WACL Asian People’s Anti-Communist League] zu einem grossen Teil Ray Cline zu verdanken. In den späten 1970er Jahren übernahm John Singlaub, ein weiterer Kunming-Veteran, die Antikommunistische Weltliga. Lucien Conein wurde Sachbearbeiter der vietnamesischen Beamten, welche die antikommunistischen Drogennetzwerke überwachten, zuerst bei Ngo Dinh Nhu und später bei Polizeichef Nguyen Ngoc Loan. Mitchell WerBell, der weiterhin kleine Waffen für Geheimdienste wie die DFS [die mexikanische Dirección Federal de Seguridad] entwickelte, hatte auch mit den Patrons der WACL-Todesschwadronen zu tun […] und wurde schliesslich selber wegen Drogendelikten angeklagt.» (Peter Dale Scott, American War Machine. Lanham, Maryland, 2010. Seite 52f)

«Eine widerliche Kabale von Kriegs­verbrechern und Nazikollaborateuren»

Kurz nach Gründung der WACL traten der Organisation Vertreter des Blocks anti-bolschewistischer Länder (Anti-Bolshevik Bloc of Nations) bei, einer widerlichen Kabale von Kriegsverbrechern und Nazikollaborateuren unter Führung von Yaroslaw Stetsko. Als die deutsche Armee 1941 in die Sowjetunion einmarschierte, rief Stetsko – damals Führer der ukrainischen Nationalisten, einer Organisation von Kollaborateuren – die Gründung eines ukrainischen, mit dem Dritten Reich verbündeten Quisling-Staates aus. In der «Proklamationsakte der ukrainischen Souveränität» erklärte Stetsko, dass die Ukraine «eng mit dem nationalsozialistischen Gross-Deutschland unter der Führung seines Führers Adolf Hitler zusammenarbeiten wird, der in Europa und der Welt eine neue Ordnung aufbaut.» Nach dem Krieg flohen Stetsko und seine Gefolgsleute entlang den berüchtigten «Webeleinen» des Vatikans aus Europa; sie nahmen für die Vereinigten Staaten den antikommunistischen Knüppel auf und arbeiteten mit europäischen und lateinamerikanischen Faschisten, die mit weltweiten Drogennetzwerken in Verbindung standen.
Während das korrupte García Meza-Regime seine Macht konsolidierte, metzelten sie Linke, Bauern und Gewerkschaftsorganisatoren; unterstützt wurden sie dabei von den argentinischen Spezialisten für «Schmutzigen Krieg» [spanisch: Guerra Sucia, Periode des Staatsterrorismus in Argentinien von 1976 bis 1983], vom CIA-Agenten und geflohenen Nazi-Kriegsverbrecher Klaus Barbie und einer zusammengewürfelten Mannschaft rechtsextremer Terroristen. Es handelte sich um eine durch und durch internationale Angelegenheit. Stefano Delle Chiaie, der Architekt des Bombenattentates auf den Bahnhof von Bologna 1980, bei dem 85 Menschen ums Leben kamen, ein knallharter Nazi mit operativen Verbindungen sowohl zur CIA als auch zum Nato-Netzwerk Gladio, kam direkt von seiner Agitation für Blutvergiessen aus Italien und setzte seine einzigartigen «Fähigkeiten» für den Aufbau des weltweiten Drogenhandels und den Export des Terrors nach Zentralamerika ein. Wie der linksorientierte Forscher Stuart Christie belegte: «Einer der Organisatoren von Delle Chiaie in Lateinamerika ist der westdeutsche Joachim Fiebelkorn (geboren 1947), treuer Gefolgsmann und Veteran des Kampfbundes Deutscher Soldaten und Zuhälter aus Frankfurt, der mit Delle Chiaie in Bolivien gearbeitet hatte. Er sagte später gegenüber der westdeutschen Polizei aus, dass Delle Chiaie die Nummer eins der internationalen Mittelsmänner zwischen der sizilianischen Mafia und den lateinamerikanischen Kokain-Produzenten war. Die Männer von Delle Chiaie – Los Novios de la Muerte – ‹Die Verlobten des Todes›, wie sie sich selbst nannten –, hatten ihren Sitz in einer Polizeikaserne neben der westdeutschen Botschaft in der Hauptstadt La Paz und standen als Sicherheitswachleute und Vollstrecker für das multinationale Drogenimperium von Roberto Suárez unter Vertrag. Suárez wird auch als ‹Koka-König› bezeichnet. Er überwacht Produktion, Transport, Verteilung und Marketing des Kokains.»5

«Medellín-Kartell als Unterstützung bei der Vernichtung des Kommunismus in Lateinamerika»

Die Investigativjournalisten Marta Gurvich und Robert Parry berichteten, dass «viele argentinische Geheimdienstbeamte, die am Kokain-Coup beteiligt waren, nach ihrem Sieg in Bolivien nachfassten und sich nordwärts nach Zentralamerika verschoben, um die Gesindeltruppe der Contra-Armee zu trainieren.»
Unter Führung von CIA-Direktor William Casey tat die Firma mehr als nur von aussen beobachten. Mit stillschweigender Zustimmung des Weissen Hauses unter Reagan kam sie zum Schluss, dass das Medellín-Kartell, genauso wie früher die asiatische Drogenmafia, als Unterstützung bei der Vernichtung des Kommunismus in Lateinamerika eingesetzt werden könnte. Gemeinsam mit dem viel grösseren Cali-Kartell, geführt von den geschäftstüchtigen Gebrüdern Rodríguez Orejuela, taten sie genau das. Man schätzt, dass die Unterwelt-«Freunde» der CIA damals bis zu 60 Millionen Dollar pro Monat zusammenbrachten – Kleingeld für heutige Verhältnisse; als die Sandinisten 1990 aber nicht mehr an der Macht waren, verschlechterten sich die Beziehungen zu Pablo Escobar.
Nachdem Escobar aufgestöbert worden war, ergaben sich, wie das National Security Archive anhand zuvor klassifizierter Geheimdokumente enthüllte, tatsächlich «Schlüsselbeweise», welche die Verbindung «der amerikanisch-kolumbianischen Taskforce, die mit dem Aufspüren des Flüchtigen beauftragt war, […] zu einem der berüchtigtsten Chefs der Paramilitärs» zeigten. Gemäss National Security Archive «löste die Affäre eine CIA-Sonderuntersuchung darüber aus, ob US-Geheimdienste mit kolumbianischen Terroristen und Rauschgifthändlern gemeinsame Sache machten, die genauso gefährlich sind wie Escobar selbst». Sie taten es, ein Muster, das bis heute besteht, wie leicht anhand des US-«Krieges» gegen die mächtigen Kartelle Mexikos zu sehen ist.6
Wie wir heute wissen, gab dieser grosse «Sieg» im Drogenkrieg in Wirklichkeit nur einem korrupten kolumbianischen Lager den Vorzug vor einem andern und hatte keine erkennbaren Auswirkungen vor Ort. So berichtete Narco News7, dass ein durchgesickertes Geheimdokument, verfasst von Thomas M. Kent, Staatsanwalt im Justizministerium, «besagt, dass Bundesbeamte vom Büro der amerikanischen Drogenbehörde DEA [Drug Enforcement Administration] in Bogotá, Kolumbien, die korrupten Player im Drogenkrieg sind.»8

«DEA-Beamte auf Gehaltsliste von Drogenhändlern»

«Kents Memorandum enthält», wie der Journalist Bill Conroy aufdeckte, «einige der schwersten Anschuldigungen, die je gegen US-Beamte in der Drogenbekämpfung erhoben wurden: dass DEA-Beamte auf der Gehaltsliste von Drogenhändlern stehen, an Morden von Informanten, die zu viel wuss­ten, beteiligt sind, und – was am meisten alarmiert – den rechten paramilitärischen Todesschwadronen direkte Unterstützung bei der Wäsche des Drogengeldes leisten».
«Das Memo stellt weiter fest, dass es sich hier nicht um ein paar ‹schwarze Schafe› handelt, die ihren Vorgesetzten gemeldet werden müssen, vielmehr werden diese vorgeblich schmutzigen Agenten von einer permanenten Verschleierung gedeckt, die von Aufpasser-Agenturen innerhalb des Justizministeriums orchestriert werden», schrieb Conroy.
Es handelte sich dabei kaum um eine Verirrung, sondern eher um ein Sinnbild des seit Jahrzehnten korrupten Charakters offizieller US-Strategien. So erfuhren wir Ende der 1990er Jahre – weitgehend als Folge der öffentlichen Empörung, welche die Serie Dark Alliance von Gary Webb auslöste – dass ein geheimes Memorandum of Understanding zwischen dem Justizdepartement unter Reagan und der CIA zum Vorschein kam. Dieses Memo von 1982 befreite die CIA von Rechts wegen davon, Drogenschmuggel und andere Verbrechen ihrer Agenten zu melden, ein Punkt, den es im Auge zu behalten gilt, wenn wir weiter unten die Korruptionsvorwürfe der USA gegen iranische Spitzenbeamte untersuchen.9

Auch nach dem Kalten Krieg dieselben Methoden

Waren das Anomalien des Kalten Krieges? Kaum.
Als der «grosse Triangulator»* Bill Clinton 1993 das Ruder übernahm, war es Slobodan Miloševic, der die Jahrhundert­rolle als Europas «neuer Hitler» erhielt. Da der Kalte Krieg vorbei war, die sowjetische «Bedrohung» ein im Rückspiegel entschwindendes Bild und die neoliberalen Wirtschafts«reformen» der letzte Schrei, begann Amerika seine Nato-Erweiterung gegen Osten in den ehemaligen Ostblock. Jugoslawien galt als historischer Anachronismus und hatte zu verschwinden, und so geschah es.
Was soll’s, dass Clinton vor seiner Belegung des Oval Office, als er noch Gouverneur von Arkansas war, Untersuchungen über ­illegale Operationen des legendären CIA-Drogen-Piloten und DEA-Spitzels Barry Seal10 versenkte. Wie der investigative Journalist Daniel Hopsicker 1997 für Washington Week­ly berichtete, haben Seal und seine Gefolgsleute, was gut dokumentiert ist, tatsächlich riesige Mengen von Drogen für das Medellín-Kartell zum Flughafen Mena geflogen, und zwar im Rahmen «geschützter» Drogenoperationen, die zur Finanzierung der nicaraguanischen Contras beitrugen.11
Es war eine Wiederholung der Vorgehensweise, auf die sich der geheime Staats­­­­apparat seit Ende des Zweiten Weltkrieges zunächst in Asien und dann weltweit stützte, als rechtsextreme und religiöse Extremisten und Drogenhandels-Organisationen mit Verbindungen zu westlichen Geheimdiensten ihre Magie im Balkan entfalteten.

Mit Wissen der USA: UÇK betrieb hochprofitable Geschäfte mit Heroin und Prostitution in ganz Europa

Während die Medien besessen waren von Flecken auf Monica Lewinskys berüchtigtem blauen Kleid, war jenseits des Atlantiks die Zerstückelung Jugoslawiens in vollem Gange. Die engen Verbündeten Amerikas und Deutschlands, die sezessionistische bosnische Regierung unter Alija Izetbegovic – einem Liebling der westlichen «humanitären Intervenionisten», ein islamistischer Betrüger, der seine Sympathien für die [in Kroatien agierende] 13. Waffen-Gebirgs-Division der SS-«Handschar» während des Krieges bekundete, was ihm einen Platz in einem jugoslawischen Gefängnis einbrachte – verschaffte Tausenden von Veteranen des afghanisch-arabischen Krieges Pässe und Gewehre, um bei der «Befreiung» Bosniens zu helfen.
So, wie bei den gegenwärtigen «Regime-change»-Operationen der Nato in Libyen und Syrien, strömten salafistische Dschihadisten im Verbund mit einer CIA-Schattenarmee, die sich zu Al-Kaida (der «Datenbank») verwandelte, in die Region ein.
Während Usama bin Ladins Lakaien in Bosnien Chaos und Verwüstung anrichteten und fröhlich Juden, Roma und Serben abschlachteten und derweil von den Saudis finanzierte wahhabitische Wohltätigkeiten einrichteten, erhielten sie am Ende des Jahrzehnts Zugang zum Kosovo und schlossen sich den neuesten «besten Freunden für immer», der Kosovarischen Befreiungsarmee, an. Von Gangstern wie Hashim Thaçi, Agim Çeku und Ramush Haradinaj mit eiserner Faust beherrscht, verbündete sich die UÇK mit italienischen Mafiosi und türkischen Gangsterbossen und betrieb hochprofitable verbrecherische Geschäfte mit Heroin und Prostitution in ganz Europa.
1999 veröffentlichte «The Montreal Gazette» einen Enthüllungsbericht, der zeigte, dass «kosovarisch albanische Rebellen von 1994 mit Drogen in Verbindung gebracht wurden, während US-Behörden 1996 warnten, dass Kosovaren grosse Mengen an Waffen und Drogen schmuggelten. In verschiedenen westlichen Ländern stellte die Polizei ebenfalls einen steigenden Anteil an Heroin fest, der über den Balkan in ihre Länder befördert wurde, sowie die Zunahme an Kriminalität und Todesfällen aufgrund einer Überdosis, die mit den Drogen einhergehen.»12
Michael Levine, erfahrener DEA-Mitarbeiter und Whistleblower, der 25 Jahre bei der DEA tätig war und heute The Expert Witness Radio Show13 mitmoderiert, sagte gegenüber der «Montreal Gazette», es sei «keine Frage», dass die amerikanischen Geheimbehörden über die Drogenverbindungen der UÇK Bescheid wussten.

«Solange die CIA die UÇK schützt, werden die wichtigsten Drogenkanäle vor jeder polizeilichen Untersuchung abgeschirmt»

«Sie (die CIA) schützte sie (die UÇK), wie sie nur konnte,» sagte Levine. «Solange die CIA die UÇK schützt, werden die wichtigsten Drogenkanäle vor jeder polizeilichen Untersuchung abgeschirmt.»
In einem Bericht für Covert Action Quarterly schrieb der Analyst Michel Chossudovsky, dass «zur gleichen Zeit, in der UÇK-Führer mit US-Aussenministerin Madeleine Albright in Rambouillet die Hände schüttelten, Europol (die Europäische Polizeibehörde mit Sitz in Den Haag) daran war‚ einen Bericht zuhanden der europäischen Innen- und Justizminister über die Verbindung zwischen der UÇK und albanischen Drogenbanden vorzubereiten».14
«Um zu florieren», machte Chossu­dovsky geltend, «brauchen die kriminellen Syndikate, die in den Rauschgifthandel im Balkan verwickelt sind, Freunde in hohen ­Positionen. Man sagt, dass Schmugglerringe mit mutmasslichen Beziehungen zum türkischen Staat den Heroinhandel durch den Balkan kontrollieren‚ wobei sie eng mit andern Gruppen zusammenarbeiten, zu denen sie politische oder religiöse Verbindungen haben; dazu gehören auch kriminelle Gruppen in Albanien und im Kosovo. Im diesem neuen globalen Finanzumfeld pflegen mächtige ­politische Undercover-Lobbys, die mit dem organisierten Verbrechen in Verbindung stehen, ihre Beziehungen zu prominenten ­politischen Personen und Beamten des Militär- und Geheimdienstestablishments.»

«Die UÇK erhielt ihren Narko-Staat, und die USA haben Camp Bondsteel»

Nach dem 78 Tage dauernden Nato-Bombardement – einer Mustervorlage für heutige, vom Aussenministerium geschürte «humanitäre Interventionen» – liegt das ehemalige sozialistische Jugoslawien in Trümmern, die UÇK erhielt ihren Narko-Staat, und die USA haben Camp Bondsteel. Im Jahr 2000 hatten Thaçis «Boys» die türkischen und italienischen Gangster weggedrängt und die Kontrolle über die lukrative Balkan Heroin Pipeline15 übernommen und sammelten menschliche Organe für den Verkauf auf dem internationalen Schwarzmarkt.16
Es war ein Rundum-Sieg.
Wir sollten uns heute Chossudovskys Hinweis in Erinnerung rufen, da «Undercover-Lobbys» wie die terroristischen Mudschaheddin-e-Khalq (MEK) und ihre diversen Fassaden wie der National Council of Resistance of Iran (NCRI) «Beziehungen zu prominenten politischen Personen und Beamten des Militär- und Geheimdienst­establishments» pflegen und Millionen von Dollars an «sprechenden Honoraren» aus unbekannten Quellen auf US-Politiker und Militäreliten regnen lassen, wie The Christian Science Monitor aufdeckte.

Die neue «Heroin Connection»?

Wenn die Aussicht auf ein «atomar aufgerüstetes» Iran nicht genügt, um heissblütige, gottesfürchtige Amerikaner in Schwindel zu versetzen, dann ziehen Sie folgende geistreiche Schlagzeile von RFE/RL (Radio Free Europe/Radio Liberty) in Betracht: «Die USA sagen, dass ein iranischer General massgeblich am Drogenhandel in Afghanistan beteiligt ist.»17
Ganz richtig, das frühere Propaganda-Sprachrohr der CIA, Radio Free Europe/Radio Liberty, das Blut riecht und auf einen Krieg brennt, informierte uns letzte Woche [vor dem 18. März], dass die Administration Obama «einen General der iranischen Elite-Einheit Al-Quds als Schlüsselfigur im Heroinhandel von Afghanistan bezeichnete».
Gemäss dem amerikanischen Finanzministerium wurde «General Gholamreza Baghbani, der das Büro der Quds-Einheit der Revolutionsgarden in Zahedan führt», zur «Nummer eins des Drogenhandels» ernannt.
Man sagt uns, dass Baghbani beschuldigt wurde, «afghanischen Drogenschmugglern zu helfen, Opiate nach und durch Iran zu transportieren, ebenso helfe er, Waffen an die Taliban zu liefern».
Gewehre hinein, Drogen hinaus; obwohl uns das bekannt vorkommt – sprechen wir nun über den Iran oder über den zentralen Aussenposten der Nato, Afghanistan?

«Seit der US-geführten Invasion schoss die afghanische Opium- und Heroin­produktion in die Höhe»

Gemäss einer Zeitachse, die anlässlich der Erhöhung der Finanzierung für den Geheimdienst in den Sitzungsbericht des Kongresses von 1998 eingefügt war, lesen wir [unter April 1978] folgendes:
«Von Sowjets unterstützter Militärputsch in Afghanistan schafft Voraussetzung für explosionsartiges Wachstum des südwestasiatischen Heroinhandels. Neue marxistische Regierung unternimmt energische Antidrogenkampagne mit dem Ziel, den Mohn­anbau zu unterbinden, und löst damit eine Revolte der halbautonomen Stammesgruppen aus, welche traditionellerweise Opium für den Export anbauten. Die von der CIA unterstützten aufständischen Mudschaheddin beginnen den Anbau auszuweiten, um ihren Aufstand zu finanzieren. Zwischen 1982 und 1989, während dem die CIA für Milliarden von Dollars Waffen und andere Hilfe für die Guerillatruppen liefert, steigt die jährliche Opiumproduktion von 250 auf ungefähr 800 Tonnen. Das Aussenministerium der Vereinigten Staaten gesteht 1986 ein, dass Afghanistan ‹wahrscheinlich der weltgrösste Opiumproduzent für den Export ist› und ‹das Mohnanbaugebiet für den grössten Teil des in den USA gefundenen Heroins aus Südwest­asien.› US-Beamte versäumen es, etwas zu unternehmen, um die Produktion zu drosseln. Ihr Schweigen dient nicht nur der Aufrechterhaltung der öffentlichen Unterstützung für die Mudschaheddin, sondern beruhigt auch die Beziehungen zu Pakistan, dessen Führer, tief in den Heroinhandel verstrickt, dabei helfen, die Unterstützung der CIA an die afghanischen Rebellen zu leiten.»18
Seit der US-geführten Invasion im Jahr 2001 wiederholte sich dieses Muster. Die afghanische Opium- und Heroinproduktion schoss in die Höhe, in erster Linie weil die Nato-Streitkräfte sich dahinterstellten und diejenigen stützten, die für den dramatischen Anstieg der Mohnproduktion verantwortlich waren: Hamid Karzais von Warlords durchsetzten Drogenstaat. Aber anstatt den Entstehungsort dessen anzuprangern, was geschützter Drogenschieberei gleichkommt – durch die CIA und die Nato –, konstruieren die RFE/RL und deren Medienkomplizen Vorwürfe gegen die islamische Republik, um sie zu Fall zu bringen. Man hätte dann einen Grund mehr, einen Präventivkrieg in Gang zu setzen.

USA und Nato-Truppen direkt in Drogenhandel involviert?

Die iranischen Behörden haben jedoch den Vorwurf erhoben, dass die Opium- und Heroinproduktion in Afghanistan schwerwiegende Auswirkungen innerhalb Irans hat, und – genauso wie Russland – beschuldigen sie die USA, wissentlich ein Auge zuzudrücken, wenn es um die Bekämpfung der Opium­produktion geht. Sergei Blagov berichtete auf ISN Security Watch [ETH Zürich] sogar, dass «russische Spitzenbeamte die Situation als «Narko-Aggression» gegen Russ­land und neuen «Opiumkrieg» beschrieben haben. «Die russische Presse», schreibt Blagov, «ist noch weniger diplomatisch und hat behauptet, die USA und die Nato-Truppen seien direkt in den Drogenhandel involviert. Russische Medien behaupten, dass der Grossteil der Drogen, welche in den südlichen und westlichen Provinzen Afghanistans produziert werden, mit US-Flugzeugen ins Ausland transportiert werden.»19
In einer Stellungnahme zur «kreativen Zerstörung», welche die Nato anrichtete, schrieb der frühere englische Botschafter in Usbe­kistan, Craig Murray, in «The Daily Mail», dass «der wirtschaftliche Erfolg des Westens in Afghanistan weit über die einfache Produktion von Roh-Opium hinausgeht. In Wirklichkeit exportiert Afghanistan gar nicht mehr viel Roh-Opium. Es hat das erreicht, was unsere internationalen Hilfsanstrengungen jedes Entwicklungsland drängen zu tun. Afghanistan ist in die Verarbeitung und ‹wertschöpfende› Arbeiten eingestiegen.»20
Die Fakten, welche von mehreren Rechtsvollzugsorganen festgestellt wurden, zeigen, so Murray, dass Afghanistan «heute nicht Opium exportiert, sondern Heroin. Opium wird in industriellem Massstab in Heroin umgewandelt, nicht in Küchen, sondern in Fabriken. Millionen von Litern der für diesen Prozess benötigten Chemikalien werden in Tankfahrzeugen nach Afghanistan geführt. Die Tankfahrzeuge und grosse Mengen von Lastwagen mit Opium benutzen auf dem Weg zu den Fabriken die Strassen mit, die mit amerikanischer Hilfe von Nato-Truppen ausgebaut wurden.»
«Wie konnte dies und in diesem Ausmass geschehen?» fragt sich Murray. «Die Antwort ist einfach. Die vier grössten Player im Heroin­geschäft sind alles hochrangige Angehörige der afghanischen Regierung – derjenigen Regierung, für die unsere Soldaten kämpfen und sterben, um sie zu beschützen.»
Aber lassen wir uns nicht durch so etwas Unangenehmes wie Fakten davon abbringen, die «neuen Hitler» von Qom zu stoppen!

Iran beschlagnahmt geschätzte 20 bis 40 Prozent der gehandelten Drogen

Iran ist, wie Reuters berichtet, alles andere als am Drogenhandel beteiligt: Obwohl Iran «eine Haupttransitroute [ist], auf der Heroin und Opium von Asien auf die Märkte des Westens gebracht wird, […] loben die höchsten Drogenkontrollbeamten der Uno in Teheran das Land für seine Anstrengungen, Drogenschieber zu stoppen und Drogen zu beschlagnahmen».
«Drogenkontrolle ist definitiv einer der positiven Berichte (aus Iran)», sagte Roberto Arbitrio, Vertreter der Büros der Vereinten Nationen für Drogen und Verbrechensbekämpfung (Undoc).
«Das Land steht weltweit an erster Stelle bezüglich der Beschlagnahmungen von Opia­ten», sagte er der Nachrichtenagentur im Interview betreffend Opium, Morphium und Heroin. «Letztes Jahr waren es 300 Tonnen.»
Die allgegenwärtigen Fakten vor Ort sprechen, wie Reuters offenlegte, Bände, und zwar dass «Irans Kampagne zu Ergebnissen führte, wobei das Land geschätzte 20–40 Prozent des gehandelten Umfangs beschlagnahmte, verglichen mit 5–10 Prozent in den USA und Europa», eine für sich sprechende Statistik, die von den kriegshungrigen Medien des Westens sicher nicht wiederholt wird.21
Tatsächlich berichtete Unodoc letzten November, dass Iran zusammen mit Afghanistan und Pakistan einen Vertrag abgeschlossen habe, «um die Drogenkontrolle unter den drei Ländern, die am schwersten vom afghanischen Opium in Mitleidenschaft gezogen werden, zu verstärken. Die Initiative fördert den Informationsaustausch und geheimdienstlich geführte Operationen gegen die wichtigsten transnationalen Netzwerke.»22
«Alle drei Parteien», beteuerte Unodocs geschäftsführender Direktor Yury Fedotov, haben eine «Dreieck-Initiative» lanciert, die «ihrer länderübergreifenden Leistungsfähigkeit im Anti-Drogen-Kampf» bereits Auftrieb gegeben hat. Bezeichnenderweise wurde eine «gemeinsame Planungsgruppe in Teheran eingerichtet, um die analytischen und operativen Kapazitäten zu stärken und gemeinsame Operationen zu lancieren.»
Gemäss Fedotov hat die Planungs- und Operationsgruppe «durchschlagende Erfolge zu verzeichnen. Seit 2009 führten zwölf von der gemeinsamen Planungsgruppe koordinierte Kontrolloperationen zur Beschlagnahmung von etlichen Tonnen illegaler Drogen und zur Verhaftung von vielen Drogenhändlern.»
Das ist natürlich nicht die Botschaft, welche die Kriegstreiber in Washington gerne hören. Was können wir näher zu Hause – dort, wo der Obama-Administration das Ohr der Medien zur Verfügung steht und sie ihren Einfluss geltend machen kann – über Amerikas eigenen, geistig umnachteten «Krieg gegen die Drogen» lernen?

US-Behörden paktieren bis heute mit Drogenkartellen

Als zwei Flugzeuge mit fast zehn Tonnen Kokain in Mexiko beschlagnahmt wurden, und zwar in Verkehrsflugzeugen, die so zurechtgemacht waren, dass sie denen glichen, die vom Departement of Homeland Security geflogen werden (vgl. dazu Daniel Hopsickers aufschlussreiche Faktensammlung23 über diese Geschichte); als die viertgrösste US-Bank, Wachovia, schuldig gesprochen wurde, 378,4 Milliarden US-Dollar an Drogengeldern für mexikanische Drogenkartelle reingewaschen zu haben24 und mit einer Verwarnung davonkam oder als die Sicherheitsbehörde für Alkohol, Tabak und Schusswaffen Sprengstoff-ATF-Gewehre über die Grenze «spazieren» liess, und zwar genau in die Hände der Lieblings-Gang der CIA im Drogenhandel, das Sinaloa-Kartell, wie Bill Conroy es über die Narco News enthüllte25, reagierten die korporierten Medien mit kollektivem Gähnen.
Narco News deckte im Dezember sogar auf, dass Bundesstaatsanwälte im Hinblick auf ein bevorstehendes Gerichtsverfahren in Chicago gegen einen der Top-Anführer des Sinaloa-Kartells, Jesus Vicente Zambada Niebla, versuchten, der Verteidigung Beweise vorzuenthalten, wonach amerikanische Regierungsbehörden, darunter CIA und DEA, «einen Pakt mit der Führung der mexikanischen Drogenschieberorganisation Sinaloa eingingen, der vermutlich den Hauptdrogenbossen Immunität gewährte im Austausch dafür, dass diese den US-Behörden Informationen liefern, die genutzt werden können, um andere Drogendealerorganisationen ins Visier zu nehmen».26
Conroy enthüllte, dass «US-Staatsanwälte in Gerichtsakten bestätigen, dass ein weiteres hochrangiges Mitglied des Sinaloa-Kartells, der mexikanische Rechtsanwalt Loya Castro, während etwa 10 Jahren (und noch in diesem Jahr, 2011) als Quelle für die DEA gearbeitet hat, während er gleichzeitig für die Sinaloa-Organisation arbeitete».
«Die Schriftsätze Zambada Nieblas für das Gericht machen geltend», wie Narco News offenlegt, «dass Loya Castro als Vermittler handelte, der die Sinaloa-Organisation in ihrem Arrangement zum gegenseitigen Nutzen mit der US-Regierung vertrat.» Um ihre schmutzigen Geschäfte mit Mexikos grösster Drogengang – einem Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen, dessen Tentakel sich über beide amerikanischen Kontinente erstrecken – zu decken, «reichte die US-Regierung mit den Schriftsätzen für das Gericht von September eine Motion zu dem Fall ein, die sich auf das Classified Information Procedures Act, kurz Cipa [Gesetz für den Umgang mit geheimen Informationen], beruft, das dafür vorgesehen ist, dass Informationen, welche die nationale Sicherheit betreffen, in einem Gerichtsprozess nicht publik werden.»27

Die CIA und die Drogenflüge

Was, bitte schön, könnte Amerikas «nationale Sicherheit» bedrohen?
Wie Daniel Hopsicker letzten Sommer aufdeckte, hat der «bedrängte» amtierende ATF-Direktor Kenneth Melson sich bei seiner Aussage vor dem Kongress geweigert, «für ein Programm (die Waffenschieberoperation Fast and Furious) unterzugehen, mit dessen Entstehung er wenig oder gar nichts zu tun habe».28
Den Gaunern im Kongress erklärte Melson – und wies mit dem Finger auf US-Justizminiser Eric Holder –, dass «die Beweise, die wir zusammengetragen haben, nicht nur die beunruhigende Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass das Justizdepartement nicht nur Kriminellen erlaubte, Waffen zu schmuggeln, sondern möglicherweise auch diejenigen, die in solche Aktivitäten involviert sind, mit Dollars der Steuerzahler anderer Behörden bezahlt worden sind».
Wie Hopsicker klarmachte, sind diese geheimnisvollen «anderen Regierungsbehörden «niemand anderer als die CIA».
Hopsicker warf die Frage auf: «Wenn die CIA mexikanische Drogenkartelle bewaffnet, könnten sie nicht auch hinter dem anderen mysteriösen Einsatz gesteckt haben, der dieselben Drogenbarone mit erstklassigen amerikanischen Flugzeugen und Jets belieferte?»
«Waren die beiden nun berüchtigten, in Amerika registrierten Flugzeuge, die im mexikanischen Yucatan aufgeflogen sind und knapp zehn Tonnen Kokain transportierten, Teil derselben, bis dahin unbenannten Operation hinter der ATF-Operation Gunwalker?»
Wie wir dank der Enthüllungen von Daniel Hopsicker heute wissen, war zumindest eines der Drogen-Flugzeuge «ein Gulfstream Business Jet (N987SA)»,29 und es war Teil einer Flotte von 50 Flugzeugen, die mit Geld gekauft wurden, das von der Wachovia Bank gewaschen wurde, was sowohl das «Bloomberg Markets Magazine» als auch der «The Observer» berichteten,30 und zumindest eines davon wurde für den Transport von entführten «Terror»-Verdächtigen auf den «Ghost flights» der CIA eingesetzt.

Wer glaubt da noch den Vorwürfen gegen Iran?

Aber das ist alles Vergangenheit, wir sollten «nach vorne schauen und nicht rückwärts». Warum sollten wir uns mit «alter Geschichte» behelligen, wenn es um die Entwicklung eines neuen Krieges geht?
In der Pressemitteilung des Finanzministeriums heisst es: «Das amerikanische Finanzministerium bezeichnete heute General Gholamreza Baghbani der iranischen islamischen Revolutionsgarden Qudsbrigaden (IRGC-QF) in Übereinstimmung mit Foreign Narcotics Kingpin Designation Act (Kingpin Gesetz) als ‹Specially Designated Narcotics Trafficker› [speziell ausgewiesenen Drogenhändler]. Es ist das erste Mal, dass das Kingpin Gesetz gegenüber einem iranischen Beamten zur Anwendung kommt.»31
«Der heutige Akt deckt die Beteiligung der IRGC-QF am Drogenhandel auf, die in diesem Fall doppelt verwerflich erscheint, weil sie als Teil eines umfassenderen Plans zur Unterstützung des Terrorismus durchgeführt wird. Das Finanzministerium wird Drogenhändler und Terrorbefürworter, wo immer sie tätig sind, weiterhin entlarven», sagte David S. Cohen, Staatssekretär für Terrorismus und Finanzgeheimdienst.
Wenn man den Anschuldigungen des Finanzministeriums glauben kann und wenn man Cohens Rolle als Obamas Vorreiter für die Durchsetzung der Sanktionen gegen Iran in Betracht zieht, dann stinken die Anklagen zum Himmel. «General Baghbani», wird uns gesagt, «liess afghanische Drogenhändler als Gegenleistung für deren Unterstützung ­Opiate durch Iran schmuggeln. Afghanische Drogenhändler verschoben zum Beispiel im Auftrag von Baghbani Waffen an die Taliban. Im Gegenzug hat General Baghbani geholfen, den Schmuggel von ­Heroinvorläufer-Substanzen über die iranische Grenze zu erleichtern. Er hat auch Opium-Lieferungen in den Iran begünstigt.»

Medienkrieger

Das rechtsgerichtete Long War Journal stürzte sich als erstes ins Gefecht und erhob den Vorwurf: «al-Kaida ist auch bekannt dafür, seinen Agenten, die von Maschhad [Iran] nach Afghanistan einrücken, die Reise zu erleichtern. Tätsächlich nutzt al-Kaida die östlichen [iranischen] Städte Tayyebat und Zahedan, um seine Agenten nach Afghanistan zu schleusen.»32
Man erzählt uns, dass «mehrere [ungenannte] Kommandeure der im Westen Afghanistans stationierten Taliban erklärt haben, dass sie Waffen, Geld und Ausbildung von iranischen Truppen erhielten. Taliban-Kommandeure und Einheiten trainieren im Iran, um Angriffe gegen die Nato und afghanische Truppen zu führen. Darüber hinaus weiss man, dass al-Kaida-Agenten auch Unterstützung vom Ansar Corps erhalten; Mashad gilt als Durchgangsort für al-Kaida-Aktivisten auf dem Weg nach Afghanistan.»
Der «Beweis» des LWJ? Warum sollte eine Erklärung des in Ungnade gefallenen Isaf-Kommandeurs General Stanley McCrystal von 2010 nicht genügen, der sagte, dass «der Iran Taliban-Kämpfer trainiert und sie mit Waffen ausstattet»! Fall abgeschlossen, oder?
Bei der unglaubwürdigen Verschwörung der iranischen «Qudsbrigaden» zur Ermordung des saudischen Botschafters Adel al-Jubeir in einem gehobenen Washingtoner Restaurant, die vergangenes Jahr in Verruf geriet, sind nun allerdings Beweise dafür aufgetaucht, dass ein vom texanischen Gebrauchtwagenhändler Manssor Arbabsiar als Schlüsselfigur bezeichneter, angeblicher Offizier der iranischen Revolutionsgarden, Gholam Shakuri, von iranischen Behörden und Interpol als Mitglied der Terrororganisation Mudschaheddin e-Khalq (MeK) bezeichnet wurde, so die «Tehran Times».33
Mehr News Agency berichtete, dass «Interpol neue Beweise dafür gefunden hat, dass die Nummer zwei der Verdächtigen, die in Zusammenhang mit der angeblichen iranischen Regierungsbeteiligung an einer Verschwörung zur Ermordung des saudischen Botschafters in Washington stehen, ein wichtiges Mitglied der terroristischen Organisation Mudschaheddin e-Khalq (Mek) ist.»34
Laut Mehr «wurde Gholam Shakuri zuletzt in Washington und in Camp Ahsraf im Irak gesehen, wo die Mitglieder der Mek ihre Basis haben».

Die fragwürdige Geschichte vom iranischen Mordkomplott gegen den saudischen Botschafter

Unter Berufung auf einen Interpol-Bericht erhob die Nachrichtenagentur den Vorwurf, dass «die fragliche Person mit gefälschten Pässen einschliesslich gefälschter iranischer Pässe unter den Namen Ali Shakuri/Gholam Shakuri/Gholam-Hossein Shakuri in verschiedene Länder gereist ist. Einer der Pässe, der von der Person benutzt wurde, war am 30.11.2006 in Washington ausgestellt worden. Die Passnummer war K10295631.»
So wie das unglaubwürdig gewordene Komplott zur Ermordung des saudischen Botschafters, das angeblich als gemeinsame Sache mit einem Mitglied des gewalttätigen mexikanischen Zetas-Kartells ausgeführt werden sollte, das sich als Informant der US-Drug Enforcement Agency DEA entpuppte, sollten auch die Vorwürfe des Finanzministeriums gegen General Gholamreza Baghbani mit Vorsicht aufgenommen werden.
In seiner Untersuchung zum Arbabsiar-Komplott stellte der Journalist Gareth Porter fest: «Die Behauptungen, der iranisch-amerikanische Gebrauchtwagenhändler habe die saudische Botschaft und andere Ziele ‹angreifen› wollen, beruhen gänzlich auf der Aussage des DEA-Informanten, mit dem er sich traf. Der Informant ist ein Drogendealer, der in einem US-Staat wegen eines Betäubungsmittel-Deliktes angeklagt worden war, dessen Anklage aber ‹im Austausch für Zusammenarbeit in verschiedenen Drogen-Ermittlungen› fallengelassen wurde, wie es im Bericht des FBI heisst. Der Informant ist keine unabhängige Informationsquelle, sondern jemand, der bezahlt wurde, um das FBI bei der Verfolgung seiner Ziele zu unterstützen.»35
Die Vorwürfe gegen Baghbani erfolgten nur wenige Tage, bevor die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunications (SWIFT) [Gesellschaft für internationalen Zahlungsverkehr und Telekommunikation] sich dem Druck der USA beugte und 30 iranische Finanzinstitute einschliess­lich ihrer Zentralbank aus ihrem Netzwerk ausschloss – ein Versuch, Iran wirtschaftlich lahmzulegen – und sollten als ein weiterer psychologischer Bestandteil von Amerikas Schattenkrieg betrachtet werden.

352 Milliarden Dollar Drogengewinne reichen für eine Menge Omertà

Mit reisserischen Geschichten über die iranische Verwicklung mit den Taliban und dem Drogenhandel an vorderster Front erwartet uns eine neue Runde von alarmierenden Berichten aus westlichen Medien, während die gleichen einflussreichen Kommentatoren in den Massenmedien sich alle Mühe geben, um Beweise für die Mitschuld der US-Geheimdienste an der globalen Drogen-Geissel in der Versenkung verschwinden zu lassen.
Und wieso auch nicht? Wie Antonio Maria Costa, der Leiter des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung dem Observer im Jahr 2009 sagte, «hat er Beweise dafür gesehen, dass die Erträge aus organisierter Kriminalität ‹das einzige flüssige Investitionskapital› war, das einigen Banken am Rand des Zusammenbruchs im letzten Jahr zur Verfügung stand. Er sagte, dass als Folge davon ein Grossteil der 352 Milliarden Dollar (216 Milliarden Pfund) an Drogen-Gewinnen von der Wirtschaft absorbiert wurde.»
Mit 352 Milliarden Dollar lässt sich schliesslich eine Menge Omertà erkaufen.    •
Tom Burghardt ist als Forscher und Aktivist in der Bucht von San Francisco ansässig. Nebst Veröffentlichungen in Covert Action Quarterly und Global Research ist er Mitherausgeber bei Cyrano Journal Today. Seine Artikel können bei Dissident Voice, Pacific Free Press, Uncommon Thought Journal und die Whistleblowing-Website WikiLeaks gelesen werden. Er ist Herausgeber von Police State America: US-Militär-Planung zu «inneren Unruhen», von AK Press vertrieben und hat zum neuen Buch von Global Research, The Global Economic Crisis: The Great Depression of the XXI. Century, beigetragen.

* Triangulation verweist hier auf eine Erfindung des Clinton-Beraters Dick Morris und meint die politische Kunst, genau den richtigen Punkt zwischen den beiden Extrempositionen der eigenen Partei und derjenigen der Extremisten der anderen Seite zu finden, um damit alle einzunehmen.

Quelle: Global Research vom 18.3.2012,
www.globalresearch.ca, © Tom Burghardt 2012
(Übersetzung: Zeit-Fragen)

1    US Departement of Treasury. Press Center. Treasury Designates Iranian Qods Force General Overseeing Afghan Heroin Trafficking Through Iran. 7. März 2012 (http://www.treasury.gov/press-center/press-releases/Pages/tg1444.aspx)
2    Marta Gurvich & Robert Parry. Nazi Echo: Argentina, Death Camps & the Contras. Consortium News, 19.9.1998. (http://www.consortiumnews.com/1990s/consor24.html)
3    Archiv. Dark Side of Rev. Moon. Consortiumnews.com
4    Peter Dale Scott. Washington and the politics on drugs. Variant. Vol.2, Number 11. Summer 2000. S. 2-5. (http://www.variant.org.uk/pdfs/issue11/Peter_Dale_Scott.pdf)
5    Stuart Christie. Stefano Delle Chiaie: Portrait of a 'black' terrorist. (http://libcom.org/files/Stefano-Delle-Chiaie.pdf)
6    The National Security Archive. Colombian Paramilitaries and the United States:
«Unraveling the Pepes Tangled Web». Documents Detail Narco-Paramilitary Connection to U.S.-Colombia Anti-Escobar Task Force. CIA Probed Whether U.S. Intelligence Was Passed to 'Los Pepes' Terror Group. Colombian Government Both Recipient and Target of U.S. Intelligence. National Security Archive Electronic Briefing Book No. 243. Edited by Michael Evans Posted – February 17, 2008. (http://www.gwu.edu/~nsarchiv/NSAEBB/NSAEBB243/index.htm)
7    Leaked Memo: Corrupt DEA Agents in Colombia Help Narcos and Paramilitaries. Internal Justice Dept. Document Alleges Drug Trafficking Links, Money Laundering and Conspiracy to Murder. (http://www.narconews.com/Issue40/article1543.html)
8    Memorandum to Jodi Aergun, Chief, NDD from Thomas M. Kent, Trial Attorney, Wiretap Unit. 19.12.2004. (http://www.narconews.com/docs/ThomasKentMemo.pdf).
9    Mercury Center, San José. Dark Alliance. The Story Behind the Crack Explosion. (http://www.narconews.com/darkalliance/drugs/start.htm)
10    Zu Barry Seal: http://www.spartacus.schoolnet.co.uk/JFKseal.htm
11    Daniel Hopsicker. The (Secret) Heartbeat of America. A New Look at the Mena Story. The Washington Weekly. 12. Mai 1997. (http://www.idfiles.com/heartbeat.htm)
12    The KLA and the Heroin Craze oft he 90s. The Montreal Gazette. 15.12.1999 (http://www.balkanpeace.org/index.php?index=/content/balkans/kosovo_metohija/kla_drugs/klad01.incl)
13    http://expertwitnessradio.org/site/  
14    Michel Chossudovsky. Kosovo Freedom Fighters Financed by Organised Crime. Covert Action Quarterly, 10. April 1999. (Global Research, 4.1.2011)
15    Peter Klebnikov. Heroin Heroes. Mother Jones. Ausgabe Jan./Feb. 2000
16    Mafia State: Kosovo's Prime Minister Accused of Running Human Organ, Drug Trafficking Cartel. Antifascist Calling. 21. Dezember 2010. (http://antifascist-calling.blogspot.com/2010/12/mafia-state-kosovos-prime-minister.html)
17    Radio Free Europe. Radio Liberty. Iran: U.S. Says Iranian General Instruental In Afghan Drug Traffic. 7. März 2012.
18    Congressional Record. Intelligence Authorization Act for Fiscal Year 1999. (House of Representatives – May 07, 1998). Absatz April 1978 (https://www.fas.org/irp/congress/1998_cr/980507-l.htm)
19    Sergei Blagov. Moscow Accuses West of Narco-Aggression. ISN International Relations and Security Network, ETH Zürich. 1.4.2010. (http://www.isn.ethz.ch/isn/Current-Affairs/Security-Watch-Archive/Detail/?lng=en&id=114434)
20    Craig Murray. Britain is protecting the biggest heroin crop of all time. Mail Online, 21 July 2007. (http://www.dailymail.co.uk/news/article-469983/Britain-protecting-biggest-heroin-crop-time.html)
21    «Iranian wall» seen hindering drug smugglers: UN. Reuters, 13. Mai 2007. (http://www.reuters.com/article/2007/05/13/us-iran-drugs-idUSDAH33724920070513)
22    Unodoc. Press Release. Wien, 28. November 2011. Afghanistan, Iran and Pakistan deepen cooperation to combat threats posed by illicit drugs. (https://www.unodc.org/unodc/en/press/releases/2011/November/afghanistan-iran-and-pakistan-deepen-cooperation-to-combat-threats-posed-by-illicit-drugs.html)
23    Daniel Hopsicker. The «Cocaine-1» and ­«Cocaine-2» Archive. (http://www.madcowprod.com/cocaine-archive.htm)
24    Michael Smith. Wachovia’s Drug Habit. Bloomberg.com (http://www.bloomberg.com/news/2010-07-07/wachovia-s-drug-habit.html)
25    Bill Conroy Archiv. (http://narcosphere.narconews.com/notebook/bill-conroy/)
26    Bill Conroy. US Prosecutors Seeking to Prevent Dirty Secrets of Drug War From Surfacing in Cartel Leader's Case. Narcosphere. 5. November 2011. (http://narcosphere.narconews.com/notebook/bill-conroy/2011/11/us-prosecutors-seeking-prevent-dirty-secrets-drug-war-surfacing-cartel-)
27    a.a.O.
28    Daniel Hopsicker. The Operation Behind Operation Gunwalker. Did the sell planes too? 13. Julli 2011. (http://www.madcowprod.com/07132011.htm)
29    Daniel Hopsicker. CIA Drug Planes: «Tip of the iceberg». Fleet of 50 American planes sold to Mex Cartel. 16. Januar 2008. (http://www.madcowprod.com/01162008.html)
30    vlg. FN 24 und Ed Vulliamy. How a big US bank laundered billions from Mexico’s murderous drug gangs. «The Guardian», 3. April 2011.
31    US Department of the Treasury. Press Center. Treasury Designates Iranian Qods Force General Overseeing Afghan Heroin Trafficking Through Iran. 7. März 2012.
32    Bill Roggio. US adds Qods Force general as 'Narcotics Kingpin' for heroin, weapons smuggling in Afghanistan. The Long War Journal, 7. März 2012 (http://www.longwarjournal.org/archives/2012/03/us_adds_qods_force_g.php)
33    Number Two suspect in plot case is MKO member: source. Tehran Times, 17. Oktober 2011. (http://www.tehrantimes.com/index.php/politics/3655-number-two-suspect-in-plot-case-is-mko-member-source)
34    Number two suspect in plot case is MKO member. Mehrnews.com. 17. Oktober 2011. (http://www.mehrnews.com/en/NewsDetail.aspx?pr=s&query=Gholam%20Shakuri%20&NewsID=1436036)
35    Gareth Porter. Debunking the Iran "Terror Plot". Middle East Research and Information Project. 3. November 2011 (http://www.merip.org/mero/mero110311)

AAF auf Schmuggelmission

Von der NATO (damit auch von den deutschen Steuerzahlern) und der US-Regierung massiv unterstützt, soll die Flotte der «Afghan Air Force» (AAF) bis zum Jahr 2016 annähernd 150 Flugzeuge umfassen. Schon heute liefern die USA den für den Flugbetrieb erforderlichen Kraftstoff, führen alle Wartungs- und Reparaturarbeiten aus und kümmern sich um die Ausbildung und das laufende Training der afghanischen Piloten. Doch nun besteht der begründete Verdacht, dass diese mit bisher mehr als zwei Milliarden (!) US-Dollar unterstützte Luftstreitmacht eine der weltweit grössten Schmuggelorganisationen für Waffen, Geld und Drogen ist!
Nachdem der erste Verdacht auf einen nicht «vertragsgemässen» Gebrauch der Flugzeuge aufgekommen war, setzte die US-Administration Untersuchungskommissionen ein, die den Verdachtsmomenten nachgehen und das übliche Gebaren der AAF untersuchen sollten. Doch dazu kam es nicht, weil die sieben leitenden amerikanischen Offiziere schon bald nach ihrer Ankunft auf einem Flugplatz brutal ermordet wurden. Die Taliban übernahmen prompt die Verantwortung für diese Tat und der mutmassliche Täter wurde bald darauf ebenfalls tot gefunden. Er soll sich selbst das Leben genommen haben, lautet die offizielle Version. Nicht nur in US-Kreisen vermutet man eher, dass ein unbequemer Zeuge «beseitigt» wurde.
Nach amerikanischen Schätzungen stammen inzwischen mehr als 90% des weltweit vertriebenen Opiums aus Afghanistan. Zu lange liessen vor allem die US-Kräfte den lokalen Rebellenführern freie Hand, wenn ein Opiumtransport anstand. Man erkaufte auf diese Weise deren «Mitarbeit» bei der Bekämpfung der Taliban. Doch inzwischen haben sich die Transporte unter Einsatz von AAF-Maschinen verselbständigt. Immer öfter «verschwanden» zunächst einige Hubschrauber für Stunden, um dann wieder aufzutauchen. Kritische Nachfragen seitens der «US-Betreuer» blieben dabei regelmässig unbeantwortet. Statt dessen kam es immer öfter zu ominösen «Sperrungen» von Teilen des Kabuler Flughafens.
Inzwischen ist man in Washington davon überzeugt, dass ein ­erheblicher Teil der afghanischen Opium- und Heroin­bestände bei nächtlichen Flügen der AAF ausser Landes gebracht wird. Und auf dem Rückweg werden Geld und Waffen mitgeführt, die wenig später bei den Stammesfürsten oder den Taliban landen. Noch immer wird dieser «Flugbetrieb» jedes Jahr mit Hunderten Millionen Dollar unterstützt!

Quelle: Vertrauliche Mitteilungen, Nr. 3972 vom 27.3.2012